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Top 12 3D-Druck-Anwendungen für Menschen mit Behinderung

Auf 3. Dezember 2019 von Lukas Johannes B. veröffentlicht
3D-Druck-Anwendungen für Menschen mit Behinderung

Dank des 3D-Drucks konnte das tägliche Leben vieler Menschen mit Behinderungen verbessert werden. Er ermöglicht das Erstellen von Objekten und Dienstleistungen, die einfach zu bedienen und an die Behinderung angepasst sind: personalisierte Rollstühle, Prothesen, pädagogische Hilfsmittel, etc. Vor allem aber macht es die additive Fertigung einfach, jedes Gerät an den Benutzer anzupassen, schneller und kostengünstiger. In einigen Fällen fügt es eine wichtige ästhetische Komponente hinzu, die die Art und Weise verändert, wie wir Behinderungen betrachten. Beispiele dafür sind Kinderprothesen, die mit dem Abbild ihrer Lieblings-Superhelden oder farbenfrohere, sehr detaillierte und leichte Innenräume hergestellt werden. Wie Sie verstanden haben, gibt es immer mehr Anwendungen für den 3D-Druck für Behinderte und wir empfehlen Ihnen, sich diese zwölf innovativen Geräte anzusehen!

TOP 1: Beinprothese für Fahrrad-Olypionikin Denise Schindler

Mit 2 Jahren rutschte Denise Schindler bei Eis und Schnee unter eine Straßenbahn und man musste ihr rechtes Bein unterhalb des Knies amputieren. Doch heute ist die mittlerweile 31-jährige eine erfolgreiche Leistungsportlerin und sie machte ihr Handicap zu ihrer Stärke. Mehrere Medallien bei paralympischen Spielen im Fahrradrennen hat sie seit dem gewonnen. Zusammen mit Autodesk arbeitete sie an ein Verfahren den Stumpf per Lasertechnik zu scannen, um so eine perfekt angepasste Beinprothese anzufertigen. In ihrem Fall wurde eine Spezialfertigung für ihr Rennrad per 3D-Druck erstellt.

TOP 2: e-NABLE Community

Die e-NABLE-Community ist eine Gruppe von Einzelpersonen aus der ganzen Welt, die zusammenarbeiten, um 3D-Prothesen für Bedürftige zu entwickeln. Die Community besteht aus etwa 2.000 Freiwilligen, die zusammenkommen, um gemeinsam an der Verbesserung der Open-Source-3D-Druckdesigns für Hände und Arme sowie des 3D-Drucks zu arbeiten. Diese 3D-Druckprothesen sind kostenlos oder sehr kostengünstig und es gibt etwa 8.000 Empfänger, die bereits von den Bemühungen und der Arbeit der e-NABLE-Community profitiert haben. Weitere Informationen finden Sie hier.

TOP 3: H(Earring) – Hörgeräte mit einem Design aus dem 3D-Drucker

H(Earing) ist eine Produktpalette von Hörgeräten, die eher einer Schmuckkollektion als den uns bekannten Hörgeräten ähnelt. Das Projekt wurde von Kate, einer französischen Fotografin, die seit 25 Jahren schwerhörig ist, und zwei Designern, Flora und Julie, die hinter dem FandD Studio stehen, entworfen. Gemeinsam beschlossen sie, das Projekt zu realisieren. Mit Hilfe eines 3D-Scanners gelang es ihnen, die komplexen Miniaturen zu erreichen und ein Hörgerät präzise zu modellieren. Von diesem ersten Schritt der Modellierung an wurde das Design dann auf den 3D-Drucker übertragen. Die meisten der derzeit auf dem Markt erhältlichen Prothesen versuchen, eine Behinderung zu verbergen, das Ziel von H (Earring) ist genau das Gegenteil, um sie mit Ästhetik und ohne Aggressivität zu präsentieren.

