{"id":65999,"date":"2026-08-17T00:02:46","date_gmt":"2026-08-16T22:02:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/?p=65999"},"modified":"2026-08-17T09:00:06","modified_gmt":"2026-08-17T07:00:06","slug":"mit-stuetzstrukturen-harz-3d-druck-wiederzuverwenden-17082026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/mit-stuetzstrukturen-harz-3d-druck-wiederzuverwenden-17082026\/","title":{"rendered":"MIT-Forschende haben einen Weg gefunden, St\u00fctzstrukturen im Harz-3D-Druck wiederzuverwenden"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/alles-ueber-harz-3d-druck-030120241\/\">Harz-3D-Druck<\/a> erm\u00f6glichen St\u00fctzstrukturen die Fertigung komplexer Geometrien, \u00dcberh\u00e4nge und sehr feiner Details, die w\u00e4hrend des Druckprozesses sonst zusammenbrechen w\u00fcrden. Zugleich erh\u00f6hen sie jedoch den Materialverbrauch, m\u00fcssen manuell entfernt werden (was Spuren auf der Bauteiloberfl\u00e4che hinterlassen kann) und richten bei unvorsichtigem Vorgehen sogar Sch\u00e4den an. Hinzu kommt: Einmal entfernt, werden die St\u00fctzstrukturen entsorgt und lassen sich nicht wiederverwenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Forschungsteam des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist \u00fcberzeugt, einen Weg gefunden zu haben, diese Nachteile zu verringern. In einer in Additive Manufacturing Letters ver\u00f6ffentlichten Studie stellen die Wissenschaftler ein neues Verfahren vor, mit dem sich dieselben St\u00fctzstrukturen \u00fcber mehrere Druckvorg\u00e4nge hinweg wiederverwenden lassen. Statt die St\u00fctzen bei jedem Bauteil neu zu fertigen und anschlie\u00dfend zu entsorgen, bleiben sie nahezu unversehrt. Dies erfolgt dank einer d\u00fcnnen Schicht aus wasserl\u00f6slichem Harz, die als Trennstelle zwischen St\u00fctzstruktur und fertigem Bauteil dient.<\/p>\n<div id=\"attachment_86456\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86456\" class=\"wp-image-86456 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/es\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/reusable-supports-process.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" \/><p id=\"caption-attachment-86456\" class=\"wp-caption-text\">So erm\u00f6glicht die Trennschicht des MIT die Wiederverwendung von St\u00fctzstrukturen im Harz-3D-Druck.<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Wie funktioniert das System?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Anfang steht ein Satz vorgefertigter St\u00fctzstrukturen, die auf ein bestimmtes Bauteil zugeschnitten sind. Nach ihrer Fertigung werden sie \u00fcber eine kinematische Kopplung auf der Bauplattform montiert. Es handelt sich um einen hochpr\u00e4zisen Mechanismus, der daf\u00fcr sorgt, dass sie stets exakt dieselbe Position einnehmen.<\/p><div class=\"dnati-inside-article dnati-entity-placement\" id=\"dnati-522453449\"><div id=\"dnati-2256551852\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/npe.org\/become-an-exhibitor\/?utm_campaign=9317304-NPE2027%20Exhibitor%20Prospect%20Communications&#038;utm_source=3Dnatives&#038;utm_medium=banner%20ad&#038;utm_term=apply%20today_3D\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"NPE2027_Feathr Ads_850x150 (1)\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/06\/NPE2027_Feathr-Ads_850x150-1.png\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/06\/NPE2027_Feathr-Ads_850x150-1.png 850w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/06\/NPE2027_Feathr-Ads_850x150-1-600x106.png 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/06\/NPE2027_Feathr-Ads_850x150-1-768x136.png 768w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/06\/NPE2027_Feathr-Ads_850x150-1-160x28.png 160w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" width=\"850\" height=\"150\"   \/><\/a><\/div><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anschlie\u00dfend tr\u00e4gt eine automatisch gesteuerte Nadel eine kleine Menge eines wasserl\u00f6slichen, h\u00e4rtbaren Harzes auf die Spitze jeder St\u00fctzstruktur auf. Dieses Harz wird mit ultraviolettem Licht ausgeh\u00e4rtet und bildet so eine d\u00fcnne Trennschicht zwischen der wiederverwendbaren St\u00fctze und dem Bauteil. Die St\u00fctzstruktur kommt also nie in direkten Kontakt mit dem Bauteil, sondern ist durch eine Opferschicht von ihm getrennt, die sich sp\u00e4ter r\u00fcckstandslos entfernen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald die Trennschicht vorbereitet ist, senkt sich die Plattform in den Harzbeh\u00e4lter ab, und das Bauteil wird mit herk\u00f6mmlichem Harz gedruckt. Nach den \u00fcblichen Schritten der Reinigung und Nachh\u00e4rtung wandert die Baugruppe in ein mit Wasser gef\u00fclltes Ultraschallbad. Dort zersetzt sich die l\u00f6sliche Trennschicht und gibt das Bauteil nahezu ohne mechanische Krafteinwirkung frei. W\u00e4hrenddessen bleiben die St\u00fctzstrukturen unversehrt und stehen f\u00fcr den n\u00e4chsten Druck bereit.