Die erste 3D-gedruckte Fußgängerbrücke in Singapur

Sie wird zwar erst in zwei Jahren fertiggestellt, sorgt aber schon jetzt für Aufsehen: Die erste 3D-gedruckte Fußgängerbrücke soll 2028 in Singapur über den Jurong-Fluss errichtet werden und zwei neue Wohnviertel miteinander verbinden. Es handelt sich um ein Projekt der Landverkehrsbehörde (LTA) in Zusammenarbeit mit dem 3D-Druckzentrum der Nanyang Technological University, das darauf abzielt, dem Arbeitskräftemangel in der Baubranche entgegenzuwirken.

Die Brücke soll 10 Meter lang und 5 Meter breit sein. Sie ist das Ergebnis mehrjähriger Forschung: Das Projekt startete im Januar 2023 mit Investitionen von über 1,4 Millionen US-Dollar. Dafür wurde eine spezielle Mischung aus Beton, Sand und Wasser entwickelt, die mithilfe eines Roboterarms extrudiert werden kann.

Die zukünftige Brücke wird aus mehreren 3D-gedruckten Blöcken bestehen (Bildnachweis: Kok Hun Goh).

Die Brücke setzt sich aus insgesamt 10 Segmenten bzw. Blöcken zusammen, die im Anschluss montiert werden. Jedes Segment benötigt rund vier Stunden Druckzeit und ermöglicht eine Reduzierung des Arbeitsaufwands um etwa 50 %. Die einzelnen Elemente werden mithilfe hochfester Stahlkabel miteinander verbunden. Wie lange diese Montagephase dauert, wurde bislang nicht angegeben.

Das Projekt unterstreicht die Vorteile des 3D-Betondrucks. Die Technologie ermöglicht eine größere geometrische Freiheit bei gleichzeitig deutlich geringerem Kosten- und Arbeitsaufwand. Zugleich dient es dazu, die Praxistauglichkeit zu testen: Fallen die Ergebnisse positiv aus, könnte Singapur die Technologie künftig auch in weiteren Bereichen einsetzen.

Die einzelnen Blöcke werden mithilfe von Stahlkabeln miteinander verbunden (Bildnachweis: Kok Hun Goh).

3D-gedrucktes Modell der Brücke bereits erfolgreich getestet

Genau das haben die Teams kürzlich anhand eines verkleinerten Modells überprüft. Vor wenigen Tagen wurde eine kleinere Version der Brücke im 3D-Druckverfahren hergestellt (mit einer Breite von nur 2,5 Metern) und getestet. Dabei wurden 18 Behälter, jeweils mit einer Tonne Wasser gefüllt, auf der Brücke platziert, um ihre Leistungsfähigkeit hinsichtlich Sicherheit und Tragfähigkeit zu bewerten.

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*Titelbildnachweis: LTA

Carol S.:
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