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ZM Design Lab und seine 3D-gedruckte, biologisch abbaubare Lampe

Am 13. Dezember 2022 von Bianca Z. veröffentlicht

ZM Design Lab ist ein junges italienisches Start-up-Unternehmen, das sich perfekt in den aktuellen 3D-Druckmarkt einfügt und sich auf Innovation, Funktionalität, Kostensenkung und Nachhaltigkeit konzentriert. Die drei Gründer haben Puddy entwickelt, eine transportable und wiederaufladbare, biologisch abbaubare Lampe, die mit PLA-Filamenten und 40% geschredderten Holzpartikeln 3D-gedruckt ist. Das Design der Lampe ist von der orientalischen Tradition inspiriert und erinnert an den symbolträchtigen Kopfschmuck der Bauern, die auf den Reisfeldern arbeiten. Der Name selbst spielt auf dieses Konzept an, indem er die Worte Paddy und Buddy kombiniert. Wir haben Jacopo Mandarino, einen der Mitbegründer, befragt, um mehr über das Projekt zu erfahren.

3DN: Können Sie sich selbst und Ihre Beziehung zum 3D-Druck vorstellen?

Wir sind ein Produktdesignstudio in Varese (Italien), das von drei jungen Designern gegründet wurde: Andrè Zhu, Jacopo Mandarino und Mirko Maletta. Wir lernten uns während eines dreijährigen Produktdesignkurses in Mailand kennen. In engem Kontakt mit Fachleuten aus der Branche wie Carlo Forcolini und Marc Sadler begannen wir, unsere eigene Designmethode zu entwickeln und zu festigen, was uns dazu brachte, zu dritt zusammenzuarbeiten. Mirko ist ein Experte für Formen und Kunststoffe und hat viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet, bevor er sich ausschließlich auf 3D-Modellierung und Design konzentrierte. Unsere Philosophie ist es, Produkte zu schaffen, die funktional und ästhetisch ansprechend sind, aber auch die Fähigkeit haben, eine physische und emotionale Interaktion mit dem Benutzer zu schaffen.

Das Team von ZM Design 

3DN: Wie kam es zu dem Projekt „Puddy“ und was ist sein Hauptziel?

Das Projekt begann vor einem Jahr, als André nach 3 Jahren Arbeit seine Diplomarbeit an der Raffles Universität in Mailand vorstellte. Auf Anregung unserer Professoren haben wir beschlossen, die Puddy-Lampe zu entwickeln und auf Kickstarter zu präsentieren. Also bildeten wir ein Team und setzten uns das Ziel, die Puddy-Lampe vom Prototyp zum fertigen Produkt zu bringen und dann eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter zu starten. Mit dem Erfolg dieser ersten Kampagne hoffen wir, den Grundstein für unser Produktdesign-Studio zu legen, das wir nach den Initialen unserer Nachnamen „ZM Design Lab“ nennen.

3DN: Warum haben Sie sich für den 3D-Druck entschieden?

Wir haben uns aus praktischen und nachhaltigen Gründen für den 3D-Druck als Produktionsmethode für die Puddy-Lampe entschieden. Der 3D-Druck ermöglichte es uns, eine ästhetische und formale Sauberkeit zu erreichen, die mit herkömmlichen Produktionsmethoden nicht möglich ist, da es im Inneren Hohlräume und Hinterschneidungen gibt, die zur Aufnahme der elektrischen Komponenten erforderlich sind. Der Korpus der Leuchte verbirgt die Komponenten des LED-Moduls und der zentrale Gelenkmechanismus garantiert dank der Integration eines doppelten Magnetpaars eine hervorragende Funktionalität ohne Schrauben oder Oberflächenschnitte.

3DN: Welche 3D-Drucktechnologie und Materialien verwenden Sie für die Herstellung Ihrer Lampen?

