{"id":65753,"date":"2026-05-07T00:09:11","date_gmt":"2026-05-06T22:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/?p=65753"},"modified":"2026-05-06T17:35:08","modified_gmt":"2026-05-06T15:35:08","slug":"fugo-precision-3d-am-system-vereint-drucken-07052026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/fugo-precision-3d-am-system-vereint-drucken-07052026\/","title":{"rendered":"#3DStartup: FUGO Precision 3D: Neues AM-System vereint Drucken, Waschen und Aush\u00e4rten in einer einzigen Maschine"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Stellen Sie sich einen 3D-Drucker vor, der den gesamten Herstellungsprozess eines Bauteils \u00fcbernimmt \u2013 vom fl\u00fcssigen <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/alles-ueber-harz-3d-druck-030120241\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Harz<\/a> bis zum vollst\u00e4ndig ausgeh\u00e4rteten Endprodukt, ganz ohne manuelle Eingriffe. Genau das verspricht FUGO Precision 3D. Das Unternehmen aus Kalifornien hat eine neuartige zentrifugale Vat-Photopolymerisationstechnologie entwickelt, die die bislang \u00fcblichen mehrstufigen Arbeitsabl\u00e4ufe ersetzt. Durch die Rotation der Baukammer mit 3.000 Umdrehungen pro Minute nutzt das System Zentrifugalkr\u00e4fte, um das Harz gleichm\u00e4\u00dfig zu verteilen und Oberfl\u00e4chen ohne sichtbare Schichtlinien zu erzeugen. Gleichzeitig erm\u00f6glicht der Ansatz ein gro\u00dfes Bauvolumen und eine besonders hohe Oberfl\u00e4chenqualit\u00e4t \u2013 ohne die sonst \u00fcbliche aufwendige manuelle Nachbearbeitung. Wie dieses All-in-One-System Produktionszeiten verk\u00fcrzen und Fertigungsprozesse vereinfachen soll, dar\u00fcber sprachen wir mit Mitgr\u00fcnder und CEO Alexander Meseonznik.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3DN: K\u00f6nnten Sie sich kurz vorstellen und erz\u00e4hlen, wie Sie zum 3D-Druck gekommen sind?<\/h2>\n<div id=\"attachment_70192\" style=\"width: 202px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-70192\" class=\"wp-image-70192\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/04\/centrifuge-e1776672319600.jpg\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"219\" \/><p id=\"caption-attachment-70192\" class=\"wp-caption-text\">Mitgr\u00fcnder und CEO Alexander Meseonznik<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin Alexander Meseonznik, Mitbegr\u00fcnder und CEO von FUGO Precision 3D. Seit rund drei\u00dfig Jahren besch\u00e4ftige ich mich damit, vielversprechende Unternehmen aufzubauen und erfolgreich weiterzuentwickeln. In dieser Zeit habe ich f\u00fcnf Unternehmen in unterschiedlichen Branchen mitgegr\u00fcndet und bis zur erfolgreichen \u00dcbernahme begleitet. Dadurch konnte ich umfassende Erfahrung in den strategischen und operativen Prozessen sammeln, die aus fr\u00fchen Ideen erfolgreiche Unternehmen machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Weg in die Welt des 3D-Drucks begann, als ich Alexandr \u201eSasha\u201c Shkolnik kennenlernte, unseren Chief Technology Officer. Sasha ist Erfinder und verf\u00fcgt \u00fcber mehr als drei\u00dfig Jahre Erfahrung in der additiven Fertigung und Verfahrenstechnik. Bei unserem ersten Treffen erz\u00e4hlte er mir von seiner Vision eines v\u00f6llig neuen Ansatzes f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/en\/what-is-additive-manufacturing\/\">additive Fertigung<\/a> \u2013 etwas, das so bislang noch niemand umgesetzt hatte. Er brachte die technische Expertise und die Idee mit, suchte jedoch einen Partner, der daraus ein Unternehmen aufbauen konnte. Ich habe sofort erkannt, welches Potenzial in der Idee steckt, und wollte die Vision gemeinsam mit ihm umsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anschlie\u00dfend habe ich das Team von Grund auf aufgebaut und F\u00fchrungskr\u00e4fte f\u00fcr Vertrieb, Finanzen, Operations sowie Forschung und Entwicklung zusammengestellt. Gemeinsam mit Sasha entwickelten wir die Technologie von der ersten Idee bis hin zu einem marktreifen Produkt, das nun kurz vor der kommerziellen Einf\u00fchrung steht.