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#Startup3D: Pint entwickelt Metalllegierungen für den 3D-Druck

Am 10. März 2022 von Bianca Z. veröffentlicht

Die Fortschritte bei den additiven Fertigungstechnologien ermöglichen es den großen Unternehmen der Branche, neue und innovative Lösungen zu entwickeln – nicht nur in Bezug auf die Maschinen, sondern auch auf die Materialien. Insbesondere der 3D-Druck von Metallen gewinnt in allen möglichen Bereichen an Popularität, darunter Luft- und Raumfahrt, Automobilbau, Medizin und Luftfahrt. Die sich abzeichnenden Lösungen werden in der Regel immer erschwinglicher und bestehen aus immer besser verträglichen Materialien. Die Forschung im Bereich der metallischen Werkstoffe für den 3D-Druck ist jedoch nahezu grenzenlos. In diesem Zusammenhang ist die Rolle der kleinen Unternehmen hervorzuheben, die in diesem Bereich neue Alternativen anbieten. Eines davon ist das französische Unternehmen Pint, das sich mit der Entwicklung von Titanlegierungen für die additive Fertigung befasst. Wir haben uns mit dem Präsidenten des Unternehmens, Paul Didier, getroffen, um mehr über die Materialien, die Branchen zu erfahren, wie auch über die Möglichkeit, Teile im 4D-Druckverfahren herzustellen.

3DN: Könnten Sie sich selbst und Ihre Beziehung zum 3D-Druck vorstellen?

Mein Name ist Paul Didier und ich bin der Präsident des Unternehmens Pint. Nach meinem Abschluss in Maschinenbau habe ich im Bereich des 3D-Drucks von Titanlegierungen für medizinische Zwecke promoviert. Nach meiner Dissertation beschloss ich, in diesem Sektor, der mir so am Herzen liegt, in die Geschäftswelt einzusteigen.

3DN: Was ist Pint und wie kam es zu der Idee das Unternehmen zu gründen?

Pint entstand aus der Entwicklung mehrerer Forschungsprojekte im LEM3-Labor, die sich mit dem 3D-Druck von Metallen und Titanlegierungen befassten. Mit Pint wollen wir unser Know-how in der Metallurgie und der mechanischen Werkstofftechnik als Dienstleister nutzen. Wir sind bestrebt, auf die Erwartungen und industriellen Bedürfnisse verschiedener Sektoren einzugehen, die an der additiven Fertigung von Metallen interessiert sind, mit besonderem Interesse an der Entwicklung und Optimierung von Legierungen sowie an der Entwicklung innovativer Komponenten.

3DN: Können Sie die LPBF-Technologie erklären, mit der Sie arbeiten?

Wir arbeiten ausschließlich mit dem Pulverbett-Laserschmelzverfahren. Diese Technologie ist heute am weitesten verbreitet und stößt auf zunehmendes industrielles Interesse. Wie der Name schon sagt, werden dabei Pulverschichten mit Hilfe eines Lasers selektiv geschmolzen, um komplexe Teile Schicht für Schicht herzustellen. Das Verfahren bietet viele Vorteile, wie z. B. eine große Gestaltungsfreiheit. Die Anwendung von Werkstoffen durch Pulverschmelzen weist jedoch Besonderheiten auf metallurgischer und thermomechanischer Ebene auf. Gerade in diesen Punkten positionieren wir uns und unsere Expertise wird geschätzt. Um den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden, ergänzen unsere Fertigungsressourcen die Ressourcen für die metallurgische und mechanische Charakterisierung, aber auch für das Verhalten von Pulvern und Oberflächenbehandlungen.

Pint

3DN: Welche Eigenschaften hat Titan in der additiven Fertigung? Was ist 4D-Druck?

Wir arbeiten an der Entwicklung weniger standardisierter Titanlegierungen, um verschiedene Leistungs- und Funktionsgewinne zu berücksichtigen. Als erstes Beispiel können wir eine Titanlegierung der zweiten Generation anführen, die ein Potenzial im medizinischen Bereich hat. Es weist eine knochenähnliche Elastizität auf, ohne seine Festigkeit zu beeinträchtigen und besteht ausschließlich aus bioinerten Elementen (d. h. ohne Aluminium und Vanadium). Das zweite Beispiel für Legierungen, auf das Pint seine Entwicklungen konzentriert, sind intelligente Materialien. Sie ermöglichen den 4D-Druck; das bedeutet den 3D-Druck eines Objekts, das nach der Herstellung seine Form/Eigenschaften verändern kann. Nitinol ist die am weitesten verbreitete und bekannteste „intelligente“ Legierung. Nachdem es verformt wurde, kann es in seine ursprüngliche Form zurückkehren, wenn es mit einer Wärmequelle in Berührung kommt. Es kann zum Beispiel für die Herstellung intelligenter Aktoren in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Automobil- und Luftfahrtindustrie verwendet werden.

3DN: Auf welche Bereiche zielen Sie ab und können Sie einige Ihrer Projekte nennen?

Aufgrund der Forschungskompetenz, auf die sich Pint stützt, sind wir für den medizinischen Sektor besonders attraktiv. Neben fortschrittlichen Legierungen haben wir uns auch mit verschiedenen Design- und Optimierungsmethoden für die additive Fertigung beschäftigt. Ziel ist es, einen digitalen Patienten in das Design eines Medizinprodukts zu integrieren, insbesondere in die Mechanik des periimplantären Knochens, der mit dem Implantat in Kontakt steht, um die bestmögliche Knochenfestigkeit zu gewährleisten. Wir wollen diese Entwicklungen auch in der Tiermedizin umsetzen und eine neue Gerätegeneration entwickeln.

Gleichzeitig wollen wir unser Fachwissen nutzen, um auf die spezifischen Bedürfnisse und Probleme von Kunden mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf und in verschiedenen Bereichen einzugehen. Wir arbeiten bereits mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammen, z. B. der Luft- und Raumfahrt, dem Luxussektor und der Medizintechnik.

3DN: Haben Sie noch abschließende Worte für unsere Leserschaft?

Wir möchten uns bei 3Dnatives für diese Gelegenheit bedanken. Wir freuen uns sehr, dass wir sie bei ihrer Mission, den 3D-Druck zu demokratisieren, ein wenig unterstützen konnten. Wir möchten die Leser auch dazu einladen, sich mit uns in Verbindung zu setzen, falls sie Fragen, Bedürfnisse oder Probleme im Zusammenhang mit der additiven Fertigung von Metallen haben. Wir werden Ihnen gerne unsere Dienste anbieten. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website HIER.

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