Das Design ist maßgeschneidert und wir verwenden das FDM-Verfahren. Jedes Bauteil der Lampe ist so konzipiert, dass es ohne Stützen gedruckt werden kann, die nicht nur Produktionsabfälle verursachen, sondern auch die ästhetische Sauberkeit beeinträchtigen würden. Die Lampe wird vollständig in 3D mit Filamenten gedruckt, die aus einer Mischung aus PLA und gemahlenen Holzpartikeln bestehen. Das Leuchtmittel der Lampe ist in ein weißes PLA-Bauteil gehüllt, das aufgrund seiner Lichtdurchlässigkeit und Diffusionsfähigkeit ausgewählt wurde, während der Lampenschirm und das Gehäuse aus PLA und Holz gedruckt wurden. Diese Materialwahl verleiht dem Design der Leuchte ein natürliches Aussehen. Puddy wird in der „Wood“-Serie hergestellt, die Birke, Kiefer, Ebenholz und Weide umfasst. Je nach Art der Pflanze unterscheiden sich daher Farbe und Material von Puddy bei jeder Version.

3DN: Wie lange dauert die Produktion einer Lampe und wie hoch sind die Kosten dafür?

Für die Herstellung von Puddy haben wir den Druck der verschiedenen Komponenten auf mehrere Drucker verteilt, und es dauert etwa 8 Stunden, bis ein Exemplar fertig ist. Für die kleineren Teile verwenden wir die 3D-Drucker von Creality, und für die größeren Teile, wie den Hut und die Basis, nutzen wir die Möglichkeiten eines kundenspezifischen Delta-Druckers.

Was die Produktionskosten betrifft, so liegen wir bei etwa 90 Euro: Der Preis für Naturfilament ist viel höher als für herkömmliches PLA. Darüber hinaus machen LED-Module mit CE-, UL- und Rohs-Zertifizierung etwa ein Drittel der Endkosten aus. Hinzu kommen weitere Faktoren wie der eloxierte Aluminiumsockel, der auch eine Laserbehandlung enthält, die Kleinteile zur Befestigung der Komponenten und die doppelte Verpackung, sowohl außen für den Versand als auch innen für die Verpackung.

3DN: Was ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit und 3D-Druck in Ihrem Projekt?

Bei der Entwicklung von Puddy stand der Faktor der ökologischen Nachhaltigkeit im Vordergrund, und unter diesem Gesichtspunkt passte der 3D-Druck perfekt zu den Standards, die wir uns im Hinblick auf das Design gesetzt haben. Der Einsatz der additiven Fertigung bedeutet, dass keine Lagerbestände „hergestellt“ werden müssen, wodurch unnötige Material- und Ressourcenverschwendung vermieden wird.

Außerdem konnten wir durch den Einsatz des 3D-Drucks Farben und Oberflächenbehandlungen ohne die Zugabe von Füllstoffen und Lacken erzielen. Dies bringt nicht nur Vorteile in Bezug auf Ästhetik und Funktionalität, sondern begünstigt vor allem die Wiederverwertbarkeit des Produkts und schont die Umwelt.

Puddy ist leicht zu transportieren und umweltfreundlich.

3DN: Was waren die größten Herausforderungen?

In der Entwurfsphase bestand die größte Herausforderung definitiv darin, sicherzustellen, dass das Lampengelenk richtig funktioniert, und die Toleranzen zu berechnen, um die richtige Reibung zwischen den Teilen zu erreichen. Das häufigste Problem zu Beginn war das Durchhängen des Schirms durch das Gewicht, aber wir fanden eine Lösung, indem wir Magnete anbrachten, die die Verbindung hielten. Ein weiterer Punkt, auf den wir uns konzentrierten, war die Reduzierung der Zeit und der Menge an Druckmaterial. In diesem Sinne haben wir das Modell eingehend untersucht, um in kürzester Zeit und mit der richtigen Menge an Material das beste Ergebnis zu erzielen.

3DN: Irgendwelche letzten Worte für unsere Leser?

Die Kickstarter-Kampagne ist soeben erfolgreich beendet worden! Wenn Sie über dieses Projekt und unsere zukünftigen Entwicklungen informiert werden möchten, können Sie uns auf Instagram folgen: @zmdesignlab.

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*Alle Bildnachweise: ZM Design Lab

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