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3DN: Was war die Motivation hinter der Gr\u00fcndung von FUGO 3D und welches Problem wollten Sie l\u00f6sen?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die additive Fertigung hat in den vergangenen Jahren gro\u00dfe Fortschritte bei Druckqualit\u00e4t und Geschwindigkeit gemacht. Was Sasha jedoch st\u00f6rte, war der insgesamt weiterhin ineffiziente Produktionsprozess. In vielen Betrieben m\u00fcssen Bauteile noch immer zwischen verschiedenen Maschinen, Waschstationen und Aush\u00e4rtesystemen transportiert werden. Gleichzeitig verbringen Techniker viel Zeit mit manuellen Arbeitsschritten, die zwar Aufwand verursachen, aber keinen wirklichen Mehrwert schaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sasha ging es deshalb nicht darum, bestehende Systeme nur schrittweise zu verbessern. Er wollte den gesamten Prozess neu denken. Die zentrale Frage lautete: Was w\u00e4re m\u00f6glich, wenn sich alle Arbeitsschritte in einem einzigen automatisierten System vereinen lie\u00dfen \u2013 ganz ohne manuelle Nachbearbeitung?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus dieser Idee entstand unser zentrifugaler Ansatz. Anstatt Teile wie bei jedem anderen Harzdrucker in horizontalen Schichten aufzubauen, <strong>erzeugen wir mithilfe der Zentrifugalkraft eine k\u00fcnstliche Schwerkraft,<\/strong> wodurch sich die Teile vollst\u00e4ndig in das Material eingetaucht formen k\u00f6nnen, das gleichzeitig als eigene St\u00fctzstruktur dient. Sichtbare Schichtlinien werden so deutlich reduziert. Au\u00dferdem lassen sich Waschen, Trocknen und Aush\u00e4rten direkt in denselben Maschinenprozess integrieren. F\u00fcr uns ging es nie nur darum, einen besseren 3D-Drucker zu entwickeln. Wir wollten den gesamten Fertigungsprozess neu denken.<\/p>\n<div id=\"attachment_70191\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-70191\" class=\"wp-image-70191 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/04\/fugo3d.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" \/><p id=\"caption-attachment-70191\" class=\"wp-caption-text\">FUGO 3D setzt auf eine zentrifugale Vat-Photopolymerisation, um Bauteile schnell und pr\u00e4zise herzustellen.<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3DN: K\u00f6nnen Sie uns das zentrifugale 3D-Druckverfahren n\u00e4her erkl\u00e4ren und beschreiben, wie das System von FUGO 3D funktioniert?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Prozess beginnt mit unserer Software F3D Studio. Anwender:innen laden ihre Konstruktionsdateien hoch, und die Software \u00fcbernimmt die intelligente Anordnung der Teile sowie die Erstellung von St\u00fctzstrukturen. Die Druckparameter lassen sich individuell anpassen, um je nach Anwendung die richtige Balance zwischen Stabilit\u00e4t, Oberfl\u00e4chenqualit\u00e4t und Produktionsgeschwindigkeit zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald der Druckprozess startet, kommt die Zentrifugalkraft ins Spiel. Anders als bei herk\u00f6mmlichen Harz-3D-Druckern, die horizontale Schichten nacheinander aush\u00e4rten, entstehen die Bauteile bei unserem Verfahren als konzentrische Ringe, w\u00e4hrend sie vollst\u00e4ndig im Material eingetaucht bleiben. Durch die Rotation entsteht eine k\u00fcnstliche Schwerkraft, die die Geometrie w\u00e4hrend des Aufbaus stabilisiert. Das bedeutet, <strong>das Material \u00fcbernimmt dabei gleichzeitig die Funktion der St\u00fctzstruktur.