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#Startup3D: Mobile Smart Factory fördert die lokale Fertigung

Auf 13. April 2021 von Isabell I. veröffentlicht

Vor einigen Monaten haben wir erstmals das Konzept der Mobile Smart Factory vorgestellt – ein intelligentes Produktionsmodul, das sowohl additive Fertigungstechnologien als auch Nachbearbeitungslösungen für die Entwicklung von Teilen vor Ort integriert. Dieses Projekt, das aus einem Geschäftsbereich der Bionic Production GmbH stammt, soll den 3D-Druck von eigenständigen, kostengünstigen und zuverlässigen Teilen vorantreiben. Darüber hinaus wurden bei zahlreichen Unternehmen durch das Aufkommen von COVID-19 die Lieferkette unterbrochen, wodurch diese nicht mehr in der Lage waren, Teile nach Bedarf zu liefern. Mobile Smart Factory ist eine Lösung, welche die lokale Fertigung fördert, und somit diese Probleme bei Seite schaffen kann. Aus diesem Grund freuen wir uns, Ihnen dieses Start-up heute vorstellen zu können. Um mehr über die Module zu erfahren, haben wir mit einem der Hauptakteure des Projekts, Johannes Schmidt, gesprochen.

3DN: Können Sie sich selbst vorstellen und uns über Ihre Beziehung zum 3D-Druck erzählen?

Mobile Smart Factory

Johannes Schmidt

Ich bin Johannes Schmidt, ein Experte in den Bereichen Projektmanagement, Strategieentwicklung und Unternehmensanalyse. Mobile Smart Factory ist ein Geschäftsbereich der Bionic Production GmbH, einem innovativen Full-Service-Anbieter für die industrielle additive Fertigung. Unsere Mission ist es, die Leistung zu steigern und einen Mehrwert durch bionischen 3D-Druck für unsere Kunden zu schaffen. In den letzten Jahren haben wir eine Vielzahl von Industrieprojekten für namhafte Unternehmen erfolgreich umgesetzt, wie z. B. Bauteil-Screening, bionisches Design oder die Serienproduktion von 3D-gedruckten Metallen. Seit 2019 ist unser Unternehmen auch stolzer Teil der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), einem führenden europäischen Logistikunternehmen. Dies zeigt deutlich, dass auch die Logistik- und Versandbranche das enorme Potenzial des 3D-Drucks erkannt hat.

3DN: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Mobile Smart Factory zu schaffen?

Eines der Kernprodukte von Bionic Production ist die Mobile Smart Factory, eine modulare Containerfabrik, die mit 3D-Druckgeräten für die Produktion von Metallen und Polymeren ausgestattet ist. Die Produktidee wurde mit unserem Schwesterunternehmen, dem Hamburger Hafenbetreiber, entwickelt. Gemeinsam haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Herausforderungen der Lieferkette anzugehen, insbesondere für Branchen, die in abgelegenen Gebieten tätig sind. Wir haben schnell erkannt, dass die Möglichkeit, mit einer „3D-Druckfabrik in einer Box“ Teile lokal zu produzieren und zu reparieren, ein riesiges Potenzial bietet. Anstatt alle physischen Teile auf Lager zu halten, können Ersatzteile virtuell bevorratet und bei Bedarf gedruckt werden. Unternehmen reduzieren außerdem den Zeit- und Kostenaufwand für die Ersatzteilversorgung. Schließlich wird das Risiko von Produktionsausfällen aufgrund von Engpässen in der Kette gemindert, da unsere Mobile Smart Factory eine schnelle Produktion in unmittelbarer Nähe zum Kunden ermöglicht.

3DN: Welche Funktion haben die einzelnen Module und was sind die Vorteile dieser Produktionsmethode?

