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Videokassetten als 3D-Druckmaterial

Auf 5. Januar 2021 von Michelle J. veröffentlicht
3D-Druckmaterial Videokassetten

Im Einklang mit dem stetigen Wachstum der additiven Fertigung wird auch die Anzahl an vorhandenem 3D-Druckmaterial immer größer.  Das liegt zum einen daran, dass man bereits verfügbares 3D-Druckmaterial für neue 3D-Drucker kompatibel machen möchte, zum anderen aber auch an der Entwicklung neuer Materialien. Diese reichen von speziell zertifizierten, über industrielle bis hin zu alternativen Materialien. In einem anderen Artikel haben wir ihnen zu letzterem bereits unsere Top 8, bestehend aus Kaffee, Sandstein, Hanf usw, vorgestellt. Das Filament vom russischen Maker Brother stellt allerdings eine Neuheit dar: Er nutzt Videokassetten als 3D-Druckmaterial. 

1967 erschienen die ersten Videokassetten, auch VHS (Video Home System) Kassetten genannt, in den USA. Heutzutage sind sie kaum noch zu kaufen, da die Technik sich längst weiterentwickelt hat. Statt Videokassetten schaut man jetzt DVDs oder Blue-rays oder nutzt Streamingdienste, wie Netflix und Co. Dennoch haben viele Berge von Videokassetten irgendwo aufbewahrt da sie doch zu schade waren zum Wegschmeißen. Statt diese weiterhin einstauben zu lassen, können sie ihre alten Videokassetten jetzt zu 3D-Druckmaterial upcyceln. Wie das geht, zeigt Ihnen Brother in seinem Video.

Wie entsteht aus Videokassetten 3D-Druckmaterial?

Wie im Video zu sehen ist, muss man im ersten Schritt das Band der Videokassette entfernen. Dazu drückt man einen Knopf oben links an der Kassette, welcher die Kassette öffnet. Danach drückt man in der Mitte der Rückseite nach unten, um die Kassette zu entriegeln und kann dann das Band entfernen. Ein paar Kassetten reichen aus, um Band in Kilometerlänge zu erhalten. Dabei besteht jedes Band aus fünf Schichten, wovon eine magnetisch ist. 

Um das Filament selbst herzustellen, nutzt Brother eine selbstgebaute Presse. Mit dieser spinnt er mit Bändern aus mehreren Kassetten ein drei Millimeter dickes Filament. Brother erklärt: “Für drei Millimeter, stellte sich als optimale Variante eine Anzahl von 10 Magnetbändern heraus.” Dies fand er nach einigen Experimenten heraus.

Der 3D-Druckprozess

Zum Test seines Filaments nutzte Brother einen Omni 3D-Drucker. Die ersten Drucke sahen zwar nicht sonderlich hübsch aus, aber zunächst reichte als Erfolg aus, dass es überhaupt möglich war mit dem Filament zu drucken. Im Vergleich zu anderen Filamenten muss das 3D-Druckmaterial aus Videokassetten stärker erhitzt werden. Resultierend daraus ist der gesamte Druckprozess langsamer. Es ließ sich allerdings feststellen, dass die Resultate sich kaum von den Teilen aus herkömmlichen Materialien unterscheiden. Das einzige, was auffiel, war, dass es ein wenig spröder als PET ist. Eine interessante Eigenschaft ist, dass der Magnetismus des Magnetbandes bestehen bleibt. Zusammenfassend kann man sagen, dass das 3D-Druckmaterial aus Videokassetten kein Ersatz für herkömmliche Kunststoffe darstellt, es aber eine tolle Verwendung für etwas ist, dass sonst keinen Gebrauch mehr findet.

In einem der Tests druckte Brother einen Kaktustopf mit einem auf 90° aufgeheizten Druckbett, einer 255°-Düse und 80% Füllung.

Werden Sie Ihre alten Videokassetten upcyceln? Lassen Sie uns dazu einen Kommentar da, oder teilen Sie es uns auf Facebook, Twitter LinkedIN oder Xing mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der Additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter.

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