<\/strong> Dadurch entstehen besonders glatte Oberfl\u00e4chen ohne den typischen Treppeneffekt klassischer 3D-Druckverfahren. Zudem werden deutlich weniger mechanische St\u00fctzstrukturen ben\u00f6tigt als bei konventionellen Technologien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zu herk\u00f6mmlichen Systemen. Nach Abschluss des Druckvorgangs \u00fcbernimmt dieselbe Maschine automatisch die Nachbearbeitung: \u00dcbersch\u00fcssiges Harz wird entfernt, verbleibende L\u00f6sungsmittel werden durch zentrifugales Trocknen beseitigt und anschlie\u00dfend werden die Bauteile vollst\u00e4ndig ausgeh\u00e4rtet. Der Bediener setzt lediglich die Bauplattform ein und erh\u00e4lt am Ende fertige, sofort einsatzbereite Teile zur\u00fcck. Es ist kein Wechsel zwischen verschiedenen Stationen notwendig, keine separate Steuerung von Aush\u00e4rtungszeiten und keine manuelle Nachbearbeitung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das System umfasst dabei weit mehr als die Maschine selbst. Mit F3D Homebase lassen sich mehrere Ger\u00e4te zentral \u00fcberwachen. Produktionshistorie, Materialverbrauch und Maschinenstatus werden in Echtzeit erfasst und verwaltet. Besonders in Produktionsumgebungen mit hohem Durchsatz ist diese Transparenz wichtig, um eine konstant hohe Fertigungsqualit\u00e4t sicherzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Zpn8bSL0ScM?si=HJlu8th6tdvHwCQu\" width=\"700\" height=\"400\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3DN: Gibt es durch die Zentrifugalkraft eine besondere Einarbeitungszeit bei der Nutzung der Maschine? Wie unterscheidet sie sich von anderen harzbasierten 3D-Druckverfahren und welche Vorteile bietet es?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben das Model A bewusst so entwickelt, dass es f\u00fcr Anwender:innen mit Erfahrung in der additiven Fertigung einfach zu bedienen ist. Die Software F3D Studio \u00fcbernimmt die komplexen Berechnungen der Zentrifugaldynamik im Hintergrund. Anwender:innen m\u00fcssen keine Expert:innen f\u00fcr Physik sein \u2013 entscheidend ist, dass sie ihre Bauteile und die jeweiligen Produktionsanforderungen kennen. Um alles Weitere k\u00fcmmert sich die Benutzeroberfl\u00e4che.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was unsere Technologie besonders macht, ist die Art und Weise, wie die Bauteile entstehen: Sie werden vollst\u00e4ndig im Material eingebettet gefertigt, das gleichzeitig als eigene St\u00fctzstruktur dient. Unterst\u00fctzt wird dieser Prozess durch k\u00fcnstlich erzeugte Schwerkraft. Der entscheidende Unterschied zu herk\u00f6mmlichen Verfahren besteht darin, dass wir keine mechanischen Systeme verwenden, um neue Schichten aufzutragen. Stattdessen erzeugen wir mithilfe von Zentrifugalkr\u00e4ften eine k\u00fcnstliche Schwerkraft von bis zu 2.000 G \u2013 im Vergleich zu den 1 G auf der Erde. Dadurch lassen sich extrem feine und pr\u00e4zise Schichten erzeugen, die mit klassischen mechanischen Verfahren kaum erreichbar w\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das konzentrische Druckverfahren sorgt zudem f\u00fcr eine sehr hohe Oberfl\u00e4chenqualit\u00e4t mit kaum sichtbaren Schicht\u00fcberg\u00e4ngen. Gleichzeitig erreichen wir eine konstante Ma\u00dfgenauigkeit von bis zu 30 Mikrometern. Dank des gro\u00dfen Bauraums eignet sich das System au\u00dferdem f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Produktionsmengen, w\u00e4hrend der Durchsatz Leistungswerte erreicht, f\u00fcr die bei herk\u00f6mmlichen Technologien mehrere Maschinen erforderlich w\u00e4ren.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3DN: F3D Studio verf\u00fcgt \u00fcber eine \u201eintegrierte Kapillargenerierung\u201c. K\u00f6nnten Sie erkl\u00e4ren, was dahintersteckt und warum diese Funktion f\u00fcr besonders anspruchsvolle Bauteile wichtig ist?