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7. Ausgabe der Studie „The State of 3D Printing“ bestätigt additives Wachstum trotz Pandemie

Auf 21. April 2021 von Isabell I. veröffentlicht
sculpteo

Zum 7. Mal in Folge hat der Druckdienstleister Sculpteo seine Studie „The State of 3D Printing“ veröffentlicht, die Anwender der additiven Fertigung auf der ganzen Welt beleuchtet. In diesem Jahr ist der Bericht ein wenig anders, da er auch die Auswirkungen der Gesundheitskrise auf die 3D-Druck-Aktivitäten der Befragten untersuchte. Und tatsächlich kann festgehalten werden, dass diese insgesamt recht positiv sind: 30 % von den Studienteilnehmern geben an, ihre 3D-Druckaktivitäten als Reaktion auf die COVID-19 erhöht zu haben, wobei 23 % mehr als 100.000 Euro investiert haben. Es kann hinzugefügt werden, dass die Teilnehmer ihr Vertrauen in die Technologie aufrechterhalten und bereit sind, im Jahr 2021 mehr zu investieren, was für 61 % zutrifft. Die Studie zeigt also einen guten Zustand der additiven Fertigungsindustrie und bestätigt damit letztendlich, was bereits im letzten Jahr angekündigt wurde.

Die 7. Ausgabe der State of 3D Printing enthält die Antworten von 1.900 Branchenexperten aus 86 verschiedenen Ländern. Clément Moreau, CEO und Mitbegründer von Sculpteo, unterstreicht die Tatsache, dass die Studie zum ersten Mal derartig international ausfällt. In diesem Jahr ist die größere Reife des 3D-Drucks zu bemerken. Mehr Teilnehmer haben sich intern für die Technologie entschieden und ihre Aktivitäten um sie herum strukturiert. 18 % von ihnen haben eine Abteilung geschaffen, die sich der additiven Fertigung widmet, und 43 % nutzen sie seit über 5 Jahren. Wie Sie wissen, wurde der 3D-Druck hauptsächlich für das Rapid Prototyping verwendet, aber seit einigen Jahren hat sich der Trend umgekehrt. Die Zahlen sprechen für sich: 53 % der Befragten nutzen den 3D-Druck für Kleinserien und 25 % für Großserien.

Additive Fertigung wird in der Produktion von Klein- und Großserien eingesetzt (Bildnachweis: BMW).

Wenn man einen genaueren Blick auf die Anwendungen wirft, zeigt die Studie, dass mehr Unternehmen fertige Teile in 3D drucken, insbesondere mechanische Teile (52 %) und Konsumgüter (27 %). Auch der Werkzeugbau und die Erstellung von Ersatzteilen ist nicht zu verachten. Hierbei denken wir besonders an den Trend der Reparierbarkeit von Bauteilen oder an den Kampf gegen die programmierte Obsoleszenz. Der 3D-Druck bietet eine sehr interessante Alternative, die sogar die französische Regierung überzeugt hat: Diese hat die additive Fertigung in ihr Anti-Abfall-Gesetz integriert.

Vorteile, Herausforderungen und zu überwindende Hindernisse

Die State of 3D Printing bringt auch die Gelegenheit, die wichtigsten Vorteile der additiven Fertigung zu überprüfen. Es ist nicht allzu überraschend, dass die Fähigkeit, komplexe Geometrien zu erstellen und schnell zu iterieren, die beiden wichtigsten Vorteile bleiben (69 % bzw. 52 %). Was sich in diesem Jahr geändert hat, ist die Massenindividualisierung: Für 41 % der Befragten macht es der 3D-Druck einfacher und schneller, individuelle Produkte zu entwerfen, verglichen mit 32 % im Jahr 2020. Dies lässt sich zum Teil durch die aktuelle Pandemie erklären: 3D-Technologien haben es möglich gemacht, persönliche Schutzausrüstung, personalisierte Geräte usw. herzustellen. Der medizinische Sektor hat stark von der additiven Fertigung profitiert, die in der Lage ist, für jeden Patienten angepasste Werkzeuge anzubieten.

