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3D-Druck und Mode: Top 13 Beispiele für innovative / nachhaltige Fashion

Am 4. August 2022 von Raphael S. veröffentlicht

Die Modebranche umfasst mehrere Industriezweige, sei es die Bekleidungs-, Kosmetik- oder Luxusindustrie: Sie kreieren alle möglichen Produkte, um einen Stil, einen Look oder eine Lebenseinstellung zu verschönern und zu bekräftigen. Und in dieser Modewelt muss man sich von der Masse abheben und immer originellere und innovativere Mode anbieten. Aus diesem Grund wenden sich viele Marken und Designer der 3D-Technologie zu. Denn die additive Fertigung bietet eine große Gestaltungsfreiheit und ermöglicht gleichzeitig eine Massenpersonalisierung und eine Verringerung der Umweltauswirkungen. Es ist beispielsweise bekannt, dass die Textilindustrie negative Auswirkungen auf unseren Planeten hat; indem nur das benötigte Material verwendet und nach Bedarf produziert wird, könnte der 3D-Druck diese Auswirkungen abmildern. Aber welche Anwendungen des 3D-Drucks sind heute in der Modebranche verfügbar? Von Haute-Couture-Kleidern bis hin zu Handtaschen – wir werfen einen Blick auf einige Initiativen, die in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sind.

NFT-Kollektion von Danit Peleg 

Danit Peleg der erste Designer weltweit, der eine Kollektion vollständig mit Desktop-3D-Druckern hergestellt hat. Die Struktur seiner Designs ist inspiriert von der Mischung traditioneller Textileigenschaften mit neuerer Technologie, so wurde diese spitzenähnliche Textur erzeugt. Der Designer sagt, dass der 3D-Druck es ermöglicht, dass digitale Mode physisch wird und der Kreativität so weniger Grenzen gesetzt werden. Die Kleidung wird mit flexiblem Filament mit einem Desktop-3D-Drucker Schicht für Schicht gedruckt, um die dreidimensionale Struktur zu schaffen, welche sich der Körperform anpasst. Danit Pleg glaubt, dass wir in naher Zukunft mehr tragbare additiv gefertigte Materialien zur Auswahl haben werden. 

Iris van Herpen

Die niederländische Designerin war eine der Ersten, die den 3D-Druck in der Fashionindustrie einsetzten. Sie beeindruckte bereits bei der diesjährigen Met Gala mit ihren außergewöhnlichen 3D-gedruckten Kreationen welche von Teyana Taylor, Winnie Harlow und Fredrik Robertsson getragen wurden. Bei der diesjährigen Fashion Week in Paris stellte sie zudem ein 3D-gedrucktes Haute-Couture-Kleid vor, welches in einer Zusammenarbeit zwischen der Designerin und der belgischen Eismarke Magnum entwickelt wurde. Das Kleid wurde vollständig aus einem veganen Biomaterial auf der Basis von Kakaobohnenschalen hergestellt. Iris van Herpen arbeitet an der Schnittstelle von Mode, Design, Technologie und Wissenschaft. In ihren Entwürfen bringt sie Natur, Mode und Technologie zusammen indem sie unkonventionelle Materialien und Technologien verwendet und diese mit traditionellen Couture-Techniken kombiniert.

Mode aus dem 3D-Drucker in der Galerie Dior

Auch im Bereich Haute Couture findet die additive Fertigung seinen Einsatz, wie zum Beispiel in der Galerie Dior in Paris. Dort, in der weltberühmten Avenue Montaigne, können Interessierte mehrere hunderte 3D-gedruckte Repliken von einstigen Dior Kleidungsstücken, Handtaschen oder auch Schuhen finden. Der Herstellungsprozess erfolgte dank der Zusammenarbeit zwischen der Agentur ALIGHIERI und LA FERME 3D ©. Gemeinsam investierte man über 100.000 Druckstunden und 10.000 Stunden für die Nachbearbeitung. Gedruckt wurde auf mehr als 30 Druckern, wobei diese insgesamt sechs Monate – Tag und Nacht – im Druck-Einsatz waren, um das ikonische Dior-Projekt fertigstellen zu können. Das hierbei verwendete Material ist biobasiert.