TOP 4: Hero Arm – Open Bionics

Open Bionics ist das Unternehmen hinter dem Hero Arm, dem weltweit ersten klinisch zugelassenen 3D gedruckten bionischen Arm. Der Hero Arm ist nicht einfach nur eine 3D-Prothese, sondern ein bionisches Gerät, das Amputierten hilft, verloren gegangene Funktionen wiederzuerlangen. Traditionell sind diese Geräte extrem teuer, was das Unternehmen bekämpft, mit einem Startpreis von etwa 5800€. Das Gerät zeigt Multi-Grip-Funktionalität und ermöglicht eine ästhetische Gestaltung für Erwachsene und Kinder unter dem Ellbogen. Die Mission von Open Bionics ist es, Einschränkungen in Superkräfte zu verwandeln, und genau deshalb ist das anpassbare Design des Geräts so wichtig, dass sich die Menschen gestärkt fühlen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle: OpenBionics

TOP 5: Paradiddle – 3D-gedruckte Prothese für Schlagzeuger

Paradiddle ist der Name einer Armprothese, die von Dominic Siguang Ma aus China in speziell für Amputierte entwickelt wurde, die gerne Schlagzeug spielen möchten. Für ein bestmögliches Ergebnis entstand das Projekt in Zusammenarbeit mit dem bekannten Schlagzeuger Greg Anton. Das Open-Source Modell besteht aus mehreren Bauteilen, die nach dem Druck mit PA-12 beladenem Glas einfach zusammengesetzt werden können. Die Innenseite der 3D-gedruckten Prothese ist mit EVA-Schaumstoff beschichtet, um maximalen Komfort für den Schlagzeuger zu gewährleisten. Auch funktional hat die Prothese einiges zu bieten, so wurde eine Mechanimus entwickelt, der dem Nutzer ermöglicht den Rückstoß der Schlagzeugstäbe besser zu kontrollieren um so einen Trommelwirbel spielen zu können. Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Quelle: Dominic Siguang Ma

TOP 6: Madrider Prado-Museum zum Anfassen

Was normalerweise strikt verboten ist, ist im Madrider Prado Museum nun ausdrücklich erwünscht. Das Prado lädt Blinde zu einer Sonderschau ein, um 3D gedruckte Kopien großer Kunstwerke zu ertasten. Der Satz „Kunst liegt im Auge des Betrachters“ kriegt hier eine ganz neue Bedeutung. Dank eingearbeiteter Relieffe in Kunstwerken wie der Mona Lisa, Goya, Da Vinci und Dürer können nun auch Blinde die Schönheit der Kunst im wahrsten Sinne des Wortes begreifen.

TOP 7: 3D-Scan und Druck für die chirurgische Rekonstruktion von Ohren

Microtia ist Lateinisch und bezeichnet eine Krankheit, bei der wörtlich übersetzt eine „anormale Kleinheit des Ohres“ vorliegt. Das sichtbare Außenohr, also die Ohrmuschel, ist seit Geburt an derart fehlgebildet, dass Betroffene nur schlecht hören können. Meistens jedoch ist nur ein Ohr betroffen, während das andere voll funktionsfähig ist. Ärzte in Schottland nutzen den 3D-Scan des gesunden Ohres, um anhand des 3D-Modells eine 3D-Duckanfertigung zu erstellen. Der Prototyp soll dabei als Vorlage dienen, wenn es darum geht das Ohr aus echtem Knorpelgewebe (aus den Rippen) zu rekonstruieren und zu implantieren.

TOP 8: See3D – 3D-gedruckte Modelle für blinde Menschen

See3D ist ein Programm, das den Druck und die Verteilung von 3D-Druckmodellen für blinde Menschen organisiert. Jeder, der blind ist, eine Sehschwäche hat, oder ein Elternteil oder Lehrer von jemandem ist, der blind ist, kann eine Anfrage für ein Modell stellen. Dieses kann beispielsweise eine Karte, ein Auto oder auch ein Tier sein. See3D verbindet sich dann mit Leuten, die über 3D-Drucker verfügen und erstellen das Modell und senden es per Post an den Empfänger. Diese Modelle beinhalten meistens Beschreibungen in einer Punktschrift (Brailleschrift), so dass Blinde ihr Modell selbstständig erkunden und verstehen können. Für dieses Projekt sucht See3D Unterstützung bei der Erstellung der Modelle, sowie finanziell im Rahmen einer Spendenkampagne. Erfahren Sie mehr zu See3D hier.

