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Initiativen gegen Covid-19 Teil I: Give a Breath Challenge und Formlabs Netzwerk

Auf 4. April 2020 von Sandra S. veröffentlicht

Angesichts der aktuellen gesundheitlichen Krisensituation haben wir bereits über verschiedene per 3D-Druck gefertigte Teile wie Beatmungsventile, Reagenzgläser und verschiedenen Gesichtsschutzmasken berichtet. Spätestens die Reaktion der Maker Community auf diese Artikel hat uns gezeigt, dass die Solidarität und der große Wille, mittels 3D-Druck Unterstützung bieten zu können, weit verbreitet sind. Doch dieser Wille alleine reicht häufig nicht aus, wenn unklar ist, in welchen Einrichtungen besonders dringend Hilfe benötigt wird und wie entsprechende Instanzen zu kontaktieren sind. Um Klarheit diesbezüglich zu schaffen, hat sich unser Team auf die Suche nach entsprechenden Initiativen begeben und mit diesen Kontakt aufgenommen. Im ersten Teil widmen wir uns der Give a Breath Challenge der Fraunhofer Gesellschaft und Munich RE sowie dem von Formlabs nun auch in Deutschland gestarteten Netzwerk für den Druck von medizinischen Teilen.

Give a Breath Challenge: Zusammenarbeit zwischen Fraunhofer Gesellschaft und Munich RE

Die Give a Breath Challenge ist im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Munich RE und der Fraunhofer Gesellschaft ins Leben gerufen worden. Ziel der Challenge ist es, die besten 3D-druckbaren Konstruktionen von Notfallbeatmungsgeräten zu ermitteln. Die Notfallbeatmungsgeräte sollen „nur in Notfällen für die dezentrale Behandlung von nicht intensivmedizinischen COVID-19 Patienten eingesetzt werden“, so Martin Sodenheimer, Head of New Business Incubation bei Munich RE. Neben den Beatmungsgeräten sollen auch Verbrauchsmaterialien, wie Beatmungsmasken, Ventile, Sauerstoffflaschen und Sauerstoffkonzentratoren entwickelt werden, die im Rahmen der dezentralen Beatmung notwendig sind.

Die Challenge richtet sich weltweit an Teams oder Einzelpersonen, die privat oder von Unternehmensseite aus teilnehmen möchten, um, die Auswirkungen der Pandemie zu lindern. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Fähigkeit, für diese Art der Anwendung 3D-Modelle zu entwerfen und schließlich umsetzen zu können. Martin Sodenheimer betont hierbei: „das können Industriedesigner, 3D-Druckexperten, Elektroingenieure, Medizintechniker, Materialwissenschaftler oder Tüftler sein.“ Falls Sie die Anforderungen erfüllen, haben Sie noch bis zum 05. April 2020 um 23:59 Zeit, sich auf der dafür vorgesehenen, hier verlinkten Seite teilzunehmen.

Die Vorschläge werden daraufhin überprüft, bis die Jury schließlich am 15.04. die Gewinner bekanntgibt. Teil der Jury sind unter anderem der Fraunhoferpräsident Prof. Reimund Neugebauer und Prof. Ralf B. Wehrspohn, Vorstand für Technologiemarketing und Geschäftsmodelle bei Fraunhofer, sowie Dr. Torsten Jeworrek und Dr. Thomas Blunck, Vorstandsmitgliedern von Munich RE.

Auf die Frage hin, was im Anschluss an die Gewinnerkürung passiert, erklärt Martin Sodenheimer: „Inklusive der Gewinnprämie steht ein Realisierungsbudget von mindestens 600.000 Euro zur Verfügung, um die ausgewählten Ideen zu Prototypen und in einer ersten Stückzahl in die Tat umzusetzen. Die ausgewählten digitalen Entwürfe sollen Regierungen und Staaten auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt werden, damit sie mit der dezentralen, 3D-gestützten  Produktion beginnen können, wo und wann immer sie am dringendsten benötigt wird.“

Melden Sie sich hier für die Give a Breath Challenge an!

Bildnachweis: Munich RE 

Formlabs will auch in Deutschland ein Netzwerk gegen Covid-19 schaffen

Auch Formlabs hat eine Initiative zur Linderung der Verbreitung des Coronavirus ins Leben gerufen. Ziel sei es, Unternehmen, Organisationen und Anbieter im Gesundheitswesen mit Kunden von Formlabs zusammenzubringen, die ihre Drucker und Zeit zur Verfügung stellen, um kritische Engpässe in der Lieferkette zu umgehen und auf Bedürfnisse im Gesundheitswesen einzugehen.

Nach dem erfolgreichen Start in den USA, bei dem beispielsweise die Northwell Health University pro Tag 1000 bis 15000 Abstrichtupfer auf FabLabs Drucker gefertigt hat, soll die Umsetzung ähnlicher Projekte nun auch im deutschsprachigen Raum durch ein Netzwerk unterstützt werden. „Wir arbeiten eng mit Gesundheitseinrichtungen, Regierungsbehörden und unserem Netzwerk von über 1.500 Freiwilligen zusammen, um bei der Entwicklung, dem Bau von Prototypen und der Produktion von Teilen zu helfen, die von Kliniken getestet und möglicherweise übernommen werden“, so Managing Director EMEA Stefan Holländer gegenüber 3Dnatives. Bei den zu entwickelnden Hilfsmitteln liege der Fokus aktuell auf Testkit-Tupfern, Beatmungsgeräten, Atemmasken und Gesichtsschutz. Kriterien zur Wahl der Schwerpunkte seien laut Holländer auf Basis „der technischen Durchführbarkeit und der regulatorischen Auswirkungen“ gewählt worden. Bei den Tupfern handelt es sich um Teststäbchen für Abstriche auf COVID-19 und sie werden aus einem von Formlabs entwickelten biokompatiblen Harz Surgical Guide Resin entwickelt, das ursprünglich im zahnärztlichen Bereich für Implantatsetzung entwickelt wurde.

Per Surgical Guide Resin gefertigter Abstrichstab (Bildnachweis: Formlabs)

Laut Holländer sei bei dem Druck der Hilfsmittel zu beachten, dass es sich um medizinische Produkte handle, die unbedingt für den vorhergesehenen Zweck sicher sein müssten. Er fordert zudem Maker auf, bei der Verwendung von Materialien, die nicht von Formlabs stammen, im Hinblick auf deren Verwendungszweck zu überprüfen und zu validieren. Außerdem sei es unerlässlich, die behördlichen Genehmigungen und Freigaben einzuholen. Die Auseinanersetzung mit örtlichen Vorschriften, Sicherheitsdatenblättern, Softwarefunktionen, Sterilisationsanforderungen und institutionellen Anforderungen sei unerlässlich.

Falls Sie Teil des Netzwerkes werden wollen, finden Sie auf der offiziellen Website von Formlabs weitere nützliche Informationen.

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