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Herstellung von Pr\u00e4zisionskomponenten f\u00fcr Medizin-, Dental- oder Luftfahrtanwendungen spielt die innere Geometrie eine ebenso wichtige Rolle wie die \u00e4u\u00dfere Ma\u00dfgenauigkeit. Die Kapillargenerierung ist eine Softwarefunktion, die automatisch optimierte interne Kan\u00e4le und Entw\u00e4sserungswege innerhalb der Bauteile erzeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kapillarsystem erm\u00f6glicht es uns, eines der gr\u00f6\u00dften Probleme beim <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/en\/stereolithography-explained100420174\/\">SLA<\/a>-Druck zu l\u00f6sen: Die sogenannten \u201eeingeschlossenen Volumina\u201c. Dabei handelt es sich um Bereiche in einem Bauteil, zu denen das Material nur eingeschr\u00e4nkt Zugang hat. Herk\u00f6mmliche Systeme arbeiten hier oft mit Klingen, die das Material verteilen. Unser Druckverfahren kommt hingegen vollst\u00e4ndig ohne mechanische Elemente im Druckprozess aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stattdessen erzeugen wir extrem kleine Kapillar\u00f6ffnungen mit einer Gr\u00f6\u00dfe von etwa 20 Mikrometern. In herk\u00f6mmlichen Drucksystemen k\u00f6nnte das Material durch solch feine \u00d6ffnungen kaum flie\u00dfen. Durch die bei unserem Verfahren entstehenden Kr\u00e4fte von bis zu 2.000 G kann das Material selbst durch diese winzigen \u00d6ffnungen problemlos flie\u00dfen. Sobald es durch die Kapillare gelangt ist, wird die \u00d6ffnung anschlie\u00dfend per Laser wieder verschlossen. Nach Abschluss des Druckprozesses sind daher keine weiteren manuellen Arbeitsschritte notwendig.<\/p>\n<div id=\"attachment_70234\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-70234\" class=\"size-full wp-image-70234\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/04\/maddie-1.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" \/><p id=\"caption-attachment-70234\" class=\"wp-caption-text\">Diese Zahnprothesen wurden mit dem Multimaterial-Druckverfahren von FUGO 3D innerhalb desselben Druckzyklus gefertigt.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Abfluss hinaus erm\u00f6glichen intelligente interne Strukturen eine Gewichtsoptimierung, ohne die mechanische Leistung zu beeintr\u00e4chtigen. Eine H\u00f6rger\u00e4teschale muss leicht genug f\u00fcr ganzt\u00e4gigen Komfort sein. Eine Halterung in der Luft- und Raumfahrt muss die Masse minimieren und gleichzeitig die Steifigkeit beibehalten. Die Werkzeuge zur Kapillargenerierung lassen uns beide Ziele systematisch erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Anwendungen, bei denen Pr\u00e4zision nicht verhandelbar ist \u2013 sei es eine Bohrschablone f\u00fcr Implantate oder eine Komponente f\u00fcr ein Verteidigungssystem \u2013 ist dieses Ma\u00df an Kontrolle \u00fcber die interne Architektur unerl\u00e4sslich. Wir haben dies in unseren Workflow integriert, weil sich die Branchen, die wir bedienen, keine vermeidbaren Qualit\u00e4tsprobleme leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3DN: Wie funktioniert die \u201eMulti-Material-F\u00e4higkeit\u201c in der Praxis \u2013 sind Sie in der Lage, Baugruppen aus einem Teil mit mehreren miteinander verbundenen Materialien zu drucken, oder geht es prim\u00e4r um den Druck separater Teile aus verschiedenen Materialien in einem Durchgang?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser System deckt beide Szenarien ab, was eine betr\u00e4chtliche Flexibilit\u00e4t f\u00fcr unterschiedliche Produktionsanforderungen bietet. Das Modell A verf\u00fcgt \u00fcber eine Konfiguration mit zwei Reservoirs, in denen zwei verschiedene Harze gleichzeitig geladen und bereitgehalten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Multi-Material-Druck funktioniert wie folgt: Zuerst baut der Drucker den unteren Teil des Modells, der aus Material A bestehen soll. Nachdem alle Merkmale, die Material A erfordern, gedruckt sind, stoppt der Druckprozess, und das nicht verwendete Material A wird