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Welche 3D-gedruckten Brillen gibt es auf dem Markt?

Am 12. Mai 2022 von Bianca Z. veröffentlicht

Wenn man an 3D-Druck denkt, vor allem im medizinischen Bereich, ist einer der wichtigsten Vorteile dieser Technologie die Tatsache, dass sie vollständig anpassbare Teile herstellen kann. Es ist daher wahrscheinlich keine Überraschung, dass einer der Bereiche, in denen wir ein Wachstum von 3D-gedruckten Produkten sehen, Brillen sind. In der Tat wurde der Markt im Jahr 2020 auf 1,2 Milliarden US-Dollar geschätzt und wird bis 2028 voraussichtlich 2,5 Milliarden US-Dollar erreichen, mit einer CAGR von 9,96 %. Dank des 3D-Drucks können Brillenfassungen individuell an die Gesichtsform des Benutzers angepasst werden, was einen leichteren und bequemeren Sitz ermöglicht. Wir haben uns entschlossen, die führenden Beispiele für den 3D-Druck bei Brillen, sowohl bei optischen als auch bei Sonnenbrillen, näher zu betrachten, um die auf dem Markt verfügbaren Optionen zu verstehen.

Abeye

Abeye ist ein französisches Startup-Unternehmen, das bei ATOL Les Opticiens inkubiert ist und elektronische Brillen herstellt, um das Wohlbefinden des Trägers zu verbessern. Eine seiner neuesten Brillenserien heißt Lexilens, eine Lösung, die Menschen mit Legasthenie helfen soll. Konkret kann der Träger mit einem einfachen Druck einen Filter aktivieren, der alle Spiegelbilder, die die Person mit Legasthenie sieht, entfernt. Die additive Fertigung spielte in der gesamten Forschungs- und Entwicklungsphase des Projekts eine entscheidende Rolle. Die Teams konnten viele verschiedene Fassungen testen und die Iterationen vervielfachen. Dabei kam die HP Multi Jet Fusion-Technologie zum Einsatz.

Bild: Abeye

Addidas

Viele Sportmarken nutzen bereits die additive Fertigung für die Herstellung verschiedener Sportgeräte und Adidas ist da keine Ausnahme. Die deutsche Sportmarke kündigte kürzlich an, dass sie den Rahmen ihrer neuesten Sonnenbrille im 3D-Druckverfahren herstellen wird. Die 3D CMPT genannten Rahmen wurden in Zusammenarbeit mit der Marcolin Group hergestellt, einem Unternehmen, das bereits für die Zusammenarbeit mit Topmarken wie Tom Ford, Moncler und Guess bekannt ist. Das einzigartige Modell, das sich nicht nur durch sein geringes Gewicht von nur 20 Gramm auszeichnet, verfügt über eine spezielle Spiralstruktur. Für die Herstellung wurde flexibles Nylon mit einer speziellen Beschichtung verwendet, die der Brille einen gummierten Effekt verleiht. Adidas hat die Brille mit rutschfesten Kontaktpunkten auf dem Nasenpad ausgestattet, um die Stabilität zu verbessern und sie so bequem wie möglich zu machen.

Bild: Adidas

BRAGi

Wer bei seiner Suche nach additiv gefertigten Brillen auf exzellentes Tragegefühl und hervorstechende Ästhetik setzt, wird bei BRAGi mit Sicherheit fündig. Die individuell und maßgeschneiderten 3D-gedruckten Brillen stützen sich im gesamten Prozess beginnend mit 3D-Scanning, parametrischem Design und 3D-Drucktechnologie. BRAGi nutzt sein eigens entwickeltes Scansystem, welches insgesamt 72 Schlüsselpunkte im Gesicht genau identifizieren kann und somit als Grundlage für das spätere Fassungsdesign der Brille dienen soll. Was den anschließenden 3D-Druck angeht, so verwendet BRAGi einen 3D-Drucker eines deutschen Herstellers, geht aber nicht weiter konkret auf diesen ein, wie auch auf die verwendeten medizinischen Bioprint-Materialien.

Bild: BRAGi

Fitz Frames

Fitz Frames geht davon aus, dass jeder in seiner Brille gut aussehen und sich darin wohlfühlen sollte, denn sie ist das einzige, was man von morgens bis abends trägt. Zu diesem Zweck stellt das Unternehmen alle Arten von 3D-gedruckten Brillen her, einschließlich Korrektionsbrillen, Blaulichtfilter und Sonnenbrillen für Erwachsene und Kinder (ab 3 Jahren). Um die beste Passform für jedes Gesicht zu gewährleisten, misst die App von Fitz die exakten Maße, bevor das Gestell in 3D gedruckt wird, was sie für die am besten passende Brille aller Zeiten halten. Die Benutzer können aus einer Vielzahl von Gestellformen und -farben wählen, und obwohl Sie natürlich einen einmaligen Kauf für nur 96 $ (mit einer 30-Tage-Garantie) tätigen können, können Sie sich auch für ein Jahresabonnement für 185 $ entscheiden, das eine unbegrenzte Anzahl von Gestellen umfasst, nur für den Fall von Unfällen. Wie viele andere Beispiele auf unserer Liste werden die Brillengestelle mit Hilfe von Lasern hergestellt, höchstwahrscheinlich mit der SLS-Technologie, obwohl das Unternehmen das genaue Verfahren nicht nennt.

