Wohlers Report 2026: Zwischen Neutralität und vorsichtiger Einschätzung des Marktes für additive Fertigung

Endlich ist der berühmte Wohlers Report für dieses Jahr verfügbar: Die Ausgabe 2026 feiert ihr 31-jähriges Bestehen und gilt weiterhin als maßgebliche Referenz für den Markt der additiven Fertigung. Mehr als 1.200 Antworten von 570 Unternehmen weltweit flossen in die Analyse ein. Die internationale Studie beziffert den Umsatz der additiven Fertigung im Jahr 2025 auf 24,231 Milliarden US-Dollar – ein Wachstum von 10,9 % gegenüber 2024. Eine gute Nachricht für die Branche? Doch so eindeutig ist die Lage nicht – wir erklären, warum.
Trotz steigender Umsätze herrscht weiterhin Zurückhaltung auf dem Markt. Bei Investitionen in neue Maschinen agieren viele Unternehmen zurückhaltend. Die Studie zeigt, dass sich Unternehmen eher an qualifizierte Dienstleister wenden, die auf ihre jeweiligen Marktbedürfnisse zugeschnitten sind. Deutlich wird das vor allem im Bereich der Druckdienstleistungen: Dieses Segment verzeichnet mit 15,5 % das stärkste Wachstum – im Vergleich zu lediglich 3,6 % beim Verkauf von Maschinen. Insgesamt entfallen inzwischen 48 % des Marktvolumens auf Dienstleistungen.

Umsätze im Bereich der additiven Fertigung
Wenn Unternehmen nicht auf externe Dienstleister setzen, greifen sie verstärkt auf ihre bestehenden Kapazitäten zurück, um die vorhandenen 3D-Drucker besser auszulasten. Der Wohlers Report 2026 zeigt eine intensivere Nutzung installierter Systeme statt einer deutlichen Zunahme der Maschinenverkäufe. Auch die steigenden Materialverkäufe stützen diese Entwicklung. Dr. Mahdi Jamshid, Director of Economic Intelligence bei Wohlers Associates, erklärt:
Die additive Fertigung entwickelt sich nicht mehr entlang einer einheitlichen Wachstumskurve. Der Wohlers Report 2026 zeigt eine Branche, die sich auf strengere Finanzierungsbedingungen einstellt, gezielter investiert und stärker auf Auslastung und Wirtschaftlichkeit achtet. Das Wachstum geht weiter, aber es ist ungleichmäßiger, stärker regional geprägt und enger mit der tatsächlichen Produktionsleistung verknüpft.
Wohlers Report 2026: Ein differenzierter Blick auf die Märkte
Die 31. Ausgabe macht deutlich, wie unterschiedlich sich die Regionen entwickeln. Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum verzeichnen mit 19,8 % das stärkste Wachstum, während Europa und die USA jeweils bei 9 % liegen. Der rasante Aufstieg chinesischer Hersteller in den vergangenen Monaten unterstreicht diese Entwicklung. Insbesondere im Bereich des Desktop-3D-Drucks hat sich das Wettbewerbsumfeld spürbar verändert. Im Mittelpunkt der Diskussion steht dabei vor allem Bambu Lab, das sich zunehmend als neuer Referenzpunkt im Markt für 3D-Drucker etabliert. Das Unternehmen hat Preisstrukturen hinterfragt, Leistungsstandards neu definiert und die Erwartungen an Desktop-Systeme deutlich verschoben. Offen bleibt, wie nachhaltig diese Entwicklung ist und wie Wettbewerber aus den USA und Europa darauf reagieren werden.
Was die einzelnen Branchen betrifft, überrascht es nicht, dass die Verteidigungsindustrie die höchsten Umsätze erzielt, gefolgt von Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Forschung.
Die Zahlen zeigen klar: Die Branche wächst, und die wichtigsten Indikatoren sind insgesamt positiv. Dennoch reicht das allein nicht aus. Bis das volle Vertrauen in den Markt für additive Fertigung zurückkehrt – oder sich zumindest die derzeit spürbare Zurückhaltung legt – dürfte noch etwas Zeit vergehen. In der Zwischenzeit können Sie HIER den vollständigen Bericht herunterladen.
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*Bild: ASTM