Quelle: See3D

TOP 9: IKEA und seine ThisAble-Objekte

Im vergangenen März brachte der Möbelhausriese eine Serie namens ThisAble auf den Markt: 3D-Druckmöbelanbauten, die an unseren Schränken, Sofas, Duschvorhängen usw. befestigt werden, um Menschen mit Behinderungen den Alltag zu erleichtern. 13 Modelle sind online verfügbar und können kostenlos heruntergeladen werden. Typischerweise können Sie eine 3D-Verlängerung drucken, um Ihr Sofa anzuheben, leichter zu sitzen und aufzustehen, aber auch Stoßstangen für Fenster, um sie vor Stößen durch einen Rollstuhl zu schützen. Alle Modelle finden Sie hier.

TOP 10: UNYQ – anpassbare Prothesenabdeckungen

Das 2014 gegründete amerikanische Start-up UNYQ bietet mit Hilfe additiver Fertigungstechnologien ästhetische und individualisierbare Lösungen für Menschen, die eine Prothese am Unterschenkel tragen. Ziel ist die Entwicklung von anpassbaren Bezügen, die es dem Benutzer ermöglichen, Formen, Farben und Texturen mit Hilfe von 3D-Technologien so auszuwählen, dass jede Prothese einzigartig und unterschiedlich ist. Zusätzlich zu den Abdeckungen verfügt das junge Unternehmen in Zusammenarbeit mit 3D Systems und Studio Bitonti über eine weitere Produktlinie, ein anpassbares Skoliosekorsett, mit dem Patienten ihre Behandlungsziele besser erreichen können. UNYQ ermöglicht es, eine Behinderung auf ästhetische Weise darzustellen, zusätzlich zu der Tatsache, dass die Wearables der Marke innerhalb von drei Wochen fertig sind.

TOP 11: Virtuoz – Bessere Orientierung durch 3D-Druck

FeelObject ist ein junges französisches Startup-Unternehmen, das Virtuoz entwickelt hat, eine taktile und interaktive 3D-Druckkarte für alle Menschen mit Sehbehinderungen. Das Gehäuse wird auf einem 3D-FDM-Drucker mit Nylon hergestellt und kann nach den Bedürfnissen des Benutzers angepasst werden. Es ist in Relief gehalten und stellt das Innere eines Gebäudes, einer Wohnung, eines Hauses usw. dar. Diese 3D-Druckkarte enthält auch Symbole, die den Orientierungspunkten entsprechen (Notausgang, Toiletten usw.): Wenn die Person sie drückt, erhält sie fundierte Informationen, die sie auf ihrer Reise begleiten. Virtuoz hatte es FeelObject auch ermöglicht, die erste Ausgabe des Startup-Wettbewerbs auf dem 3D Print Congress & Exhibition in Lyon zu gewinnen.

TOP 12: Wheelwear – Disrupt Disability

Wheelwear, entwickelt von Disrupt Disability, ist ein modularer Rollstuhl, den Sie kontinuierlich an Ihren Körper und Stil anpassen können. Das Unternehmen mit Sitz in Großbritannien bietet denen, die einen Rollstuhl benötigen, die Wahl, genau wie beim Schuhkauf. Ihr modularer Rollstuhl verfügt über Schnellspannmechanismen, mit denen Sitz, Rückenlehne, Vorderräder, Fußplatte und mehr einfach gewechselt werden können. Die Technologie hinter dem anpassbaren Rollstuhl von Disrupt Disability ist der 3D-Druck. Er ermöglicht die Erstellung neuer Module, die den sich ändernden Bedürfnissen und Präferenzen einer Person mit vertretbarem Aufwand entsprechen, anstatt einen völlig neuen Rollstuhl herzustellen. Weitere Informationen finden Sie hier.

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