{"id":30695,"date":"2021-07-21T00:01:38","date_gmt":"2021-07-20T22:01:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/?p=30695"},"modified":"2021-07-21T14:23:19","modified_gmt":"2021-07-21T12:23:19","slug":"3d-strickware-wie-der-3d-druck-die-modeindustrie-revolutioniert-210720211","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/3d-strickware-wie-der-3d-druck-die-modeindustrie-revolutioniert-210720211\/","title":{"rendered":"3D-Strickware: Wie der 3D-Druck die Modeindustrie revolutioniert"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Der 3D-Druck ist heutzutage \u00fcberall vertreten: In der Medizin, in der Luft- und Raumfahrt, im Design, im Bauwesen. Tagt\u00e4glich gibt es neue Nachrichten \u00fcber Durchbr\u00fcche, Innovationen oder Entwicklungen in der additiven Fertigungsindustrie. Doch in einer bestimmten Branche ist es immer noch recht ruhig, was die Neuigkeiten rund um den 3D-Druck angeht. Die Rede ist von der Modeindustrie. Es ist nicht zu leugnen, dass in den letzten Jahren erste Experimente und Fortschritte hinsichtlich <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/top-12-ranking-mode-3d-druck-150620171\/\">3D-gedruckter Kleidung<\/a> verzeichnet werden konnten. Wer diese allerdings etwas genauer mitverfolgt hat, wird schnell bemerken, dass es sich hierbei um High-Fashion-Produkte handelt, also um Kleidung, die f\u00fcr den roten Teppich und nicht f\u00fcr den Alltag, geschweige denn zum Verkauf, geschaffen wurde. Der Grund, weshalb sich die Kombination von <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/interview-julia-koerner-030720181\/#!\">3D-Druck und Kleidung<\/a> scheinbar so schwierig gestaltet, ist recht simpel: Die im 3D-Druck verwendeten Materialien, meist Kunststoff und Metall, sind nicht flexibel genug. Um diesem Problem entgegenzuwirken, haben sich einige Mode- und 3D-Enthusiasten in den letzten Jahren auf die Suche nach geeigneten M\u00f6glichkeiten gemacht und sich letztendlich auf eine L\u00f6sung konzentriert: <strong>3D-Strickware<\/strong>. Doch was genau ist unter 3D-Strickware zu verstehen? Wie unterscheidet sich deren Herstellungsweise zur additiven Fertigung und zur herk\u00f6mmlichen Textilproduktion? Wird 3D-Strickware k\u00fcnftig in Gesch\u00e4ften als Alltagsmode erh\u00e4ltlich sein? Wir sind dem Thema genauer auf den Grund gegangen und kl\u00e4ren im folgenden Artikel all diese Fragen mithilfe von verschiedenen Expertenmeinungen der Industrie.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Um das Prinzip von 3D-Strickware und deren Unterschiede sowie \u00c4hnlichkeiten zum <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/3d-technologies\/\">3D-Druck<\/a> zu verstehen, muss zuerst ein Blick auf die Definitionen geworfen werden. Gihan Amarasiriwardena, Mitbegr\u00fcnder und CEO von Ministry of Supply, definiert den 3D-Druck wie folgt: \u201e<em>Beim 3D-Druck werden geformte Produkte (wie z. B. Kunststoffe) hergestellt, indem eine Materialschicht (oft Kunststoff oder Synthetik) nach einem vorgegebenen digitalen Entwurf \u2018gedruckt&#8216; wird.<\/em>\u201c Rosanne van der Meer, Designerin und Gr\u00fcnderin von New Industrial Order, ist bei der Definition eher vage: \u201e<em>3D-Druck ist die <\/em><span class=\"s1\"><em>Herstellung einer dreidimensionalen Form auf der Basis eines Filaments, das von einer Maschine geformt wird<\/em>.\u201c Tats\u00e4chlich ist das, was den 3D-Druck ausmacht, dass eine <strong>computergesteuerte Maschine<\/strong> ein <strong>dreidimensionales Objekt<\/strong> erstellt, in dem es <strong>Schicht f\u00fcr Schicht<\/strong> aufgebaut wird. Nun bleibt die Frage offen, ob 3D-Strickwaren nach demselben Prinzip hergestellt werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_30887\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30887\" class=\"wp-image-30887 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck.jpg 700w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-600x343.jpg 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-160x91.