{"id":29889,"date":"2021-06-14T00:01:57","date_gmt":"2021-06-13T22:01:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/?p=29889"},"modified":"2021-06-14T12:03:53","modified_gmt":"2021-06-14T10:03:53","slug":"kumovis-additive-fertigung-medizin-140620211","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/kumovis-additive-fertigung-medizin-140620211\/","title":{"rendered":"Kumovis erm\u00f6glicht dezentrale Fertigung medizinischer Kunststoffprodukte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wer unsere Nachrichten schon seit l\u00e4ngerer Zeit verfolgt, wird bestimmt mit dem Start-up Kumovis vertraut sein. Denn 2018, ein Jahr nach seiner Gr\u00fcndung, z\u00e4hlte Kumovis bereits zu den <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/formnext-startup-challenge-2018\/\">Gewinnern der Formnext Startup Challenge<\/a>. Ein Jahr sp\u00e4ter konnte das junge Unternehmen dann seinen ersten eigenen 3D-Drucker, den <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/der-kumovis-r1-deutsches-start-up-entwickelt-3d-drucker-speziell-fuer-industrie-und-medizin-260820191\/\">Kumovis R1<\/a>, vorstellen, der speziell f\u00fcr industrielle und medizinische Anwendungen entwickelt wurde. Doch, was genau zeichnet das M\u00fcnchner Unternehmen aus? Welche Mission m\u00f6chte es erf\u00fcllen? Und welche Herausforderungen mussten \u00fcberwunden werden? Wir haben mit Miriam Haerst, Co-CEO von Kumovis, gesprochen, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>K\u00f6nnen Sie sich selbst und Ihre Verbindung zum 3D-Druck kurz vorstellen?<\/b><\/h3>\n<div id=\"attachment_29890\" style=\"width: 234px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-29890\" class=\"wp-image-29890\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/1-miriam-haerst-co-ceo-and-co-founder-c-kumovis.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/1-miriam-haerst-co-ceo-and-co-founder-c-kumovis.jpg 1000w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/1-miriam-haerst-co-ceo-and-co-founder-c-kumovis-600x600.jpg 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/1-miriam-haerst-co-ceo-and-co-founder-c-kumovis-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/1-miriam-haerst-co-ceo-and-co-founder-c-kumovis-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/1-miriam-haerst-co-ceo-and-co-founder-c-kumovis-160x160.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><p id=\"caption-attachment-29890\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Miriam Haerst, Co-CEO und Mitgr\u00fcnderin, Kumovis GmbH (Bildnachweis: Kumovis)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Ich hei\u00dfe Miriam Haerst und bin Co-CEO der Kumovis GmbH. Bei einem Praktikum w\u00e4hrend des Studiums bin ich zum ersten Mal mit 3D-Druck in Ber\u00fchrung gekommen. Das war im Bereich der Entwicklung patientenspezifischer H\u00f6rger\u00e4te. Nach meiner Promotion in der Kunststoffverarbeitung f\u00fcr die Medizintechnik reifte dann die Idee, Kumovis mitzugr\u00fcnden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">3D-Druck ist f\u00fcr das Gesundheitswesen eine Schl\u00fcsseltechnologie, die erm\u00f6glicht, Patientinnen und Patienten bestm\u00f6glich und individuell zu versorgen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat sich Kumovis auf die Entwicklung branchenspezifischer 3D-Druckl\u00f6sungen f\u00fcr die Medizin spezialisiert. Seitdem der firmeneigene 3D-Drucker namens Kumovis R1 auf dem Markt ist, unterst\u00fctzt Kumovis Medizintechnik-Unternehmen und Krankenh\u00e4user, Medizinprodukte k\u00fcnftig so zu fertigen, dass diese ihnen selbst sowie Patientinnen und Patienten bedeutende Mehrwerte bringen.<\/span><\/p><div class=\"dnati-inside-article\" id=\"dnati-1138274165\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/app.swapcard.com\/event\/additiv-defense-2026\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"LB (4)\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/04\/LB-4.gif\" alt=\"\"  width=\"850\" height=\"150\"   \/><\/a><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Kumovis wurde 2017 als Start-up gegr\u00fcndet. Wie ist die Idee dazu entstanden?