Es ist bekannt, dass der 3D-Druck im Bauwesen dazu beitragen kann, Arbeitskosten zu senken und außergewöhnliche architektonische Formen umzusetzen – doch wie gut eignet sich die Technologie für Bauprojekte in abgelegenen Regionen? Das Unternehmen Cementos Argos hat nun die ersten additiv gefertigten Sozialwohnungen Südamerikas in La Unión im westkolumbianischen Departamento Antioquia fertiggestellt. Zum Einsatz kam der Bod2-Drucker von COBOD im Auftrag der gemeinnützigen Fundación Berta Martínez. Das Team musste den Drucker und die Materialien durch schwer zugängliches Berggelände und bei starken Regenfällen transportieren. Doch wie sehen die Häuser aus und wie ließ sich das Projekt unter diesen anspruchsvollen Bedingungen realisieren?
Cementos Argos errichtete zwei eingeschossige Häuser mit jeweils 63 m² Grundfläche. Die Häuser verfügen jeweils über zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche, ein Badezimmer, einen Waschbereich sowie eine Veranda. Die 2,2 Meter hohen Wände tragen ein Holzdach. Besonders bemerkenswert: Die Häuser wurden direkt vor Ort innerhalb von nur 16 Stunden über einen Zeitraum von drei Tagen gedruckt. Laut COBOD ist das Verfahren 30 % schneller als herkömmliche Baumethoden, verursacht 15 bis 30 % weniger Abfall und reduziert die Materialkosten um 20 %.
Der Bod2-3D-Drucker von COBOD im Einsatz in Kolumbien
Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzte Cementos Argos auf lokale Ressourcen: Verwendet wurde eine speziell entwickelte Mörtelmischung, die zu 99 % aus lokalen Rohstoffen besteht. Die Druckfestigkeit der Wände liegt bei über 35 MPa (5.076 psi). Um die lokalen Anforderungen an die Erdbebensicherheit zu erfüllen, musste die Tragwerksplanung zudem von der kommunalen Baubehörde genehmigt werden.
Weitere 3D-Druck-Projekte im sozialen Wohnungsbau
Die beiden von Cementos Argos errichteten Häuser sind erst der Anfang. Daniel Duque, Leiter für Forschung und Entwicklung bei Cementos Argos, erklärte, dass derzeit ein Projekt mit 20 zusammenhängenden Sozialwohnungen in Planung sei: „Die Technologie soll weiter ausgebaut werden und sowohl das strukturelle und architektonische Design als auch der Druckprozess optimiert werden, um die Technologie wirtschaftlich rentabel zu machen.”
Das fertiggestellte 3D-gedruckte Haus von Cementos Argos
Für dieses Projekt sollten die Wände allerdings außerhalb der Baustelle gedruckt werden, wodurch sich die Kosten für die Installation des Druckers reduzieren ließen. Für das aktuelle Projekt mit den zwei Häusern waren fünf kleine LKWs nötig, um den Drucker zu transportieren. Ein großer Vorteil des Projekts ist seine flexible Bauweise: „Besonders hervorzuheben ist die flexible Gestaltung der Innenräume sowie die Möglichkeit, das Haus später seitlich zu erweitern“, erklärte Duque.
Die Fundación Berta Martínez, die das Projekt finanziert hat, engagiert sich dafür, ländliche Regionen nachhaltig zu fördern, unter anderem durch gezielte soziale Investitionen. Das Projekt verdeutlicht, welche Rolle der 3D-Druck auch künftig im sozialen Wohnungsbau spielen könnte.
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*Bild: Cementos Argos