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-30887\" class=\"wp-caption-text\">Beim 3D-Druck wird das Objekt Schicht f\u00fcr Schicht additiv gefertigt.<\/p><\/div>\n<h3 class=\"p4\" style=\"text-align: justify;\">Herstellung von 3D-Strickware<\/h3>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">In der Tat gestaltet sich der Herstellungsprozess von 3D-Strickware sehr \u00e4hnlich zu anderen 3D-Objekten. Die ersten und auch entscheidenden Schritte geschehen am Computer: <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/kostenlose-cad-software-150420211\/\"><strong>CAD Software<\/strong><\/a> wird benutzt, um das Design zu erstellen und um letztendlich eine Programmiersprache zu erhalten. Die digitalen Codes werden dann an die Maschine weitergeleitet, welche anhand dessen automatisch den Herstellungsprozess starten kann. Der Hauptunterschied zu der additiven Fertigung ist hierbei, dass es sich bei der Maschine nicht um einen 3D-Drucker handelt, der Filament oder Pulver durch Extruder verarbeitet, sondern um eine Strickmaschine, die in einem einzigen Durchgang ein <strong>dreidimensionales Kleidungsst\u00fcck<\/strong> produzieren kann, indem es <strong>Faden f\u00fcr Faden<\/strong> vereint. Folglich ist festzuhalten, dass das Prinzip durchaus das Selbe ist, da es auf Software basiert und additiv gefertigt wird, das Material jedoch einen gro\u00dfen Unterschied zwischen den beiden Methoden kreiert.<\/p><div class=\"dnati-inside-article\" id=\"dnati-1418575404\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/app.swapcard.com\/event\/additiv-defense-2026\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"LB (4)\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/04\/LB-4.gif\" alt=\"\"  width=\"850\" height=\"150\"   \/><\/a><\/div>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass sich Experten der Industrie einig sind, wenn sie sagen, dass 3D-Strickware nicht durch den 3D-Druck gefertigt wird, sondern dass das <strong>3D-Stricken eine eigene Technologie<\/strong> darstellt, welche stark von dem 3D-Druck inspiriert ist. Gerard Rubio, Mitbegr\u00fcnder und CEO von Kniterate &#8211; einem Unternehmen, das seine digitale 3D-Strickmaschine verkauft &#8211; f\u00fcgt \u00fcber seine Maschine und \u00fcber die Verwendung des Wortes 3D im Zusammenhang mit der Produktionsweise folgendes hinzu: \u201e<em>Mit diesen Maschinen kann man 3D-Stricken. Aber diese Maschinen sind nicht unbedingt 3D-Strickmaschinen.<\/em>\u201c Das liegt daran, dass sich auch flache, einschichtige Kleidungsst\u00fccke, wie Schals, mit der Kniterate-Maschine drucken lassen, wodurch der Faktor der additiven Fertigung eliminiert wird. Rosanne van der Meer f\u00fcgt hinzu, dass sie bewusst den Begriff &#8218;3D-gedruckte Strickware\u2018 f\u00fcr ihre Produkte verwendet, um den Unterschied zwischen 3D-Strickware und herk\u00f6mmlich produzierter Strickware durch die Anwendung von technischen Innovationen deutlich zu machen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/HVqF2NLxpQI\" width=\"700\" height=\"400\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/p>\n<h3 class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Unterschiede und Vorteile zur herk\u00f6mmlichen Textilproduktion<\/h3>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Nachdem nun die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von 3D-Strickware und 3D-Druck gekl\u00e4rt wurden, bleibt die Frage offen, ob und, wenn ja, warum 3D-Strickware traditionell gefertigter Kleidung bevorzugt werden sollte. Um darauf eine vern\u00fcnftige Antwort bereitstellen zu k\u00f6nnen, muss zuerst die herk\u00f6mmliche Textilproduktion genauer unter die Lupe genommen werden.