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#3DStartup: OneBra unterstützt Frauen nach Brustkrebs-OP durch 3D-Druck von maßgeschneiderten Cups

Am 6. Juli 2023 von Astrid Z. veröffentlicht
OneBra

Die additive Fertigung bietet zahlreiche Vorteile, darunter die Möglichkeit, maßgeschneiderte Produkte herzustellen. Im medizinischen Bereich bedeutet dieser Vorteil, dass den Patienten maßgeschneiderte Behandlungen und medizinische Geräte angeboten werden können, die einen positiven und konkreten Beitrag zu ihrem Leben leisten. Der Einsatz der additiven Fertigung ermöglicht nämlich die Herstellung von Medizinprodukten, die sich an den Körper des Menschen anpassen, während die mit traditionellen Methoden hergestellten Produkte auf dem umgekehrten Prinzip beruhen. Das Start-up, das wir für Juli ausgewählt haben, ist ONEBra. Dieses Start-up ist ein junges italienisches Unternehmen, das die 3D-Technologien einzusetzt, um Frauen, die sich nach Brustkrebs einer Mastektomie unterzogen haben, das Leben zu erleichtern. Wie das geht? Indem ONEBra maßgeschneiderte 3D-gedruckte BH-Schalen herstellt! Sofia Santi, Gründerin und Werkstoffingenieurin, hat uns mehr über ihr Projekt und ihr Unternehmen verraten!

sofiaOnebra3DN: Hallo, könnten Sie sich bitte kurz vorstellen und mehr darüber erzählen, wie Sie zum 3D-Druck gekommen sind?

Ich bin Sofia Santi, promovierte Werkstofftechnikerin und CEO von ONEBra, mit 8 Jahren Erfahrung in den Bereichen Biomaterialien und additive Fertigung. ONEBra stellt mithilfe der 3D-Technologie maßgeschneiderte Körbchen für Frauen mit asymmetrischer Brust nach einer Brustkrebsentfernung her. Darüber hinaus bieten wir auch einen Community-Service an, um Frauen und ihre Angehörigen mit Rundum-Hilfe zu unterstützen.

3DN: Wie ist ONEBra entstanden und was ist das Ziel des Unternehmens?

Ausgehend von einer direkten Erfahrung, die meine Mutter bei einer Mastektomie gemacht hat, wollten wir ein Projekt durchführen, das all jenen Frauen eine Stimme gibt, die aufgrund natürlicher Ursachen oder nach Operationen eine Brustasymmetrie haben. Wir wenden uns an Frauen, die ihre Asymmetrie als Belastung empfinden und geben ihnen die Möglichkeit, sich wieder frei zu fühlen und sich auszudrücken. Während der Entwicklung des ONEBra-Projekts wurden wir auf viele Lücken in der Gesellschaft und bei den Dienstleistungen aufmerksam, was unsere Motivation und Entschlossenheit, das Projekt zu einem Start-up zu entwickeln, noch weiter verstärkte.

3DN: Wie werden die individuellen ONEBra-Cups hergestellt? Wie sieht der Entwicklungs-Prozess konkret aus?

Der Prozess beginnt damit, dass der Endkunde unsere Website onebra.co.uk besucht. Von dort kann er die Heges-App herunterladen, um den 3D-Scan durchzuführen. Der Scanvorgang erfolgt dann völlig selbstständig nach unserer Videoschulung. Sobald der Scan abgeschlossen ist, kann man die Scandaten über einen freigegebenen Link direkt an das ONEBra-Team übermitteln.

ONEBra verarbeitet den Scan mit einem Modellierungsprogramm, um den individuellen Cup zu erstellen. Dieser wird dann in TPU/TPE mit der Multi Jet Fusion (MJF) 3D-Drucktechnologie und für einige Teile des Cups mit der FDM-Technologie gedruckt. Anschließend wird das Körbchen mit einem für den Hautkontakt geeigneten Material beschichtet, damit es sich natürlicher anfühlt und bequem ist und schließlich in den gewählten BH eingepasst. Das Endprodukt wird von ONEBra direkt an die Kundin versandt.

OneBra

Die 3D-gedruckten Cups von ONEBra.

3DN: Was sind die wichtigsten Vorteile der additiven Fertigung für Ihr Unternehmen?

Null Abfall, direktes Recycling eines Großteils des Druckmaterials, hohe Genauigkeit und verfügbare Materialien, die bereits für den Hautkontakt zertifiziert sind. Auch die Technologie ist entscheidend, denn mit der MJF-Technologie können wir eine mittlere bis hohe Nachfrage in kurzer Zeit aufrechterhalten.

3DN: Wie sehen Sie die Rolle des 3D-Drucks in der Medizin und ihrer Entwicklung?

Mit Hilfe des 3D-Drucks können in kurzer Zeit funktionsfähige Prototypen erstellt werden. In der Medizin wird er bereits bei der Ausbildung von Chirurgen vor Operationen eingesetzt, wodurch die Operationszeiten verkürzt und bessere Ergebnisse erzielt werden können. Außerdem verbessert der 3D-Druck die Möglichkeit, Prothesen an bestimmte Patientenstellen anzupassen und verkürzt die Operationszeit, was nicht nur für den Patienten, sondern auch für den Chirurgen von Vorteil ist. Darüber hinaus werden auf diese Weise Geräte für Anwendungen außerhalb des Körpers hergestellt, wie z. B. Einlegesohlen. Die durch den 3D-Druck ermöglichte Individualisierung kann sicherlich zu gezielteren Behandlungen beitragen.

OneBra

ONEBra hat mehrere laufende Projekte, um bald neue Produkte auf den Markt zu bringen.

3DN: Was sind die größten Schwierigkeiten, auf die Sie bei Ihrer Arbeit stoßen?

Standardteile werden schneller und in kürzerer Zeit hergestellt, während kundenspezifische Teile eine längere Vorlaufzeit haben. In Bezug auf Qualität, Passform und Komfort sind sie jedoch nicht mit den bisherigen vergleichbar. Außerdem dachten wir, dass der Scanvorgang, den die Frau selbständig durchführt, für den Kunden schwierig sei. Aber wir haben an ihre Fähigkeiten geglaubt und sie waren großartig darin, ihre Scans in kürzester Zeit zu übermitteln. Im Falle von Schwierigkeiten jeglicher Art bieten wir auch einen Support-Service an, der die Lieferzeit etwas verlängert, aber unsere Priorität ist ganz klar die Qualität des Produkts.

3DN: Irgendwelche letzten Worte für unsere Leser?

Nächstes Jahr wollen wir unser Produkt sowohl für Sport-BHs als auch für Bademode auf den Markt bringen. Verfolgen Sie die Neuigkeiten, die bald auf unseren sozialen Medien und auf der ONEBra-Website veröffentlicht werden HIER.

Was denken Sie über diese 3D-gedruckten BH-Cups? Lassen Sie uns gerne einen Kommentar da, oder teilen Sie es uns auf Facebook oder  LinkedIN  mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter.
*Titelbildnachweis: ONEBra

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