Der 3D-Druck setzt sich zunehmend als fester Bestandteil in Architektur und Innenraumgestaltung durch. Ein aktuelles Beispiel dafür liefert die kanadische Marke lululemon: Sie nutzt großformatigen 3D-Druck, um neue architektonische Elemente für ihre Stores zu entwickeln.
Lululemon, bekannt für Lauf-, Trainings- und Yogabekleidung, arbeitet dafür mit dem niederländischen Studio Aectual zusammen. Das Studio gilt als Spezialist für XL-3D-Druck in der Innenarchitektur. Dabei entstanden Decken- und Fassadenelemente, die mithilfe großformatiger Extrusionssysteme im 3D-Druckverfahren gefertigt wurden.
Dank 3D-Druck konnte lululemon das Design seiner Stores neu gestalten.
Die ersten Installationen entstanden in Mailand und New York, weitere Projekte sind bereits für Birmingham und Tokio angekündigt. Charakteristisch sind vollständig geschwungene Oberflächen, deren fließende Form an das abgerundete Logo der kanadischen Marke erinnern. Jede Installation besteht aus modularen Elementen, die sich nahtlos und harmonisch zusammenfügen.
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Materialauswahl. Sämtliche Elemente werden im 3D-Druckverfahren aus einem von Aectual recycelten Mix aus Konsumabfällen hergestellt. Dieser Ansatz ist fest in der DNA des Studios verankert, das die Kreislaufwirtschaft zu einem tragenden Bestandteil seines Geschäftsmodells gemacht hat. So bietet Aectual an, ausgediente Teile und Komponenten zurückzunehmen, um sie in Form neuer Architekturprodukte neu zu drucken und so einen positiven Produktionskreislauf zu schaffen.
Aectual wertet Abfälle auf, indem es sie in Möbel und Einrichtungsgegenstände verwandelt.
Das Studio erklärt:
Aectual entwickelt mithilfe von XL-3D-Druck vollständig kreislauffähige Systeme und Einrichtungsgegenstände. Unser Portfolio an individuell anpassbaren Lösungen umfasst Sonnenschutzvorrichtungen, Wand- und Bodenbeläge sowie Gegenstände wie große Pflanzkübel, Paravents oder Hocker. Unsere Produkte können nach Gebrauch zurückgegeben, zerkleinert und zu neuen 3D-gedruckten Elementen verarbeitet werden, was ihre kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht.
Im Rahmen der Partnerschaft betont Aectual, dass jedes Element so gestaltet ist, dass es den gesetzlichen Vorgaben der jeweiligen lokalen Märkte sowie den spezifischen Anforderungen im Innenraum entspricht. Lululemon profitiert dadurch von einem flexiblen Herstellungsprozess, der sich an die visuelle Identität der Marke anpasst und zugleich die Besonderheiten der einzelnen Länder berücksichtigt. Das Ergebnis ist eine einheitliche architektonische Sprache in sämtlichen Stores, trotz der internationalen Präsenz der Marke.
Eine Frage bleibt offen: Wann entsteht auch in Deutschland der erste 3D-gedruckte lululemon-Store? Lassen Sie uns dazu einen Kommentar da, oder teilen Sie es uns auf Facebook oder LinkedIN mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter.
*Bild : Aectual