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Diese stellt nach wie vor ein heikles Thema dar, wobei nur die wenigsten Unternehmen ihre Wertsch\u00f6pfungsketten und Produktionsmethoden transparent halten. Problematisch sind hierbei nicht nur offensichtliche Angelegenheiten, wie <strong>Kinderarbeit zum Niedriglohn<\/strong> und <strong>unzureichende Schutzma\u00dfnahmen<\/strong> in Billigproduktionsl\u00e4ndern, sondern auch der unglaublich gro\u00dfe <strong>negative Einfluss auf die Umwelt<\/strong>. Dieser beginnt bereits bei dem Anbau der Baumwolle, wobei sowohl der Einsatz von Pestiziden, sowie eine enorme <strong>Wasserverschwendung<\/strong> verzeichnet wird. Nach dem Abbau des Materials wird dieses verschifft, um in einem anderen Land zu Garn und letztendlich zu Stoff verarbeitet zu werden. Der gewebte Stoff wird anschlie\u00dfend wieder versendet, um in einer anderen Fabrik gebleicht oder gef\u00e4rbt zu werden. Die dabei verwendeten sch\u00e4dlichen Mittel gelangen meist ins Abwasser, was wiederum zur Verschmutzung unser Fl\u00fcsse und Ozeane f\u00fchrt. Gen\u00e4ht, gestrickt und fertiggestellt wird das Kleidungsst\u00fcck letztendlich erneut in einer anderen Niederlassung, wobei bei dem Herstellungsprozess eine gro\u00dfe Menge an <strong>Material verschwendet<\/strong> wird. Danach werden die fertigen Produkte in die verschiedenen Filialen auf der ganzen Welt versandt. Die unfassbar <strong>langen Transportwege<\/strong>, welche die Co2-Ausst\u00f6\u00dfe nochmals erheblich steigern, schlie\u00dfen also die m\u00f6glichen Nachteile von herk\u00f6mmlich produzierter Kleidung ab. Obwohl es selbstverst\u00e4ndlich auch kleinere Hersteller, die auf nachhaltige, faire und regionale Produktion achten, gibt, beherrschen gro\u00dfe Modeketten, die auf solche Produktionswege zur\u00fcckgreifen, nach wie vor den Kleidungsmarkt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_30888\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30888\" class=\"size-full wp-image-30888\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-1.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-1.jpg 700w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-1-600x343.jpg 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-1-160x91.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-30888\" class=\"wp-caption-text\">Bei der herk\u00f6mmlichen Textilproduktion von gro\u00dfen Modeketten gibt es viele Probleme. Dazu z\u00e4hlt unter anderem die Ausbeutung von Arbeitern in Niedriglohnl\u00e4ndern sowie der negative Einfluss auf die Umwelt.<\/p><\/div>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Dieses Problem liegt den CEOs Gerard Rubio, Gihan Amarasiriwardena und Rosanne van der Meer besonders am Herzen, weshalb sie alle bei der Entwicklung ihrer Unternehmen und bei der Herstellung ihrer Produkte auf <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/umwelt-3ddruck-21012016\/\">Nachhaltigkeit<\/a> achten. Das Bewusstsein beginnt bereits bei der <strong>Materialbeschaffung<\/strong>: W\u00e4hrend mehr als die H\u00e4lfte unserer Kleidungsst\u00fccke aus Chemiefasern bestehen, wozu haupts\u00e4chlich Polyester, aber auch Nylon, Elastan und Acryl z\u00e4hlen, welche aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden und deshalb einen negativen Umwelteinfluss mit sich bringen, verwendet New Industrial Order Merinowolle f\u00fcr die Produktion ihrer Kleidung. Diese wird nachhaltig gewonnen und hat als Naturfaser im Allgemeinen einen kleineren Fu\u00dfabdruck als synthetische Fasern.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem f\u00fcgt Rosanne van der Meer hinzu, dass Sie auf <strong>qualitativ hochwertiges Garn<\/strong> setzt, um die bestm\u00f6glichen Ergebnisse zu erzielen und, um nicht in Gefahr zu laufen, dass der Faden inmitten des Strickprozesses rei\u00dft und so die Produktion neu gestartet werden muss. Eine Besonderheit hierbei: Selbst wenn der Faden rei\u00dfen w\u00fcrde, k\u00f6nnte das halb fertige Strickteil wiederverwertet werden. Denn die Strickware ist so konzipiert, dass sie wieder getrennt werden k\u00f6nnte. Das hei\u00dft, dass das <strong>verwendete Material wiedergewonnen<\/strong> werden kann &#8211; ein weiterer Nachhaltigkeitsfaktor. Was das Material betrifft, so k\u00f6nnen bei 3D-Strickwaren hohe Einsparungen verzeichnet werden, da die Maschinen die Kleidungsst\u00fccke additiv &#8211; was au\u00dferdem zahlreiche Produktionsschritte eliminiert und dadurch viel Zeit und Kosten einspart &#8211; in nur einem Durchgang produzieren und dadurch nur die F\u00e4den, die auch ben\u00f6tigt werden, verbraucht werden. Gihan Amarasiriwardena best\u00e4tigt diese Aussage und gibt an: \u201e<em>Bei 3D-gedruckter Strickware wird nur der ben\u00f6tigte Stoff verwendet. Dadurch entstehen <strong>ca. 30 % weniger Materialabfall.