Bild: Firtz Frames

Hoet

Die Familie Hoet, die im Herzen von Brügge ein Optikergeschäft in fünfter Generation führt, hat kürzlich ihre 3D-Laser-gedruckte Brille aus Titan „Made in Belgium“ auf den Markt gebracht. Die Familie, die das Geschäft seit seiner Eröffnung im Jahr 1945 führt, hat vier Jahre lang Forschung und Entwicklung betrieben, um moderne Technologie mit Eleganz und Stil zu verbinden. Das Ergebnis dieser Hingabe ist die 3D-gedruckte „Hoet Couture“-Kollektion, die den perfekten Einsatz der additiven Fertigung zeigt und die Brillengestelle mit erstaunlichen Details versieht, die mit traditionellen Produktionsmethoden nicht hergestellt werden könnten. Dabei wird jeglicher Abfall auf ein Minimum reduziert und es werden nachhaltige Materialien verwendet. Die 3D-Technologie bietet eine Reihe weiterer, noch nie dagewesener Gestaltungsmöglichkeiten, die den Nutzen des 3D-Drucks sichtbar machen.

Bild: Hoet

Klenze & Baum

Klenze & Baum haben sich mit ihrer Herstellung von additiv angefertigten Brillen in München niedergelassen. Das Besondere bei der Fertigung ihrer Brillen ist das eigens patentierte Kugelgelenk der Kollektionen VOYOU und SUMO. Dieses verfügt nämlich über eine einzigartige Funktion: bei einer Überlastung beziehungsweise Überdehnung des Bügels kann dieser nachgeben und sogar abspringen. Das schraubenlose Gelenk lässt sich binnen Sekunden mit nur einer Handbewegung wieder befestigen. Die nahezu unkaputtbaren Brillen sind dank additiver Fertigung nicht nur sehr leicht, sondern sie verfolgen auch einen großen Nachhaltigkeitsaspekt. Dadurch, dass es sich um eine Brille handelt, die sich leicht reparieren lässt, besteht kein Zwang im Falle eines Bruchs eine neue Brille zu bestehnen wie auch das Verhindern einer Überproduktion dank des 3D-Drucks.

Bild: Klenze & Baum

Luxexel

Bisher haben wir Ihnen mehrere Projekte mit 3D-gedruckten Brillengestellen vorgestellt. Dieses Mal stellen wir Ihnen Brillengläser aus dem 3D-Drucker vor! Hinter dieser Innovation steht das Unternehmen Luxexcel, das in den Niederlanden ansässig ist und den Druck von verschreibungspflichtigen Brillengläsern, aber auch von Kontaktlinsen anbietet. Das Unternehmen hat eine Lösung mit dem Namen VisionPlatform entwickelt, die einen 3D-Drucker, Software und geeignete Materialien umfasst. Seine Technologie basiert auf einem Tröpfchenstrahlverfahren, bei dem Schicht für Schicht das endgültige Glas gebildet wird. Im folgenden Video geht Joost van Abeelen, CPO von Luxexcel, auf die Grundlagen der Technologie ein:

Materialise

Das belgische Unternehmen Materialise ist bekannt für seine zahlreichen Projekte in der 3D-Druckindustrie. Seit seiner Gründung im Jahr 1990 hat Materialise mit Dutzenden von anderen Unternehmen für alle möglichen Projekte zusammengearbeitet. Seit 2013 arbeitet Materialise jedoch an der Produktion von 3D-gedruckten Brillen und ist dabei stets bestrebt, optimale Technologien und nachhaltige Materialien zu finden. Unter Berücksichtigung aller einzigartigen Anforderungen, die die Herstellung von Brillen mit sich bringt, hat Materialise in die Entdeckung und Erforschung der vielen Möglichkeiten investiert, den 3D-Druck in der Welt der Brillenherstellung anzuwenden. Von Designer-Ateliers bis hin zu großen Verbrauchermarken hat Materialise es immer geschafft, die Erwartungen zu übertreffen und jede Zusammenarbeit zu einer ganz eigenen Erfahrung zu machen, mit jedes Mal einzigartigen Ergebnissen.

Bild: Materialise

Monoqool

Monoqool aus Dänemark hat sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, neue Technologien und Materialien einzusetzen, um die innovativsten Brillen herzustellen, wobei der Schwerpunkt vor allem auf dem Komfort liegt. Die vielen 3D-gedruckten Brillen von Monoqool gibt es in verschiedenen Gestellformen und Farben, aber sie werden alle mit Polyamid und einem Laser hergestellt, was auf einen industriellen SLS-Drucker hindeutet. Nach Angaben des Unternehmens dauert es bis zu 24 Stunden, bis eine Brille gedruckt ist. Bei der Slider-Serie bestehen die Rahmen aus bis zu 600 superfeinen Schichten und durchlaufen mehr als 30 Nachbearbeitungsschritte, darunter Glasstrahlen, Färben, Beschichten und Polieren, bevor sie das Endprodukt erreichen.

