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Kalifornisches Start-up Wine Not stellt erstes nachhaltiges Filament aus Wein vor

Auf 1. April 2021 von Isabell I. veröffentlicht
wine not

Im Laufe der Jahre haben wir sicherlich einige seltsame Alternativen von 3D-Druck-Filamenten kennengelernt. Darunter Filamente, die aus Kaffeesatz, Hanf und sogar Lebensmittelabfällen hergestellt wurden. Diese Filamente wurden oft für einen bestimmten Zweck hergestellt, nämlich um Nachhaltigkeitsprobleme nicht nur in der 3D-Druckindustrie, sondern auch in anderen Märkten in Angriff zu nehmen. Nun wurde betritt ein neues Unternehmen das Spielfeld: Das amerikanische Start-up Wine Not erstellt nachhaltiges Filament, das Weinabfälle, bekannt als Traubentrester, als Basis für seine thermoplastischen Filamente für den Einsatz im 3D-Druck verwendet.

Laut Statista wird sich der weltweite Umsatz des Weinmarktes allein im Jahr 2021 auf 381 Milliarden Dollar belaufen, wobei der Markt jährlich um 8,51 % wachsen soll. Das bedeutet, dass der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch weltweit bei etwa 3,5 Liter liegt, oder anders ausgedrückt, einer ganzen Menge Wein!  Natürlich macht es bei einer so großen Nachfrage  Sinn, dass die Industrie boomt – besonders während der Pandemie. Aber gibt es auch Nachteile für die Weinindustrie?

Der Weißwein-Faden von Wine Not. (Bildnachweis: Wine Not)

Abgesehen von den Kopfschmerzen und körperlichen Symptomen, die nach einer durchzechten Nacht auftreten können, bezieht sich ein Problem des Weinkonsums auf die Nachhaltigkeit. Obwohl die Weinindustrie insgesamt als eine der umweltfreundlichsten gilt, produziert sie immer noch eine große Menge an organischen Abfällen, die Produktionsbereiche verunreinigen können. Der Trester ist das, was übrig bleibt, nachdem der Saft beim Pressen der Trauben für die Weinproduktion aufgefangen wurde und besteht aus Traubenhaut, Fruchtfleisch, Stielen, Kernen und Restsaft. Bislang gab es jedoch keine nachhaltige, effektive Lösung, um diesen Abfall loszuwerden.

Deshalb hat das amerikanische Start-up Wine Not mit Sitz im kalifornischen Napa Valley einen Plan entwickelt, um den Trester für etwas Gutes zu verwenden: Nämlich für die Herstellung eines nachhaltigen 3D-Druckfilaments. Nach Angaben der Hersteller hat Wine Not alle Eigenschaften von PLA. Als solches kann es auf vielen FDM-Maschinen verwendet werden und ist viel ökologischer als andere thermoplastische Polymere. Das Filament kostet 34,99 Dollar pro Spule mit 0,750 kg und erfordert zum Drucken eine Extrusionstemperatur von 230°C und ein Heizbett von 40°C. Es wurde festgestellt, dass es einen starken Geruch des verwendeten Weins hat – auch nach der Verarbeitung. Es ist also perfekt für all diejenigen, die sich beim 3D-Drucken so richtig entspannen möchten.

Weintrauben-Trester (Bildnachweis: Wine Not)

Im Gespräch über die Entwicklung des Produkts erklärten die Mitbegründer Winifred Cork und Merlow Wynn: „Wir sind schon seit Jahren Weinliebhaber und wissen, dass die organischen Abfälle, die dabei entstehen, auf lange Sicht negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können. Wir wollten eine Lösung für diese ökologischen Bedenken finden, die es uns ermöglicht, den Wein weiterhin ohne schlechtes Gewissen zu trinken. Der 3D-Druck schien die logische Lösung zu sein! Wir haben gesehen, was damit möglich ist, wenn es um die Herstellung von Lebensmitteln mit einem 3D-Drucker geht, und wir haben 3D-Druckmaterialien aus Kaffee und sogar Bier entwickelt! Warum also nicht auch Wein? Heute bieten wir drei verschiedene Filamenttypen an, die aus den drei Weinsorten rot, weiß und rosé hergestellt werden. Eines für jeden Geschmack und jede Farbe!

Diese Bewegung ist Teil einer größeren Bewegung in der AM-Industrie, um auf nachhaltigere Lösungen umzusteigen, besonders wenn es um Filamente geht. Obwohl es als umweltfreundlichere Lösung im Vergleich zur traditionellen Fertigung angepriesen wird, gab es in den letzten Jahren erhebliche Beschwerden darüber, ob der 3D-Druck wirklich als „grün“ bezeichnet werden kann. Diesem Problem haben sich verschiedene Start-ups und große Unternehmen der Branche angenommen, indem sie recycelte Produkte zur Herstellung von Filamenten verwenden, was bedeutet, dass sie weniger Plastik verwenden und außerdem zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen. Die Verwendung von Weinabfällen ist nur das neueste innovative Material, das aus diesem Bestreben hervorgeht.

Allerdings hat das Filament auch einige Nachteile. Da das Filament aus alkoholischen Getränken besteht, ist es in den USA leider nicht für Personen unter 21 Jahren erhältlich. Da die FDA das Filament noch nicht zugelassen hat, hat das Start-up außerdem eine Erklärung abgegeben, in der es die Benutzer davor warnt, Teile zu essen, die mit dem Filament hergestellt wurden, da es nicht für den menschlichen Verzehr getestet worden ist. Es wurden auch Bedenken geäußert, ob während des Erhitzungsprozesses alkoholische Dämpfe freigesetzt werden, was bedeutet, dass Benutzer nach dem Drucken mit dem Filament auch auf das Autofahren verzichten sollten.

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Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie das Unternehmen Weinabfälle zur Herstellung dieser Filamente verwendet, finden Sie weitere Informationen auf der Website HIER.

*Titelbildnachweis: Wine Not

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