<\/strong><\/em>\u201c Auch bei Kniterate spielt Nachhaltigkeit eine Rolle. Gerard Rubio setzt bei der Materialbeschaffung auf Pflanzen-basierte Garne, welche recycelt werden k\u00f6nnen. Die Idee dahinter ist, dass Kleidungsst\u00fccke, die nicht mehr gewollt werden, vern\u00fcnftig entsorgt werden k\u00f6nnen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_30890\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30890\" class=\"wp-image-30890 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-2.jpg\" alt=\"3D-Strickware\" width=\"700\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-2.jpg 700w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-2-600x343.jpg 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-3D-Druck-2-160x91.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-30890\" class=\"wp-caption-text\">Das Material spielt eine gro\u00dfe Rolle bei der Herstellung von 3D-Strickware. (Bildnachweis: Kniterate)<\/p><\/div>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Da es sich bei 3D-Strickware um <strong>On-Demand-Produktion<\/strong> handelt, k\u00f6nnen auch Probleme wie \u00dcberproduktion und Lagerabf\u00e4lle vermieden werden. Gro\u00dfen Modeketten w\u00e4re es allein aufgrund der langen Lieferketten nicht m\u00f6glich, flexibel und schnell auf den Markt zu reagieren, wodurch \u00dcberproduktion und \u00dcberbevorratung entsteht. Dies ist fatal in der heutigen Fast-Fashion-Industrie, in der fast w\u00f6chentlich neue Kollektionen und Waren in die Gesch\u00e4fte kommen. Denn wohin sollen die \u201ealten\u201c Kleidungsst\u00fccke, die keinen Abnehmer finden? Diese makellosen, ressourcen- und energieintensiven hergestellten Textilien landen meist im M\u00fcll oder werden teilweise verbrannt. On-Demand-Produktion, die vor Ort stattfindet, k\u00f6nnte hier die L\u00f6sung sein. Nicht nur werden dadurch <strong>Transportkosten und Emissionen eingespart<\/strong>, sondern es wird praktisch<strong> kein Abfall produziert<\/strong>.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Dies geht Hand in Hand mit der Devise von Rosanne van der Meer: \u201e<em>Der Anfangspunkt zu einer besseren Klimabilanz in der Modeindustrie ist weniger Konsum. Wenn man zeitlose Kleidung besitzt, die einem richtig gut passt, wird man auch weniger konsumieren.<\/em>\u201c Durch die 3D-Technologien ist es n\u00e4mlich au\u00dferdem m\u00f6glich, die <strong>3D-Strickware zu personalisieren<\/strong>. Da die Designs digital erstellt werden und jeder Nadelstich einem Pixel gleichzusetzen ist, k\u00f6nnen Muster leicht modifiziert und auf Kundenw\u00fcnsche angepasst werden, was viele Freiheiten einr\u00e4umt. Ein spezielles Programm von dem Start-up Shavatar verhalf New Industrial Order au\u00dferdem dabei, die Passgenauigkeit ihrer 3D-Strickware ohne <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/3D-compare\/scanner\">3D-Scanner<\/a> zu verbessern &#8211; ein essentieller Aspekt, wenn es zum Kleiderkauf kommt.\u00a0Mithilfe des Open-Source-Systems und der Strickmaschine von Kniterate stehen Anwendern offensichtlich auch alle Kreationen und Personalisierungen offen. Nicht zuletzt werden auch die typischen Probleme wie die Ausbeutung von Arbeitern durch die hauseigenen, regionalen Produktionen eliminiert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"vimeo-player\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/186317831\" width=\"700\" height=\"400\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/p>\n<h3 class=\"p1\"><b>Herausforderungen 3D-gedruckter Kleidung und Zukunftsprognosen<\/b><\/h3>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Nach der Erl\u00e4uterung der zahlreichen Vorteile, die 3D-Strickware bietet, bleibt nun die Frage offen, warum sie noch nicht vermehrt in Gesch\u00e4ften zu erhalten ist. Wo liegen die aktuellen Herausforderungen und welche Verbesserungen m\u00fcssen eventuell noch vorgenommen werden? Wird 3D-gedruckte Kleidung und vor allem 3D-Strickware die Zukunft der Modeindustrie sein?