\u00a0<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wir Gr\u00fcndungsmitglieder von Kumovis haben uns an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen kennengelernt. Zur Gr\u00fcndungszeit gab es keinen 3D-Drucker, der zum Beispiel erm\u00f6glichte, ein Sch\u00e4delimplantat aus Hochleistungskunststoffen additiv so zu fertigen, dass es branchen\u00fcblichen Belastungstests standh\u00e4lt. Daher nahm ich zusammen mit vier Kollegen die Entwicklung einer solchen Maschine selbst in die Hand. Mit derartigen Herausforderungen als Entwicklungstreiber gelang es Kumovis, zwei Jahre nach Firmengr\u00fcndung den weltweit ersten 3D-Drucker mit integriertem Reinraum in den Medizintechnik-Markt einzuf\u00fchren. Der Grundstein f\u00fcr die dezentrale Herstellung medizinischer Produkte war gelegt \u2013 in Form des Kumovis R1.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Sie konzentrieren sich auf den 3D-Druck im medizinischen Bereich. Was gilt es hierbei besonders zu beachten?<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die Medizinprodukte, die die Nutzerinnen und Nutzer des Kumovis R1 derzeit in Kooperation mit uns entwickeln, kommen meist in engen Kontakt mit dem menschlichen K\u00f6rper. Von patientenindividuellen Sch\u00e4delimplantaten, \u00fcber Wirbels\u00e4ulenimplantate bis hin zu Bohr- und S\u00e4geschablonen f\u00fcr komplizierte chirurgische Eingriffe reichen derzeit die Applikationen. Vor allem mit Blick auf den 3D-Druck im Krankenhaus spielen Aspekte wie Biokompatibilit\u00e4t, Dokumentation \u2013 von der Wahl des Werkstoffs bis zum Prozess \u2013 und Qualit\u00e4tsmanagement eine \u00fcbergeordnete Rolle.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Au\u00dferdem sind Unsicherheiten im regulatorischen Bereich ein Thema, wenn es um innovative Medizinprodukte und deren Fertigung geht. Die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR), die seit dem 26. Mai 2021 gilt, hat schon in den vergangenen Jahren mit Blick auf das Inverkehrbringen medizinischer Produkte f\u00fcr Trubel in der Branche gesorgt. Die FDA in den USA hingegen hat bereits f\u00fcr etwas mehr Klarheit bez\u00fcglich additiv gefertigter Medizinprodukte gesorgt. Um hier m\u00f6glichst ressourceneffizient Innovationen voranzutreiben, ist mehr als ein branchenspezifischer 3D-Drucker notwendig. Deshalb unterst\u00fctzen wir unsere Kundinnen und Kunden auch dar\u00fcber hinaus, mit einem ganzheitlichen Ansatz: Dieser verl\u00e4uft bei Bedarf von Designoptimierungen \u00fcber Werkstoffauswahl und Prozessqualifizierung bis hin zu regulatorischen Aspekten.\u00a0<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Im Jahr 2019 konnten Sie Ihren ersten 3D-Drucker, den R1, auf den Markt bringen. Welche Produktmerkmale zeichnen diesen aus?\u00a0<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/der-kumovis-r1-deutsches-start-up-entwickelt-3d-drucker-speziell-fuer-industrie-und-medizin-260820191\/\">Kumovis R1<\/a> ist ein offenes Filament-System, das auf dem Fused-Layer-Manufacturing-Verfahren basiert. Damit lassen sich mehr als acht Hochleistungskunststoffe unterschiedlicher Hersteller f\u00fcr medizinische Anwendungen verarbeiten. Kumovis erm\u00f6glicht so den 3D-Druck medizinischer Produkte mit Werkstoffen wie PEEK, PEKK oder PPSU, ohne auf die bekannten mechanischen Eigenschaften aus konventioneller Fertigung \u2013 zum Beispiel dem Spritzgie\u00dfen \u2013 verzichten zu m\u00fcssen.\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_29896\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-29896\" class=\"wp-image-29896 size-full\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/Design-ohne-Titel-4.png\" alt=\"kumovis\" width=\"700\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/Design-ohne-Titel-4.png 700w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/Design-ohne-Titel-4-600x343.png 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/06\/Design-ohne-Titel-4-160x91.png 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-29896\" class=\"wp-caption-text\">Medizinischer 3D-Drucker Kumovis R1 (Bildnachweis: Kumovis)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Der 3D-Drucker ist mit einem Luftstrom ausgestattet, der erm\u00f6glicht, den Bauraum homogen auf bis zu 250 Grad Celsius zu erhitzen. Nur so lassen sich die eben schon erw\u00e4hnten mechanischen Eigenschaften des sp\u00e4teren Medizinprodukts im 3D-Druck erreichen. Zus\u00e4tzlich kann mit einem lokalen Temperaturmanagement die Verschmelzung der Schichten individuell beeinflusst werden. Dies ist unter anderem n\u00f6tig, um St\u00fctzstrukturen vom Bauteil leichter entfernen zu k\u00f6nnen, was wiederum Nachbearbeitungszeit spart.