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Schweizer Studenten bauen 3D Drucker mit sechs Achsen

Am 16. Februar 2017 von Raphael S. veröffentlicht

Zwei Studenten der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) haben einen neuartigen 3D Drucker entwickelt. Dieser druckt die Modelle mit dem gängigen und kostengünstigen Verfahren der Schmelzschichtung. Das besondere daran ist neben dem dreiachsigen Druckkopf auch das ebenfalls dreiachsige Printbett, welches einen Druck von Modellen mit Überhang ermöglicht, ohne zusätzliches Stützmaterial.

Studenten bauen 3D Drucker

Dieses Konzept ist dabei nicht neu, bereits letztes Jahr hat die japanische Firma ENOMOTO einen 5-achsigen 3D Drucker vorgestellt, der ebenfalls ohne Stützmaterial auskommt. Ähnliche Projekte wurden auch von anderen Firmen und Studenten realisiert. Der Gedanke ist dabei immer der gleiche: Nutzern soll ermöglicht werden, auch stark gekrümmte Modelle oder Bauteile mit einem großen Überhang drucken zu können – ohne Stützmaterial. Dies ist durch das bewegliche Printbett möglich, es wird je nach Krümmung ein Winkel eingestellt, um aus einem normalen horizontalen Überhang eine stabile vertikale Struktur zu schaffen. Mit Technologie sind ebenfalls weiche Übergänge und Kurven möglich, nämlich durch gleichförmiges Kippen des Printbetts bei seitlich austretendem Material.

Fasziniert von diesen Möglichkeiten haben die beiden Masterstudenten ebenfalls einen Drucker gebaut, der die Vorteile von mehreren Achsen nutzen kann. Nicht nur um komplexere Strukturen drucken zu können, sondern auch – um im Hinblick auf das Ersparnis von Stützmaterial – schneller zu drucken.

Studenten bauen 3D Drucker

Die beiden Masterstudenten Oliver Tolar und Denis Herrmann mit ihrem Prototyp

„Mit unserem Gerät können Überhänge ohne zusätzliche Stützstruktur gedruckt werden, was Material und Druckzeit einspart“, so Denis Herrmann. „Ausserdem hinterlassen Stützstrukturen oft sichtbare Spuren, die manuell entfernt werden müssen. Dieser zusätzliche Arbeitsschritt entfällt dank unserer Methode.“

Es gibt allerdings eine Schwierigkeit, die die beiden nicht überwinden konnten. Durch die nur begrenzte Zeit und Ressourcen war es ihnen nicht möglich, die notwendige Software zu entwicklen, um das Printbett und den Druckkopf gleichzeitig zu bewegen. So sind mit ihrem Drucker zwar die Überhänge problemlos möglich, die weichen Kurven sind allerdings nicht möglich. Kritiker zweifeln außerdem an der Technologie, wenn man beachtet, dass die klassische Methode mit Stützmaterial auf lange Sicht hin vielleicht doch günstiger und zuverlässiger ist.

Besuchen Sie die Website der ZHAW für mehr Informationen und folgen Sie 3Dnatives auf Twitter und per RSS-Feed oder Facebook, um stets auf dem Laufenden bleiben!

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