Alle Farben und alle Formen an Kleidungsstücken und Accessoires kann man hier finden (Bild: Dior)

Kornit Digital und ihre 3D-gedruckte Strickware

Der gesellschaftliche Konsum von Fast-Fashion war der ausschlaggebende Punkt für Ronen Samuel, CEO von Kornit Digital. Hierbei handelt es sich um ein nachhaltiges Modelabel, das die additive Fertigung nutzt, um somit Strickwaren herzustellen. Im Detail verwendet Ronen für seine nachhaltige und Abfall reduzierende Mode den Direct-to-Garment-Druck an, also den Druck direkt auf Textilien aller Art. Genutzt wird in diesem Fall die MAX-Technologie des Unternehmens, bei der Schicht für Schicht die Tinte aufgetragen wird. Das Resultat: ein Kleidungsstück, welches aussieht, als wäre es mit der Stricktechnik hergestellt worden. Seine Mode konnte man sogar bereits auf der Tel Aviv Fashion Show begutachten.

 

(Bild: Kornit Digital)

3D-gedruckte Skelettmaske

Ein großartiges Beispiel dafür, wie man mit 3D-Druck ein einzigartiges Stück kreieren kann, das einem Outfit den letzten Schliff verleiht, ist diese Skelettmaske, die der Designer Kevin Freitas Conlin entworfen hat. Das exotisch anmutende Accessoire wurde von der Drag Queen Aquaria in der zehnten Staffel der beliebten Show Ru Paul’s Drag Race getragen und verhalf ihr zum Sieg im Finale der Show. Die knochenähnliche Struktur der Maske, die an Aquarias Gesicht angepasst wurde, wurde Berichten zufolge mit Hilfe einer 3D-Drucklösung des amerikanischen AM-Unternehmens Shapeways aus lasergesintertem Nylon gedruckt. Dies war das erste Mal, dass 3D-Drucktechnologien in der Show eingesetzt wurden, und es inspirierte die Designer in späteren Staffeln von Ru Paul’s Drag Race, ebenfalls damit zu experimentieren und einzigartige Stücke zu kreieren, wie z. B. das modische Exoskelett, das von Kandidatin A’hora in Staffel 12 getragen wurde.

Julia Daviys abfallfreier 3D-gedruckter Rock

Julia Daviy begann 2017 mit der Kreation von 3D-gedruckter Mode und hat seitdem eine Vielzahl von erstaunlichen 3D-gedruckten Kleidungskollektionen veröffentlicht. Die in Kalifornien ansässige Modedesignerin, die sich schnell zu einer Pionierin der nachhaltigen 3D-gedruckten Mode entwickelt hat, entwirft und produziert zahlreiche Mode-, Schmuck- und Wohnkollektionen mit einem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit. Ein interessantes Beispiel für ihre Arbeit ist der Organic Skirt. Dieses besondere Stück ist das zentrale Element einer 3D-gedruckten Kollektion, die im Jahr 2019 veröffentlicht wurde. In dem Projekt mit dem Titel After Forever Collection wurden alle Kleidungsstücke mit großformatigen 3D-Druckern gedruckt. Der Organic Skirt war das erste digitale 3D-gedruckte Kleidungsstück, das auf dem US-Markt erhältlich war, und ist in über 1.000 Varianten digital anpassbar.

