{"id":22188,"date":"2019-12-23T00:01:31","date_gmt":"2019-12-22T23:01:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/?p=22188"},"modified":"2019-12-18T16:04:16","modified_gmt":"2019-12-18T15:04:16","slug":"3d-druck-bei-der-bundeswehr-ein-interview-231220191","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/3d-druck-bei-der-bundeswehr-ein-interview-231220191\/","title":{"rendered":"3D-Druck bei der Bundeswehr: Ein Interview"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In immer mehr Branchen kommt die additive Fertigung zum Einsatz. So auch im Milit\u00e4rbereich, wie beispielsweise bei der deutschen Bundeswehr. Doch wo genau findet die 3D-Technologie in diesem Sektor Anwendung? Dazu sprachen wir mit <strong>Markus Rebhan<\/strong>, dem Leiter der Informationstechnik im Wehrwissenschaftlichen Institut f\u00fcr Werk- und Betriebsstoffe in Erding, der aktuell das Gesch\u00e4ftsfeld \u201eAdditive Fertigung und Informationstechnik\u201c leitet. Erfahren Sie mehr in diesem Interview zum Einsatz der additiven Fertigung bei der Bundeswehr!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">3DN: K\u00f6nnten Sie sich und Ihre Verbindung zur Additiven Fertigung kurz vorstellen?<\/h3>\n<div id=\"attachment_22192\" style=\"width: 282px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22192\" class=\"wp-image-22192 \" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/bundeswehr1.jpg\" alt=\"\" width=\"272\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/bundeswehr1.jpg 300w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/bundeswehr1-160x213.jpg 160w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/bundeswehr1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 272px) 100vw, 272px\" \/><p id=\"caption-attachment-22192\" class=\"wp-caption-text\">Markus Rebhan<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Name ist Markus Rebhan, ich bin 38 Jahre alt und arbeite seit 19 Jahren f\u00fcr die Bundeswehr. Nach meiner Ausbildung zum IT-Administrator habe ich Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften und Informatik Studiert. Seit 2013 bin ich der Leiter der Informationstechnik im Wehrwissenschaftlichen Institut f\u00fcr Werk- und Betriebsstoffe in Erding. Aktuell f\u00fchre ich kommissarisch das 2018 neu aufgestellte Gesch\u00e4ftsfeld \u201eAdditive Fertigung und Informationstechnik\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein pers\u00f6nlicher Kontakt zu additiven Fertigungsverfahren begann vor ca. 10 Jahren zun\u00e4chst durch privates Interesse an der neuen Technologie. Das hat indirekt auch dazu gef\u00fchrt, dass wir im Institut die ersten 3D-Drucker beschafft haben. Seitdem bin ich mit der Untersuchung und Anwendung Additiver Fertigungsverfahren sowie deren Werkstoffe besch\u00e4ftigt. Weiterhin \u00fcbernehme ich Aufgaben wie Konstruktion, 3D-Scanning und Reverse Engineering von Bauteilen f\u00fcr den 3D-Druck.<\/p><div class=\"dnati-inside-article\" id=\"dnati-1120048360\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/app.swapcard.com\/event\/additiv-defense-2026\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"LB (4)\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/04\/LB-4.gif\" alt=\"\"  width=\"850\" height=\"150\"   \/><\/a><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">3DN: Wann und aus welchem Grund begann die Bundeswehr mit der Additiven Fertigung zu arbeiten?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das WIWeB ist das Kompetenzzentrum der Bundeswehr f\u00fcr Werkstoffe und Bauweisen und untersucht daher bereits seit Jahrzehnten additive Verfahren. Der Schwerpunkt lag in der Vergangenheit zun\u00e4chst auf Verfahren zur Instandsetzung und zur Fertigung von Hochleistungsbauteilen. Durch die starke Weiterentwicklung additiver Fertigungsverfahren sind die Arbeiten in den letzten 10 Jahren deutlich intensiviert worden. 2017 wurde dann das 3D-Druckzentrum der Bundeswehr im WIWeB in Erding er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Additive Fertigung ist eine wichtige Zukunftstechnologie im Rahmen der Digitalisierung der Streitkr\u00e4fte. Bereits heute setzen wir Technologie aktiv im Inn- und Ausland ein, um Ersatzteile zu fertigen und schnell Verbesserungen zu realisieren.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">3DN: Welche Technologien bzw. Materialien verwenden Sie? In welchen Bereichen bei der Bundeswehr kommt die Additive Fertigung aktuell zum Einsatz?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das 3D-Druckzentrum der Bundeswehr betreibt eine gro\u00dfe Anzahl additiver Fertigungsverfahren. Neben ausgereiften Verfahren werden in der Forschung sehr verschiedene Druckverfahren f\u00fcr verschiedenste Werkstoffe und Anwendungen (z.B. Druck von Keramiken, Druck von leitf\u00e4higen Strukturen) untersucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haupts\u00e4chlich werden Bauteile aus Kunststoffen und Metallen gefertigt. An weiteren Standorten im Inland wird bislang nur das Fused Deposition Modeling (FDM) eingesetzt. In Afghanistan betreibt das 3D-Druckzentrum zusammen mit dem Logistikzentrum der Bundeswehr seit 2017 einen 3D-Druck-Container mit dieser Drucktechnologie. So k\u00f6nnen Kunststoffbauteile aus ABS, PC, PA und PEI in hoher Qualit\u00e4t vor Ort erstellt werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_22195\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22195\" class=\"size-full wp-image-22195\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/bundeswehr2.