MYKITA

Der Name MYKITA lässt sich auf die Gründung im Jahr 2003 in einer alten Kita zurückführen und ist ein deutsches Brillenunternehmen, das sich dem Einsatz moderner Technologien für innovative, langlebige Brillen verschrieben hat. Und wie nicht anders zu erwarten, gibt es auch eine Kollektion, die im 3D-Druckverfahren hergestellt wird. MYKITA MYLON ist die erste serienmäßig produzierte Kollektion, die mit der 3D-Drucktechnologie von MYKITA hergestellt wird und sowohl Sonnenbrillen als auch optische Gläser umfasst. Die Brillengestelle werden mit SLS und Polyamidpulver hergestellt, um ein leichtes Gestell zu schaffen, das dennoch einen hervorragenden Tragekomfort bietet.

Bild: MYKITA

Netlooks

Netlooks ist ein französischer Brillenhersteller, der seit über drei Jahren mit dem 3D-Druckservice Sculpteo zusammenarbeitet. Das Unternehmen entwirft maßgeschneiderte Brillen mithilfe der additiven Fertigung, insbesondere durch Pulversintern. Es verwendet PA12, um Brillengestelle herzustellen, die an die Morphologie des Trägers angepasst sind – Bügellänge, Gesichtsbreite, etc. Der Träger kann auch die Farbe seines Brillengestells wählen und erhält so ein Ergebnis, das ganz auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Bild: Netlooks

Odette Lunette

Das belgische Unternehmen Odette Lunettes hat kürzlich eine neue Kollektion von 3D-gedruckten Brillen auf den Markt gebracht. Das Unternehmen setzte auf die HP Multi Jet Fusion-Technologie und verwendete ein biobasiertes Polyamid, ein von der BASF entwickeltes PA11. Die Produktreihe wurde „Odette Lunettes X Tom Boonen“ genannt, nach der Zusammenarbeit mit dem belgischen Radrennfahrer Tom Boonen. Denn das Ziel war es, eine Brille anzubieten, die für den Sport geeignet ist, ohne dabei Abstriche beim Design zu machen. Odette Lunettes arbeitet derzeit mit Materialise zusammen, das für den Druck der Gestelle zuständig ist.

Bild: Odette Lunettes

Rolf Spectacles

Rolf Spectacles ist ein österreichischer Hersteller von 3D-gedruckten Brillen, die auf einer pflanzlichen Basis entwickelt worden sind. Um genau zu sein geht es bei diesen additiv angefertigten Brillen um die Nutzung von Rizinusbohnen. Die umweltfreundliche und erneuerbare Ressource bringt den Vorteil, dass das daraus hergestellte Material – pulverbasierte Rizinusbohnen und Wasser – flexibel, natürlich und hautverträglich ist. Zwar ist Rolf Spectacles vor allem für seine aus pflanzlichen Materialien entwickelte Brille bekannt, stellt allerdings auch Holzbrillen sowie Brillen aus Titan, Stein und Horn her. Da diese in einem Stück gedruckt werden, besteht somit kein Bedarf für Lieferanten, die zusätzliche Teile liefern.

Bild: Rolf Spectacles

Wire Glasses

Die nachhaltig in London entworfenen und in Italien handgefertigten Brillen von Wire Glasses kombinieren Stil mit umweltfreundlichen Entscheidungen für ihre Zero-Waste-Brillen. Die Brillengestelle, die sowohl als optische Brillen als auch als Sonnenbrillen erhältlich sind (wie viele der Optionen auf unserer Liste), werden aus Bio-Kunststoff aus Rizinusbohnen, einem einzigen Edelstahldraht, der von Brillenspezialisten in Norditalien hergestellt wird, und Gläsern aus ökologischem Harz (Bio-Polyamid) in Frankreich gefertigt. Das Unternehmen strebt eine abfallfreie Produktion und faire Arbeitsbedingungen an. Obwohl das Unternehmen nicht angibt, welches 3D-Druckverfahren es verwendet, hat es sich aufgrund der Vorteile des 3D-Drucks bei der Abfallvermeidung für diesen entschieden.

Bild: Wire Glasses

YOU MAWO

Höchste Individualität setzt auch YOU MAWO (Kurzform für “Your Magic World”) bei der additiven Fertigung ihrer Brillen. Mit Hilfe von 3D-Technologien kann das in Deutschland angesiedelte Unternehmen die Eigenschaften der Brille auf die Bedürfnisse des jeweiligen Trägers exakt anpassen. Konkret verwendet das Unternehmen das selektive Lasersinterverfahren von EOS; für den Nachbearbeitungsprozess macht man sich die Technologie von DyeMansion zu Eigen. Nach einem ungefähr 20-sekündigen Scan per Handy oder Tablet kann YOU MAWO in weiterer Folge anhand dieser Daten die Brillengestelle entwerfen, anpassen und natürlich auch 3D-drucken.

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