 

VIP TIE: 3D-gedruckte Mode für Herren

VIP TIE ist ein italienisches Unternehmen, das für seine 3D-gedruckten Krawatten bekannt ist. Ziel des Unternehmens ist es, Modeaccessoires anzubieten, die so individuell wie möglich auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden abgestimmt sind. Die Produktpalette umfasst nicht nur Krawatten, sondern auch Fliegen, Klebekrawatten und sogar Geldbörsen.  VIP TIE verbindet Luxus und innovatives Hightech-Design. Bei der Herstellung einer einzelnen Krawatte kann eine Vielzahl von Farben und Materialien verwendet werden, wie z. B. exotisches Leder, Perlmutt, Karbonfasern, Silber, Gold, massives Silber oder andere luxuriöse Materialien wie Diamanten, luxuriöse Knöpfe, massives Gold oder 24-Karat-Vergoldung. Neben der hohen Individualisierbarkeit der Produkte besteht ein weiterer Vorteil von VIP TIE darin, dass mehr als 80 % der verwendeten Materialien zu 100 % umweltfreundlich sind.

PATRONANZ

Das Münchner Sportunternehmen hat dank seines Designers Bastian Müller eine Auszeichnung erhalten. Patronance kreiert Jacken für alle, die „ein schnelles Leben führen“, egal ob sie mit dem Skateboard, dem Roller oder dem E-Bike unterwegs sind. Es verwendet eine leichte und flexible Textildrucktechnologie namens GRDXKN, die Substrate in intelligente Textilien verwandelt. Dieses einzigartige Material, aus dem diese Kleidungsstücke hergestellt werden, bietet integrierten Schutz, Isolierung und Griffigkeit dank der feuchtigkeitsregulierenden, atmungsaktiven, wasserabweisenden, abriebfesten und stoßdämpfenden Textilschicht. Die intelligenten Textilien dieses Unternehmens ermöglichen es Ihnen also, sicher und stilvoll zugleich zu sein.

3D-gedruckte Lederalternativen

Wenn es um Materialien in der Mode geht, ist eines, das nie aus der Mode kommen wird, Leder. Für Jacken, Stiefel und alles, was dazwischen liegt, ist Leder ein Eckpfeiler der Branche. Die ethische Verwendung des Materials kann jedoch schwierig sein. Echtes Leder wird oft als weitaus besser als seine Alternativen angepriesen, aber viele würden es trotzdem bevorzugen, wenn das Leder frei von Tieren wäre. Zum Glück haben Forscher der Tufts University vielleicht eine Lösung. Mithilfe von Seidenkokons der Seidenraupe Bobmyx mori und 3D-Druck auf einem speziell angefertigten pneumatischen Extrusions-3D-Drucker konnten die Forscher eine umweltfreundliche, tierfreie Lederalternative herstellen, die nicht nur echtem Leder ähnelt, sondern auch die gleichen mechanischen Eigenschaften aufweist. Obwohl sie bisher nur ein Portemonnaie aus dem Material hergestellt haben, könnte die Entdeckung in naher Zukunft einen großen Einfluss auf die Modeindustrie insgesamt haben.

Stratasys und die SSYS 2Y22 Reflection Kollektion

Kürzlich hat der bekannte Hersteller Stratasys mit der Einführung seines J850 TechStyle 3D-Druckers sein Engagement in der Welt der Mode vorgestellt. Seitdem hat das amerikanisch-israelische Unternehmen die Möglichkeiten der additiven Fertigung in diesem Bereich weiter demonstriert. Während der Mailänder Design Fashion Week wurde die Kollektion SSYS 2Y22 Reflection vorgestellt, die hochwertige Accessoires und Kleidung umfasst, die alle in 3D gedruckt sind. Dies war dank der Zusammenarbeit mit 7 anderen Designergruppen möglich, die zusammen mit der Technologie der J850 TechStyle-Lösung die Entwicklung einer innovativen Produktlinie ermöglichten, die die in den letzten Jahren beobachteten sozialen Auswirkungen widerspiegeln soll. Im folgenden Video können Sie sehen, wie diese Kleidungsstücke mit Hilfe des 3D-Drucks hergestellt wurden, und zwar von Ganit Goldstein, einem der Designer, die an der SSYS 2Y22 Reflection-Kollektion teilgenommen haben:

Was halten Sie von der Mode aus dem 3D-Drucker? Lassen Sie uns dazu gerne einen Kommentar da oder teilen Sie es uns auf FacebookTwitterLinkedIN oder Xing mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der Additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter!

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