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Kumovis R1 ist der einzige FLM-3D-Drucker mit integriertem Reinraum und speziell f\u00fcr die Medizintechnik entwickelt. Konkret hei\u00dft das, dass das eingebaute Filtersystem im Bauraum des Kumovis R1 eine Reinraumumgebung schafft. Kontamination w\u00e4hrend des 3D-Drucks l\u00e4sst sich damit vermeiden \u2013 ideale Bedingungen f\u00fcr eine Anwendung am Point of Care. Dar\u00fcber hinaus ist der 3D-Drucker nicht zuletzt aufgrund seiner Bauweise f\u00fcr die Produktion in bestehenden Reinr\u00e4umen geeignet.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Warum haben Sie sich entschieden, bei der additiven Fertigung auf Hochleistungspolymere wie PEEK, PPSU oder PLLA zur\u00fcckzugreifen? Welche Vor- und Nachteile bringen diese Werkstoffe?<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die Studienrichtungen des Gr\u00fcndungsteams, unter anderen Kunststoff- und Medizintechnik, spielten zun\u00e4chst eine Rolle. Dass <a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/material-peek-ultem-170120191\/\">Hochleistungspolymere<\/a> wie PEEK in der Medizin seit langem etabliert sind, war ein weiterer Grund f\u00fcr die Entscheidung. Doch was den Ausschlag gab, waren mitunter die Vorteile dieser Werkstoffe gegen\u00fcber Metallen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Dies sind beispielsweise die mechanischen Eigenschaften diverser Polymere. Sie sind dem menschlichen Knochen \u00e4hnlicher. Mit Blick auf ihre Radioluzenz bieten Kunststoffe Vorteile in der Bildgebung. Und nicht zuletzt ist das Allergierisiko geringer, was Zweitoperationen vorbeugt. Neben diesen Eigenschaften spielt nat\u00fcrlich die Wirtschaftlichkeit eine Rolle: Durch den Einsatz unserer Technologie und des Werkstoffs PPSU l\u00e4sst sich der Return on Invest um bis zu 20 Prozent erh\u00f6hen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wenn es um die osseointegrativen Eigenschaften eines Implantats geht, also dessen Potential, Knochen einwachsen zu lassen und so Stabilit\u00e4t und N\u00e4hrstofftransport zu verbessern, ist Titan derzeit noch der Werkstoff der Wahl. Doch auch dahingehend arbeitet Kumovis an L\u00f6sungen. Die ersten Entwicklungen mit Blick auf die <\/span><a href=\"https:\/\/kumovis.com\/de\/erste-eindruecke-von-kumovis-improved-implant-interface\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-weight: 400;\">Oberfl\u00e4chenfunktionalisierung medizinischer Kunststoffprodukte<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> sind vielversprechend.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Yk8Q1tKPGvs\" width=\"700\" height=\"400\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Was m\u00f6chten Sie unseren Lesern au\u00dferdem mitteilen?<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die additive Fertigung ist l\u00e4ngst \u00fcber die Produktion anatomischer Modelle und chirurgischer Instrumente hinausgewachsen. Ob in der Industrie oder dem Krankenhaus, personalisierte und funktionalisierte Implantate aus PEEK und anderen Kunststoffen kommen in Zukunft aus dem 3D-Drucker. Dezentral und ressourcenschonend.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><em>*Titelbildnachweis: Bayern Innovativ | Kumovis<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr Informationen zu Kumovis erhalten Sie auf der <a href=\"https:\/\/kumovis.com\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">offiziellen Webseite<\/a>. Lassen Sie uns zu diesem Thema gerne einen Kommentar da, oder teilen Sie uns Ihre Meinung auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/3Dnativesde\/\">Facebook,<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/3Dnatives_DE\">Twitter<\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/groups\/13502336\/\">LinkedIN<\/a>\u00a0oder\u00a0<a href=\"https:\/\/www.xing.com\/communities\/groups\/3d-druck-und-additive-fertigung-94e8-1091770\/posts\">Xing<\/a>\u00a0mit. 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