aus der Druckkammer zur\u00fcck in die Materialversorgung gepumpt. Die bereits gedruckten Modelle werden dann gr\u00fcndlich gewaschen, was automatisch geschieht. Nach dem Waschen wird der Druckprozess fortgesetzt, indem Material B die Trommel f\u00fcllt. Sobald es den niedrigsten Stand erreicht, an dem der Druck mit Material B beginnt, schaltet sich das Lasersystem ein. Dies sorgt f\u00fcr eine hervorragende Haftung zwischen den Materialien. Das Multi-Material-Teil wird dann im selben automatisierten Zyklus gewaschen, getrocknet und ausgeh\u00e4rtet f\u00fcr ein fertiges Produkt.<\/p>\n<div id=\"attachment_70193\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-70193\" class=\"wp-image-70193 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/04\/centrifuge-1.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" \/><p id=\"caption-attachment-70193\" class=\"wp-caption-text\">Die FUGO-3D-Maschine<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen auch Einzelteile herstellen, die mehrere Materialien mit verbundenen Schnittstellen enthalten. Dies er\u00f6ffnet Anwendungen im Schmuckbereich, wo verschiedene Bereiche unterschiedliche optische Eigenschaften erfordern k\u00f6nnten, oder bei dentalen Anwendungen, wo eine unterschiedliche Steifigkeit innerhalb einer Komponente die klinischen Ergebnisse verbessert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Produktionsanforderungen \u00fcber das hinausgehen, was sich in den zwei Reservoirs befindet, dauert der Wechsel auf andere Harze nur f\u00fcnfzehn bis f\u00fcndundzwanzig Minuten f\u00fcr einen vollst\u00e4ndigen Sp\u00fclzyklus. Das System ist mit allen auf dem Markt befindlichen Photopolymermaterialien kompatibel, was Herstellern die Freiheit gibt, das beste Material f\u00fcr ihre Anwendung zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3DN: Was waren die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen und wichtigsten Erkenntnisse beim Aufbau des Systems?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man etwas wirklich Neues einf\u00fchrt, ist Skepsis unvermeidlich. Branchenexperten haben in der additiven Fertigung schon viele \u00fcbertriebene Versprechen gesehen. Wenn man ihnen sagt, dass wir Schichtlinien eliminiert und die gesamte Nachbearbeitung automatisiert haben, erntet man oft hochgezogene Augenbrauen. Wir haben fr\u00fch gelernt, dass Erkl\u00e4ren nicht ausreicht; Demonstration ist entscheidend. Deshalb wird unser kommender Auftritt auf dem wichtigsten Event der Dentalbranche Live-Produktionsl\u00e4ufe beinhalten. Besucher k\u00f6nnen komplette Zyklen von Anfang bis Ende verfolgen und genau sehen, was die Technologie leistet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die technischen Herausforderungen waren enorm. Um die f\u00fcr medizinische und dentale Anwendungen erforderliche Ma\u00dfgenauigkeit und Prozessstabilit\u00e4t zu erreichen, musste jedes einzelne Subsystem mit h\u00f6chster Pr\u00e4zision entwickelt werden. Unser Team verf\u00fcgt \u00fcber jahrzehntelange Erfahrung in der additiven Fertigung und hat die Mechanik, Prozesssteuerung und Software \u00fcber Jahre hinweg kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei gab es keine schnellen L\u00f6sungen oder Abk\u00fcrzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wom\u00f6glich wichtigste Erkenntnis ist, dass der Weg von einem funktionierenden Prototypen hin zu einem marktreifen Produkt genauso viel Fokus auf die Unternehmensstruktur verlangt wie auf die Technologie selbst. Vertrieb, Finanzsysteme, Serviceprozesse und Lieferketten spielen eine entscheidende Rolle dabei, ob eine Innovation erfolgreich auf den Markt kommt oder in der Entwicklungsphase stehen bleibt. Genau auf den Aufbau dieser Strukturen habe ich mich seit meinem Einstieg bei FUGO besonders konzentriert.