#Startup3D: Mit Scrap Labs wird der Metall-3D-Druck desktoptauglich

Metall-3D-Drucker, die auf dem Laser-Pulverbettschmelzen (LPBF) basieren, kosten üblicherweise im sechsstelligen Bereich und benötigen einen eigenen Raum. Das US-Startup Scrap Labs will das mit dem Scrap 1 ändern: ein LPBF-Desktop-Drucker, der fast vollständig aus FDM-gedruckten Bauteilen besteht. Der Preis beginnt bei 14.200 US-Dollar für den Bausatz und 17.990 US-Dollar für das fertig montierte System. Das von Matt Woods, ehemals bei SpaceX und Xact Metal, gegründete Unternehmen plant einen 200-Watt-Laser, einen Bauraum von 100x100x100 mm und Bauteile aus Edelstahl 316L. Der Produktionsstart ist für Juni 2027 vorgesehen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie man einen Metall-3D-Drucker aus Polymeren baut.

3DN: Könnten Sie sich und Ihren Bezug zur additiven Fertigung vorstellen?

Ich bin in meinem ersten Studienjahr tief in die additive Fertigung eingetaucht, als ich einen Prusa-Mendel-Bausatz kaufte und den ganzen Sommer mit dem Zusammenbau verbrachte. An der Penn State sammelte ich direkte Erfahrungen im Metall-3D-Druck, was mir zu einem Praktikum im Team für additive Fertigung bei SpaceX verhalf. Dort arbeitete ich an Raketentriebwerken wie SuperDraco und Raptor. Seitdem habe ich drei Unternehmen gegründet, die alle das Ziel haben, die Grenzen des Metall-3D-Drucks zu verschieben.

3DN: Warum haben Sie Scrap Labs gegründet?

Scrap Labs verkörpert eine Vision, die ich seit mehr als zehn Jahren verfolge: erschwinglichen Desktop-Metall-3D-Druck. Zunächst habe ich dieses Ziel bei Xact Metal verfolgt, wo wir damals bestenfalls einen Drucker für rund 100.000 US-Dollar realisieren konnten. Letztlich habe ich das Unternehmen verlassen, weil ich die Grenzen weiter verschieben wollte – was in einem etablierten Unternehmen mit vielen Interessengruppen immer schwieriger wird.

3DN: Könnten Sie uns mehr über Scrap 1 und die dahinterstehende Technologie erzählen?

Unseres Wissens nach sind wir die Ersten, die ein LPBF-System so weit vereinfacht haben, dass es vollständig auf einen Schreibtisch passt. Ein bemerkenswertes Ergebnis ist, dass die Schmelzschichtung (FDM) nun die Produktionsmethode für fast alle mechanischen Bauteile der Maschine darstellt. Das gibt uns enorme Gestaltungsfreiheit, Geschwindigkeit und Fertigungstiefe. Das Herzstück des Scrap 1 ist ein fasergekoppelter Festkörperlaser, der über ein hochpräzises Hochgeschwindigkeitsportal geführt wird.

3DN: Wie ist es Ihnen gelungen, die Kosten so deutlich zu senken?

Im Jahr 2017 haben mein Team und ich bei Xact Metal den XM200 für rund 100.000 US-Dollar eingeführt, als die meisten Metall-3D-Drucker noch eher bei 1 Million US-Dollar lagen. Das gelang uns, indem wir uns den teuren technischen Aufwand ersparten. Scrap Labs wendet nun dieselbe Konsequenz an, um den Preis um eine weitere Größenordnung zu senken. Ein wesentlicher Teil der Lösung besteht darin, die Maschine mittels additiver Fertigung zu bauen, was die Montage erheblich vereinfacht. Der andere große Faktor ist die Entwicklung der Diodenlaser, die, als ich 2015 anfing, noch nicht die von uns benötigte Strahlqualität hatten. Zudem sind wir vollständig eigenfinanziert und crowdfinanziert, sodass wir jeden Dollar bewusst ausgeben.

Eine Quietscheente, gedruckt aus 316L-Edelstahl auf einem Scrap-1-Prototyp. Design von roman_hegglin, via Printables. (Bildnachweis: Scrap Labs)

3DN: Vor welchen Herausforderungen stehen Sie, seitdem Sie Scrap Labs gegründet haben?

Eine der größten Herausforderungen ist der umgekehrte Materialaufbau: Wir bauen eine Maschine aus Polymeren, die darauf ausgelegt ist, Metall zu schmelzen. Ein weiteres Problem war die Optik: Es galt, eine Laserquelle mit einem Brennfleck zu finden, der klein genug ist, um Metall präzise zu schmelzen, ohne dass die Optik dabei Schaden nimmt.

3DN: Für wen bauen Sie den Scrap 1?

Für Ingenieure, Maker, Designer und alle, die komplexe Metallbauteile praktisch von überall aus fertigen und sie innerhalb von Stunden statt Wochen erhalten möchten. Großes Potenzial sehen wir zudem im Werkzeug- und Formenbau sowie in Bildung und Forschung – Bereichen, in denen sich nicht jeder eine Maschine im sechsstelligen Preisbereich leisten kann.

Matt Woods (rechts) mit Joel Telling von 3D Printing Nerd auf der RMRRF 2025. (Bildnachweis: Scrap Labs)

3DN: Haben Sie noch abschließende Worte für unsere Leser?

Zögern Sie nicht, mutig und erfinderisch zu sein. Man kann Dinge einfach selbst machen. Einen Verstand und Hände zu haben, die dazu in der Lage sind, ist ein unglaubliches Geschenk. Verschwenden Sie es nicht.

Um mehr über Scrap Labs zu erfahren, besuchen Sie die Website HIER.

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*Titelbildnachweis: Scrap Labs

Carol S.:
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