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/bundeswehr2.jpg 700w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/bundeswehr2-600x343.jpg 600w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/bundeswehr2-160x91.jpg 160w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/bundeswehr2-300x171.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-22195\" class=\"wp-caption-text\">Das 3D-Druckzentrum der Bundeswehr &#8211; Quelle: Bundeswehr<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Naheliegend ist der Einsatz zur Fertigung von nicht mehr, oder schlecht verf\u00fcgbaren Ersatzteilen. Interessanterweise setzen wir den 3D-Druck aber aktuell oftmals ein, um die Ausr\u00fcstung der Soldaten schnell zu verbessern bzw. neuen Anforderungen anzupassen. Dazu sind stets rechtliche und technische Fragestellungen zu beachten. Vor allem k\u00f6nnen wir keine Kompromisse bei der Qualit\u00e4t und Sicherheit von wehrtechnischen Produkten eingehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aktuell lernen wir, wo und wie wir bereits heute vom 3D-Druck profitieren k\u00f6nnen. Zuk\u00fcnftig ist in vielen Bereichen der Bundeswehr der Einsatz von 3D-Druckern bzw. additiv gefertigten Bauteilen denkbar.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">3DN: Warum genau ist die Additive Fertigung besonders f\u00fcr den Einsatz im Milit\u00e4r interessant?<\/h3>\n<div id=\"attachment_22197\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22197\" class=\"wp-image-22197 size-medium\" src=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/IMG-20191209-WA0001-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/IMG-20191209-WA0001-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/IMG-20191209-WA0001-450x600.jpg 450w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/IMG-20191209-WA0001-900x1200.jpg 900w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/IMG-20191209-WA0001-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/IMG-20191209-WA0001-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/IMG-20191209-WA0001-160x213.jpg 160w, https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/IMG-20191209-WA0001.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-22197\" class=\"wp-caption-text\">3D-gedruckte Teile der Bundeswehr &#8211; Quelle: Bundeswehr<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Additive Fertigungsverfahren erlauben deutliche Leistungssteigerungen einzelner technischer Systeme durch neue Bauweisen und Werkstoffe. Der Einsatz gedruckter Bauteile rechnet sich oft im milit\u00e4rischen Bereich durch geringe St\u00fcckzahlen und lange Versorgungszeitr\u00e4ume. Auch ist die Individualisierung von Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden von hohem Interesse. Eine schnellere Verf\u00fcgbarkeit von Ersatzteilen wird angestrebt. Durch den 3D-Druck sind hier neue logistische Konzepte m\u00f6glich, die zu erheblichen Vereinfachungen und Einsparungen f\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">3DN: Sie nutzen den 3D-Scan um die Ausr\u00fcstung des Milit\u00e4rs zu optimieren. K\u00f6nnten Sie uns dies n\u00e4her schildern?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der 3D-Scan bietet neue M\u00f6glichkeiten der Erfassung von Geometrien und liefert die notwendigen Daten in der erforderlichen Qualit\u00e4t f\u00fcr Modifikation bzw. Optimierungen von Bauteilen. Es k\u00f6nnen damit schnell regelm\u00e4\u00dfige und unregelm\u00e4\u00dfige Geometrien erfasst und mit entsprechender Software aufbereitet werden. Auf Basis dieser Daten k\u00f6nnen Konstruktionen in deutlich k\u00fcrzerer Zeit erstellt, verbessert oder individuell angepasst werden. Durch den Scan entstehen passgenaue und hochfunktionale Bauteile. Die digitalen Modelle k\u00f6nnen mittels Simulation auch auf ihre Funktionalit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft werden. So haben wir beispielsweise bei einem Fahrzeug den Fahrwerksbereich in verschiedenen Belastungszust\u00e4nden gescannt und einen Schutzb\u00fcgel zum Schutz von Elastomerdichtungen vor Steinschlag \u201ema\u00dfgeschneidert\u201c.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">3DN: Gibt es f\u00fcr die Bundeswehr schon zuk\u00fcnftige Projekte im Rahmen der Additiven Fertigung?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt viele zuk\u00fcnftige Projekte und Forschungsaktivit\u00e4ten in Verbindung mit der Additiven Fertigung. Der technologische Fortschritt wird meiner Meinung nach zunehmend neue Anwendungen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei muss die Bundeswehr (wie alle anderen gro\u00dfen Anwender auch) lernen, wie wir die neuen Fertigungsverfahren gewinnbringend im Rahmen der Digitalisierung einsetzen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">3DN: Haben Sie noch ein paar letzte Worte an unsere Leser?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drucken wir es doch einfach! Und: es bleibt spannend!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/AS-JmDpTb-w\" width=\"700\" height=\"400\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6chten Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.3dnatives.com\/de\/3d-technologies\/\">Additiven Fertigung<\/a>\u00a0direkt und bequem in Ihr Postfach? 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