<\/p>\n<p><center><iframe loading=\"lazy\" title=\"Post int\u00e9gr\u00e9\" src=\"https:\/\/www.linkedin.com\/embed\/feed\/update\/urn:li:ugcPost:7482833659687763969?compact=1\" width=\"700\" height=\"400\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/center><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Das System auf dem Pr\u00fcfstand<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob sich die St\u00fctzstrukturen tats\u00e4chlich wiederverwenden lassen, druckte das Team vier Modelle in Form eines Libellenfl\u00fcgels, eine besonders heikle Geometrie, da sie feine Rippen aufweist. Nach jedem Druckvorgang wurde das Bauteil durch Aufl\u00f6sen der Trennschicht in Wasser abgenommen und dieselben St\u00fctzstrukturen f\u00fcr den n\u00e4chsten Durchgang vorbereitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die vier Druckzyklen hinweg stellten die Forschenden weder beim Verhalten der St\u00fctzstrukturen noch bei der Qualit\u00e4t der entstandenen Bauteile sp\u00fcrbare Ver\u00e4nderungen fest. Zwar setzten sich an den Spitzen einiger St\u00fctzen allm\u00e4hlich kleine R\u00fcckst\u00e4nde ausgeh\u00e4rteten Harzes ab, doch beeintr\u00e4chtigten diese die Leistungsf\u00e4higkeit des Systems im Rahmen der Versuche nicht. Die Autoren r\u00e4umen allerdings selbst ein, dass noch untersucht werden muss, wie oft sich die St\u00fctzstrukturen tats\u00e4chlich wiederverwenden lassen, bevor merklicher Verschlei\u00df einsetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse der Studie ergibt sich aus dem Vergleich mit einem markt\u00fcblichen 3D-Drucker. Die Forschenden druckten dasselbe Bauteil (den Libellenfl\u00fcgel) auf einer Formlabs Form 4 mit den Standardeinstellungen f\u00fcr St\u00fctzstrukturen. Dabei entfielen lediglich 24 % des gesamten Harzvolumens auf das eigentliche Bauteil; die \u00fcbrigen 76 % wurden f\u00fcr St\u00fctzstrukturen verbraucht, die anschlie\u00dfend entsorgt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim neuen Verfahren erf\u00fcllen die St\u00fctzstrukturen weiterhin ihren Zweck, verbraucht wird lediglich die geringe Menge wasserl\u00f6slichen Harzes f\u00fcr die Trennschicht. Nach den Berechnungen des Teams entspricht dieses Material etwa 5 % des gesamten Harzverbrauchs pro neuem Druckzyklus.<\/p>\n<div id=\"attachment_86458\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86458\" class=\"wp-image-86458 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/es\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/libelula.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"290\" \/><p id=\"caption-attachment-86458\" class=\"wp-caption-text\">Wiederverwendung der St\u00fctzstrukturen in vier aufeinanderfolgenden Drucken eines Libellenfl\u00fcgels. Verglichen werden die Spuren herk\u00f6mmlicher St\u00fctzstrukturen (d) mit denen der l\u00f6slichen Trennschicht (e) sowie die Ansammlung von Harzr\u00fcckst\u00e4nden an den Spitzen nach jedem Zyklus (f).<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Vielversprechend, aber noch im Versuchsstadium<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wissenschaftler des MIT betonen selbst, dass sich die Technologie noch in einer experimentellen Phase befindet. Das Verfahren setzt einen <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/top-desktop-3d-drucker-harz-190520161\/\">Photopolymerisationsdrucker<\/a> voraus, der eigens in Top-Down-Bauweise arbeitet und \u00fcber ein automatisiertes System verf\u00fcgt, das das l\u00f6sliche Harz vor Druckbeginn pr\u00e4zise auf jede einzelne St\u00fctzstruktur aufbringen kann. Auf den meisten markt\u00fcblichen Harzdruckern, die auf einer anderen Bauweise beruhen, l\u00e4sst sich die Methode daher vorerst nicht direkt umsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch weist die Studie einen interessanten Weg, um eines der zentralen Hindernisse f\u00fcr die Automatisierung des Harz-3D-Drucks zu \u00fcberwinden. Gelingt es k\u00fcnftigen Forschungsarbeiten, das Verfahren zu vereinfachen und die Lebensdauer der wiederverwendbaren St\u00fctzstrukturen zu verl\u00e4ngern, lie\u00dfen sich Materialabfall und manueller Aufwand deutlich reduzieren \u2013 und die harzbasierte additive Fertigung k\u00e4me st\u00e4rker automatisierten Produktionsprozessen ein gutes St\u00fcck n\u00e4her. Die vollst\u00e4ndige Studie finden Sie <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S2772369026000538?via%3Dihub\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HIER<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was halten Sie von dieser Forschungsarbeit? Lassen Sie uns dazu einen Kommentar da, oder teilen Sie es uns auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/3Dnativesde\/\"><span data-contrast=\"none\">Facebook<\/span><\/a><span data-contrast=\"none\">\u202foder\u202f<\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/groups\/13502336\/\"><span data-contrast=\"none\">LinkedIN <\/span><\/a><span data-contrast=\"none\">mit. M\u00f6chten Sie au\u00dferdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der Additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt f\u00fcr unseren\u202f<\/span><a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/3d-druck-newsletter\/\"><span data-contrast=\"none\">w\u00f6chentlichen Newsletter<\/span><\/a><span data-contrast=\"none\">.<\/span><\/p>\n<p><em>*Bild: Peraire-Bueno et al. (2026), Additive Manufacturing Letters<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Harz-3D-Druck erm\u00f6glichen St\u00fctzstrukturen die Fertigung komplexer Geometrien, \u00dcberh\u00e4nge und sehr feiner Details, die w\u00e4hrend des Druckprozesses sonst zusammenbrechen w\u00fcrden. 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