<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">In der Tat stellen sich der additiven Fertigung von Kleidung einige Herausforderungen in den Weg. Wie bereits erw\u00e4hnt, ist das <strong>Material<\/strong> wohl das <strong>gr\u00f6\u00dfte Hindernis<\/strong> &#8211; weshalb auf 3D-Strickware zur\u00fcckgegriffen wird. Wenn ein genauerer Blick auf bisherige Projekte mit 3D-gedruckter Kleidung geworfen wird, beispielsweise auf Produkte der Fashion Designerin Danit Peleg, dann wird schnell erkannt, dass die M\u00f6glichkeiten eingeschr\u00e4nkt sind: Die mit einem 3D-Drucker kompatible Materialien sind meist <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/3d-druck-materialien-kunststoffe\/\">Kunststoffe<\/a> wie ABS, PLA oder das aktuell sehr beliebte und sehr flexible TPU. Obwohl mit letzterem dehnbare, bewegliche 3D-Objekte hergestellt werden k\u00f6nnen, ist es nicht ansatzweise mit der weichen, angenehmen Struktur von Stoff vergleichbar. Auch wenn nun argumentiert werden k\u00f6nnte, dass der Gro\u00dfteil herk\u00f6mmlich produzierter Kleidung auch aus synthetischen Polymeren, also Kunststoff, besteht, so liegt das <strong>Problem bei der Beschaffenheit<\/strong>. Es macht einen gro\u00dfen Unterschied, in welcher Form das Material vorliegt: Fasern und F\u00e4den haben einen filigranen, elastischen und flie\u00dfenden Zustand, wohingegen Filament einen im Vergleich dicken, harten und starren Zustand besitzt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_30852\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30852\" class=\"wp-image-30852 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-Danit-Peleg.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-Danit-Peleg.jpg 700w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-Danit-Peleg-600x343.jpg 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/FS-Danit-Peleg-160x91.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-30852\" class=\"wp-caption-text\">3D-gedruckte Kleidung unterscheidet sich in der Beschaffenheit zu herk\u00f6mmlich produzierter Ware. (Bildnachweis: Danit Peleg)<\/p><\/div>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Des Weiteren k\u00f6nnen die meisten <strong>3D-Drucker nicht fein genug produzieren<\/strong>. Im Gegensatz zum 3D-Stricken, wobei die beweglichen F\u00e4den von vielen kleinen Nadeln verarbeitet werden, k\u00f6nnen die Extruder eines 3D-Druckers nichts Vergleichbares produzieren. Die Struktur und Textur 3D-gedruckter Kleidung ist schwer und l\u00f6chrig und die Oberfl\u00e4chenbeschaffenheit wahrscheinlich recht kalt und unangenehm. Gerard Rubio stimmt der Aussage zu: \u201e<em>Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Materialien noch nicht entwickelt genug. Ich glaube jedoch fest daran, dass 3D-gedruckte Kleidung die Zukunft sein wird.<\/em>\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Hinsichtlich 3D-Strickware wird auf andere Probleme gesto\u00dfen. Rosanne van der Meer betonte hierbei besonders die Schwierigkeit, die <strong>digitalen Codes<\/strong> f\u00fcr die Strickmaschine zu erstellen. Deshalb setzt sie auf umfangreiche Datenbanken, passende Sachb\u00fccher und ein Open-Source System. Letzteres soll das Ziel von New Industrial Order unterst\u00fctzen, einen Workflow zu erschaffen, der die Codes f\u00fcr 3D-Strickware zug\u00e4nglich f\u00fcr all diejenigen macht, die Interesse zeigen. Dieser Meinung schlie\u00dft sich Gerard Rubio an. Auch er beschreibt die<strong> Entwicklung der richtigen Parameter<\/strong> als gro\u00dfe Herausforderung. Der Weg von dem Prototypen bis zu der letztendlichen, kommerzialisierbaren Kniterate-Maschine, welche sehr komplex ist, war laut ihm lang und schwierig. Bezogen auf die Zukunft, sieht Rosanne van der Meer diesbez\u00fcglich jedoch kein Problem: \u201e<em>Die Technologie ist bereits etabliert und funktionsbereit, aber das aktuelle System funktioniert v\u00f6llig anders<\/em>.