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Was Sie über TPU beim 3D-Druck wissen sollten

Auf 5. Juni 2020 von Sandra S. veröffentlicht

Das sogenannte thermoplastische Polyurethan (TPU) ist ein Elastomer (synthetischer Kunststoff), der sich durch seine hohe Flexibilität und Beständigkeit bei der Weiterverarbeitung auszeichnet und die Eigenschaften sowohl von Thermoplasten als auch von Elastomeren vereint. Die Ursache für die Variation in dessen Weiche und Härte ist auf die chemische Zusammensetzung zurückzuführen: je nach Anteil der Hart- und Weichsegmente ändert sich auch die Härte und Flexibilität des Materials. Dies wirkt sich auf die Transparenz der Endteile, die Weichheit bei der Berührung oder die Haftung der Teile aus. TPU ist ein sehr vielfältiges Polymer, das den Teilen eine sehr vielschichtige Reihe an Eigenschaften verleiht. TPU bietet zudem die Möglichkeit, flexible Teile per 3D-Druck zu fertigen. Im Folgenden erfahren Sie, was Sie vor der Verwendung von TPU wissen sollten!

In der additiven Fertigungsbranche eröffnet dieses Material eine große Bandbreite an den verschiedensten Anwendungsgebieten: von der Herstellung von Schuhsohlen in der Modebranche bis hin zu Reifen oder Stoßdämpfern in der Automobilindustrie, bietet das Material viele Chancen. TPU eignet sich hervorragend für Endprodukte, funktionale Prototypen, Designmodelle und kundenspezifische Bauelemente. Darüber hinaus bietet das Material Chancen in Bereichen wie dem der Anwendung zum Schutz von technischen Geräten. Am naheliegendesten ist hier sicherlich eine Handyschutzhülle, die das Gerät vor Stößen und Brüchen schützen soll.

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Dank der Flexibilität eignet sich TPU hervorragend für Handyhüllen

Besonderheiten von TPU beim 3D-Druck

Im Allgemeinen verfügen Polymere über eine hohe Schlag-, Abrieb-, Verschleiß- und Schnittresistenz. Darüber hinaus verfügen sie über eine relativ hohe Adhäsion (Haftung zwischen den einzelnen Schichten), die zu einer guten mechanischen Eigenschaften des 3D-gedruckten Teils beiträgt. Polymere verfügen jedoch über einige Schwächen, über die Sie sich vor der Verwendung im Klaren sein sollten. Diese gelten auch für das Polymer TPU. So eignet sich dieses beispielsweise nicht für die Lagerung in einer warmen Umgebung. Außerdem sollten Sie nicht vergessen, die Parameter des Druckers je nach verwendetem Material entsprechend anzupassen.

Beim Bedrucken von Teilen mit TPU unter Verwendung eines FDM-Druckers empfehlen wir, eine dünne Schicht Klebstoff auf das Druckbett aufzutragen, was die Haftung des Materials fördert. Es wird auch empfohlen, dass die Extrusionsdüse eine Temperatur zwischen 210 ºC und 235 ºC erreichen sollte, um das Filament zu schmelzen (obwohl dies vom Hersteller abhängig ist). Dies sind allgemeine Tipps, jedoch hängt der Erfolg des Druckes mit TPU von der Konfiguration jedes 3D-Druckers und der richtigen Kalibrierung ab; daher wird empfohlen, kleine Tests mit diesem Material durchzuführen, bevor mit komplexeren Drucken begonnen wird.

Die Haftung zwischen den Schichten wirkt sich positiv auf die mechanischen Eigenschaften des Endproduktes aus

Für die Stereolithographie wird davon abgeraten, TPU für kleine, dünnschichtige Modelle zu verwenden oder Modelle, die besonders empfindlich für Ausdehnungen sind. Bei der Konfiguration des 3D- Modells wird empfohlen, dass die Modelle die endgültige Form haben und nahe am Druckbett positioniert werden, jedoch nicht flacher als 20º. Dünnere und größere Teile könnten bei Rückgriff auf dieses Material zu Druckschwierigkeiten führen, obgleich Sie auf Stützstrukturen zurückgreifen können, um dem entgegenzuwirken.

Welche Unternehmen bieten TPU an?

Aktuell bieten viele große Unternehmen TPU zum Verkauf an. Ultimaker führt ein Filament namens TUP 95A, das mit dem Ultimaker S5, Ultimaker 3 und Ultimaker 2+ kompatibel ist. Nach Angaben des Unternehmens unterstützt das Material eine Reißfestigkeit von bis zu 580%. Das Filament ist in vier unterschiedlichen Farben verfügbar.
Ein weiteres Unternehmen ist Formlabs, das im vergangenen Jahr sein so genanntes „Elastic Resin“ für die SLA-Technologie vorgestellt hat. Dieses Harz hat eine Shore-Härte von 50A, zusätzlich zu einer hohen Dehnung und Energierückgabe. Die Shore-Härte bezieht sich auf die Härte des verwendeten Materials, oder mit anderen Worten, wie widerstandsfähig ein Material gegenüber Eindrücken ist. Niedrigere Zahlen bedeuten weniger Widerstand und weichere Materialien. Die Elastizität und Widerstandsfähigkeit dieses Materials ermöglicht seinen Einsatz in mehreren Durchläufen. Darüber hinaus erlaubt die Technologie, Kosten und Lieferzeiten zu reduzieren, indem direkt auf die weichen Teile gedruckt wird.

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Bildnachweis: Formlabs

Es gibt auch andere Unternehmen, die sich der Entwicklung dieser Materialien widmen, wie z.B. Recreus, das eine Vielzahl von 3D-Druckfilamenten anbietet. Insbesondere das berühmte FilaFlex-Filament entstand aus dem Bedürfnis nach Innovation im 3D-Druck. Ignacio García, CEO von Recreus, erklärt: „Die 3D-Drucktechnologie selbst war bereits innovativ und zeigte neben der Flexibilität des Materials, mit dem flexible Teile, wie z.B. Schuhe, hergestellt werden können, zweifellos das Potential der additiven Fertigung und FilaFlex. Dies sind einige der führenden Unternehmen, es gibt jedoch auch andere Akteure auf dem Markt, die ebenfalls TPU für den 3D-Druck anbieten“. Im folgenden Video sehen wir zum Beispiel, wie HP dieses Polymer auch in Additive Manufacturing integriert:

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