<\/p>\n<div id=\"attachment_70194\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-70194\" class=\"wp-image-70194 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/04\/centrifuge-1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" \/><p id=\"caption-attachment-70194\" class=\"wp-caption-text\">Die Baukammer rotiert, um eine Zentrifugalkraft zu erzeugen.<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3DN: Was sind die wichtigsten Ziele von FUGO 3D f\u00fcr die kommenden Jahre?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurzfristig konzentrieren wir uns darauf, unsere Technologie gemeinsam mit ersten Produktionspartnern in den praktischen Einsatz zu bringen. Nachdem wir das System im Februar auf der LMT Lab Day in Chicago vorgestellt haben, werden wir im Laufe dieses Jahres erste Beta-Systeme ausliefern. Dentallabore und Fertigungsunternehmen sollen damit die M\u00f6glichkeit erhalten, die Technologie direkt unter realen Produktionsbedingungen zu testen und zu bewerten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Dentalbereich hinaus sehen wir gro\u00dfes Potenzial in der H\u00f6rakustik, wo individuell gefertigte Ohrst\u00fccke \u00e4hnliche Anforderungen an Pr\u00e4zision und Produktionsgeschwindigkeit stellen. Auch in der Luft- und Raumfahrt sowie im Verteidigungssektor besteht gro\u00dfes Interesse an unserer F\u00e4higkeit, Werkzeuge, Vorrichtungen und Bauteile mit minimalem Arbeitsaufwand herzustellen. Hersteller von Medizinprodukten profitieren wiederum von der hohen Prozessstabilit\u00e4t und den umfangreichen Dokumentationsm\u00f6glichkeiten unserer Plattform. All diese Branchen bieten aus unserer Sicht erhebliches Wachstumspotenzial.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Parallel dazu arbeitet unser Entwicklungsteam kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Plattform. Wir verf\u00fcgen bereits \u00fcber mehrere Patente, weitere Patentanmeldungen befinden sich aktuell im Verfahren. Die Roadmap umfasst unter anderem gr\u00f6\u00dfere Bauvolumen, eine breitere Materialkompatibilit\u00e4t sowie erweiterte Funktionen f\u00fcr das Management mehrerer Systeme. Unser Ziel ist es, unsere technologische F\u00fchrungsposition weiter auszubauen und gleichzeitig die Produktion so zu skalieren, dass wir die steigende Nachfrage auf internationalen M\u00e4rkten bedienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3DN: M\u00f6chten Sie unseren Lesern zum Abschluss noch etwas mit auf den Weg geben?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die additive Fertigung verspricht schon seit langem, die Produktion zu revolutionieren, doch fragmentierte Arbeitsabl\u00e4ufe und arbeitsintensive Nachbearbeitung haben dieses Potenzial bisher eingeschr\u00e4nkt. Mit FUGO wollten wir genau dieses Problem l\u00f6sen: ein System entwickeln, das wirklich produktionsreife Bauteile in einem einzigen automatisierten Prozess herstellen kann. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website <a href=\"http:\/\/www.fugo3d.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.fugo3d.com<\/a> sowie auf <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/fugo-precision-3d\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LinkedIn.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was halten Sie von FUGO Precision 3D? Lassen Sie es uns in einem Kommentar unten oder auf unseren Seiten bei <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/4987104\/\">LinkedIn<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/3Dnatives\/\">Facebook<\/a> wissen! Vergessen Sie auch nicht, sich f\u00fcr unseren kostenlosen w\u00f6chentlichen <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/en\/3d-printing-newsletter\/\">Newsletter<\/a> anzumelden, um die neuesten Nachrichten zum 3D-Druck direkt in Ihren Posteingang zu erhalten. 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