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_30869\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30869\" class=\"wp-image-30869 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-5.png\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-5.png 700w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-5-600x343.png 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/Design-ohne-Titel-5-160x91.png 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-30869\" class=\"wp-caption-text\">Der gr\u00f6\u00dfte Unterschied zwischen 3D-gedruckten Objekten und 3D-Strickware ist das Material. Es l\u00e4sst sich leicht erkennen, dass mit F\u00e4den viel feinere Strukturen erstellt werden k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Das liegt daran, dass die On-Demand-Produktion, welche das Prinzip von den meisten aktuellen 3D-Strickwaren-Herstellern ist, dem Markt-Flow komplett widerstrebt. Der derzeitige Fashionmarkt basiert auf Massenproduktion und Massenkonsum. Seit langer Zeit vorhandene und etablierte Systeme zu ver\u00e4ndern und Gewohnheiten zu durchbrechen, gestaltet sich \u00e4u\u00dfert schwierig, weshalb nachhaltigeren Unternehmen, welche sich auf On-Demand-Produktion und Individualisierung spezialisieren, eine <strong>gro\u00dfe H\u00fcrde bei dem Markteintritt<\/strong> bevorsteht. Auch hinsichtlich der Produktionskosten kann 3D-Strickware aufgrund der geringen Markt-Kompatibilit\u00e4t nicht mit herk\u00f6mmlicher Kleidung konkurrieren. Deshalb befinden sich die aktuellen Produkte von New Industrial Order und Ministry of Supply <strong>preislich noch eher im Luxus-Segment<\/strong>, im Rahmen dessen Abnehmer bereit und in der Lage sind, viel f\u00fcr Personalisierung, Nachhaltigkeit und Qualit\u00e4t auszugeben.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\">Die Experten sind jedoch zuversichtlich, dass der 3D-Druck zuk\u00fcnftig eine gr\u00f6\u00dfere Rolle im Modebereich spielen wird und glauben fest daran, dass neuartige Technologien diesen revolutionieren werden. Rosanne van der Meer fasst zusammen: \u201e<em>Ver\u00e4nderungen in der Textilindustrie finden nur langsam statt. Ja: In der Zukunft werden wir mehr additiv gefertigte Kleidung vorfinden, aber wie weit dieser Fortschritt in der Zukunft liegt, kann nicht gesagt werden.<\/em>\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_30755\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30755\" class=\"wp-image-30755 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/3D-Strickware-3.jpg\" alt=\"3D-Strickware\" width=\"700\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/3D-Strickware-3.jpg 700w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/3D-Strickware-3-600x343.jpg 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/07\/3D-Strickware-3-160x91.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-30755\" class=\"wp-caption-text\">Ministry of Supply bietet unter anderem 3D-gedruckte Blazer und Masken. (Bildnachweis: Ministry of Supply)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen Sie uns zu diesem Thema gerne einen Kommentar da oder teilen Sie es uns auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/3Dnativesde\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/3Dnatives_DE\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/groups\/13502336\/\">LinkedIN<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.xing.com\/communities\/groups\/3d-druck-und-additive-fertigung-94e8-1091770\/posts\">Xing<\/a>\u00a0mit. M\u00f6chten Sie au\u00dferdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? 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