Die wichtigsten Vorteile des 3D-Drucks (Bildnachweis: Sculpteo)

Die Grenzen der additiven Fertigung bleiben mehr oder weniger die Gleichen wie im letzten Jahr, d. h. die Schwierigkeit, die Qualität eines 3D-gedruckten Teils zu kontrollieren und die Nachbearbeitung, die oft zu zeitaufwendig ist. Professionelle Anwender betonen die Wichtigkeit der Wiederholbarkeit in ihren Fertigungsprozessen: Wie kann man garantieren, dass jedes Teil identisch wird? 59 % sind der außerdem der Meinung, dass die mangelnde Zuverlässigkeit der 3D-Drucktechnologien ein optimales Marktwachstum verhindert. Dies stellt eine Eintrittsbarriere dar, zu der noch hohe Einstiegskosten und ein Mangel an innovativen Materialien hinzukommen. François Minec, Geschäftsführer von BASF Forward AM, fügt hinzu: „Konsistenz und Zuverlässigkeit der Technologie von Charge zu Charge, Gesamtbetriebskosten und Materialien für neue Anwendungen sind der Schlüssel zur weiteren Entwicklung der Technologie. Die Industrie muss auch das Potenzial von Design for Additive Manufacturing (DfAM) Methoden erkennen.

Schließlich kam mehrfach die Frage nach den Materialien auf. Für 72 % der Teilnehmer ist die Festigkeit die gesuchte Haupteigenschaft, was letztlich nicht so überraschend ist, da immer mehr Unternehmen Fertigteile für anspruchsvolle industrielle Anwendungen in 3D drucken. Preis und Benutzerfreundlichkeit sind zwei weitere wichtige Kriterien, die bei der Auswahl der Materialien zu berücksichtigen sind.

Unternehmen sind auf der Suche nach widerstandsfähigen Materialien (Bildnachweis: Sculpteo).

Der Einfluss von COVID-19 auf den 3D-Druckmarkt

Letztendlich hat die Gesundheitskrise die additive Fertigungsindustrie nicht so sehr beeinträchtigt, wie vielleicht vorerst vermutet. Ganz im Gegenteil: Sie hat den 3D-Druck eher in ein gutes Licht gerückt, indem sie seine Flexibilität und Fähigkeit, unterbrochene Lieferketten zu reparieren, demonstriert hat. Laut der Sculpteo-Studie hatten 37 % der befragten Unternehmen in diesem Zeitraum neue Geschäftsmöglichkeiten und eine höhere Nachfrage nach 3D-Druck. Natürlich hätte der Markt ohne diese Pandemie noch stärker wachsen können, aber nichtsdestotrotz zeigt sie interessante Versprechungen für die nächsten Jahre.

Ramon Pastor, VP & GM 3D Printing von HP, fasst zusammen: „COVID-19 sowie geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten haben das Interesse an der Einführung des 3D-Drucks zum Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten und zur Ermöglichung lokaler On-Demand-Fertigung verstärkt. Während COVID-19 die globalen Versorgungsketten gestört und die Fähigkeit zur effizienten Lieferung kritischer Materialien eingeschränkt hat, hat sich der 3D-Druck als Schlüsseltechnologie herauskristallisiert, um einige der am meisten nachgefragten Materialien zu liefern. Während viele Unternehmen die Bedeutung der digitalen Transformation verstehen, hat die Pandemie zu Geschäftsunterbrechungen geführt, einschließlich Einschränkungen bei den Investitionsausgaben, was zu einer Verlangsamung des 3D-Druck-Wachstums im letzten Jahr führte.

Die vollständige Studie können Sie HIER einsehen. Lassen Sie uns dazu gerne einen Kommentar da, oder teilen Sie uns Ihre Meinung auf Facebook, Twitter LinkedIN oder Xing mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der Additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter.

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