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Thinking Huts setzt auf 3D-Druck, um den Zugang zu Bildung zu verbessern

Auf 15. Juli 2021 von Isabell I. veröffentlicht
Thinking Huts

Thinking Huts ist ein Verein, der den Zugang zu Bildung durch 3D-Technologien fördern will. Durch den 3D-Druck von Schulen hofft sie, die Anzahl der verfügbaren Infrastrukturen schnell zu vervielfachen und gleichzeitig Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen, während sie eine ökologischere und nachhaltigere Bauweise fördert. Im Januar dieses Jahres konnte Thinking Huts ihre erste Pilotschule in Fianarantsoa, Madagaskar, 3D-drucken. Diese soll im Laufe des Jahres ihre Türen öffnen, wenn es die Pandemie zulässt. Die Gründerin des Vereins, Maggie Grout, will noch weiter gehen und strebt an, dieses Projekt der 3D-gedruckten Schulen weltweit zu entwickeln. Sie ist vom Potenzial des 3D-Drucks überzeugt und möchte technologische Lösungen mit hohem Mehrwert mit humanitären Werten verbinden, um so noch mehr Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Wir haben mit ihr gesprochen, um mehr über ihre Vision zu erfahren!

3DN: Können Sie sich selbst sowie Ihre Verbindung zur additiven Fertigung vorstellen?

Hallo, mein Name ist Maggie Grout und ich bin die Gründerin und Geschäftsführerin von Thinking Huts, einer gemeinnützigen Organisation, die mit innovativen, humanitär orientierten Technologielösungen den weltweiten Zugang zu Bildung verbessern will. Wir versuchen, die additive Fertigung zu nutzen, um 3D-gedruckte Schulen mit Gemeinden dort zu bauen, wo sie am meisten gebraucht werden.

Maggie Grout (Bildnachweis: Thinking Huts)

3DN: Wie kam es zu der Idee, Thinking Huts zu schaffen?

Die Idee, Schulen in 3D zu drucken, hatte ich zum ersten Mal vor etwa 6 Jahren. Damals war ich 15 Jahre alt und hatte die Vision, den Zugang zu Bildung zu verbessern. Es gab einen nostalgischen Moment, als ich im Büro meines Vaters über die Zukunft der Technologie diskutierte und ihn fragte: „Was wäre, wenn wir sie in 3D drucken würden?“ Thinking Huts wurde aus dieser Frage geboren.

3DN: Warum haben Sie sich für den 3D-Druck entschieden, um Ihre Schulen zu erstellen?

Ich denke, dass 3D-Technologien viele Vorteile bieten, und das nicht nur im Bereich des Bauens! Im Fall von Thinking Huts ermöglicht uns der 3D-Druck, mehr Schulen in kürzerer Zeit zu bauen und gleichzeitig die Baukosten zu senken. Der zusätzliche Vorteil ist, dass er im Vergleich zur traditionellen Bauweise nachhaltiger ist.

Die erste Schule von Thinking Huts wird in Madagascar aufgebaut werden. (Bildnachweis: Thinking Huts)

3DN: Vor welchen Herausforderungen stehen Sie?

Die größten Herausforderungen zählt die Finanzierung, zumal wir diese wachstumsstarke Technologie für humanitäre Ziele einsetzen wollen. Außerdem habe ich festgestellt, dass der 3D-Druck im Bausektor noch relativ unbekannt ist. Oft denken die Leute, dass 3D-Druck nur im Desktop-Maßstab eingesetzt wird und kunststoffbasierte Objekte erzeugt. Für manche kann es schwierig sein, sich den 3D-Druck im architektonischen Maßstab vorzustellen.

Für Thinking Huts suchen wir nach Möglichkeiten, eine Synergie zwischen Technologie und lokalen Gemeinschaften zu schaffen. Ich möchte lokale Arbeitskräfte beschäftigen, um die Wirtschaft der sich entwickelnden Gemeinden einzubeziehen und den Technologietransfer zu unterstützen.

3DN: Was sind die Spezifikationen für die 3D-gedruckten Schulen von Thinking Huts?

Ein Gebäude („Hut“) wird 765 Quadratmeter groß sein und ein Hybriddesign aus 3D-gedruckten Betonwänden bestehen, zusammen mit lokal beschafften Materialien für die anderen Komponenten. Der Beton wird eine modifizierte Mischung sein, die weniger CO2 ausstoßen sollte, was für uns essentiell ist. Wir hoffen, dass wir in Zukunft, wenn sich die Materialien weiterentwickeln, auf nachhaltigere Alternativen umsteigen können, die auf in der lokalen Umgebung verfügbaren Materialien basieren. Wir prognostizieren eine Bauzeit von weniger als einer Woche. Sobald wir unsere Pilotschule gebaut haben, werden wir eine genaue Stundenzahl nennen können. Den Bau planen für das vierte Quartal dieses Jahres – abhängig von der Pandemie.

Thinking Huts

So könnte ein Klassenzimmer in Zukunft aussehen. (Bildnachweis: Thinking Huts)

3DN: Was sind die zukünftigen Projekte von Thinking Huts?

Wir planen den Bau von drei weiteren Schulen in einer eher ländlichen Gemeinde namens Ibity. Über das Pilotprojekt hinaus werden wir den Bau unserer 3D-gedruckten Schulen in Partnerschaft mit Gemeinden in Madagaskar fortsetzen. Unsere größere Vision ist es, auf der ganzen Welt zu expandieren. Es ist sehr spannend, Partnerschaftsinteresse von Organisationen und Menschen in Simbabwe, Malawi, Pakistan, Indien und Südafrika zu erhalten.

3DN: Irgendwelche letzten Worte für unsere Leser?

Ich hoffe, dass wir mehr Frauen in Führungspositionen sehen werden, besonders in männerdominierten Technologiebranchen wie dem 3D-Druck 🙂 Indem wir zusammenarbeiten, können wir eine globale Wirkung erzielen! Stellen Sie sicher, dass Sie das Projekt HIER unterstützen.

Was denken Sie über Thinking Huts? Lassen Sie uns zu diesem Thema gerne einen Kommentar da oder teilen Sie es uns auf FacebookTwitterLinkedIN oder Xing mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter!

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