Die Mobile Smart Factory ist eine Plug-and-Print-Lösung für kostengünstigen 3D-Druck und Reparaturservice. Das System deckt den gesamten additiven Fertigungsprozess ab und besteht aus zwei CSC-zertifizierten Versandcontainern. Die Steuereinheit wird für die Vorverarbeitung und die Polymerproduktion verwendet. Hier kann die Digitalisierung von Teilen mit einer CAD-Software und einem Handscanner durchgeführt werden, sodass alle benötigten Teile in einer „virtuellen Wolke“ gespeichert werden. Der Produktionsprozess beginnt mit der Auswahl des benötigten Materials aus dem Lagerbereich. Die Hauptfunktion der Produktionseinheit ist die Herstellung von Metallteilen und die Durchführung von Reparaturen. Dazu wird eine multioptionale 6-Achs-Maschine eingesetzt, die das Wire Arc Additive Manufacturing (WAAM) mit dem Fräsen und Bohren kombiniert. Zu den Vorteilen unseres WAAM-Metallherstellungsprozesses gehört die schnelle Produktionszeit, der große Bauraum, die einfache Materialhandhabung und der simple und stabile Prozess.

Mobile Smart Factory

Die Mobile Smart Factory fördert die additive Fertigung vor Ort.

3DN: Welche Branchen haben Sie im Visier?

Unsere Lösung richtet sich an Branchen, die in abgelegenen Gebieten mit begrenzten logistischen Möglichkeiten arbeiten. Im Bergbau, in der Meeresenergie, im Verteidigungsbereich oder in der maritimen Industrie werden z. B. eine Vielzahl von Einzelteilen benötigt, die in der Regel teuer in der Herstellung und in der Lagerung innerhalb eines extrem engen Zeitplans sind. Unternehmen, die die Mobile Smart Factory nutzen und Teile vor Ort drucken oder reparieren, können sich Wettbewerbsvorteile verschaffen, indem sie den Logistikaufwand und die Kosten reduzieren und gleichzeitig die betriebliche Effizienz verbessern. Die Mobile Smart Factory kann zum Beispiel in nahegelegenen Minen oder Öl- und Gasplattformen eingesetzt werden. So werden die Teile direkt dort produziert, wo sie gebraucht werden, ohne dass sie von einem Zulieferer oder einem Zentrallager abgerufen werden müssen. Insgesamt gibt es eine Menge potenzieller Anwendungen, die durch die Mobile Smart Factory bereitgestellt werden können.

3DN: Wie fördert die Mobile Smart Factory die lokale Produktion und wie sehen Sie die Zukunft der additiven Fertigung?

Meiner Meinung nach werden wir einen starken Trend zur Re-Industrialisierung und zur lokalen Produktion sehen. Erstens zeigte die COVID-19-Krise deutlich die Schwachstellen der Lieferkette. Insbesondere wurde Chinas Rolle als globaler Zulieferer verdeutlicht, wodurch zahlreiche Lieferketten schon zu Beginn der Pandemie gestört wurden. Immer mehr Länder sind bestrebt, Abhängigkeiten von geografisch weit entfernten Lieferanten zu reduzieren. Zugleich wird Industrie 4.0 den Trend zur Re-Industrialisierung verstärken. Es wird erwartet, dass sie die Produktivität durch Effizienzgewinne erhöht und damit die Lohnunterschiede zwischen den Ländern allmählich verringert. Die nächste Welle der Mass Customization steht vor der Tür und wird den Trend zur lokalen Produktion beschleunigen. Kurz gesagt, es werden neue und innovative Wege zur Organisation der Produktionsabläufe erforderlich sein. Die additive Fertigung wird in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen. Es ist jedoch anzumerken, dass der 3D-Druck wahrscheinlich eher eine Ergänzung als ein Ersatz für herkömmliche Fertigungsverfahren sein wird.

3DN: Irgendwelche abschließenden Worte für unsere Leser?

Wir sind davon überzeugt, dass die additive Fertigung weltweit Lieferketten und Produktionsprozesse verändern wird, und es ist von größter Bedeutung, darauf vorbereitet zu sein. Daher ist es an der Zeit, sich auf die Ära der additiven Fertigung vorzubereiten, das erhebliche Potenzial zu nutzen, die betriebliche Effizienz zu verbessern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Was ist Ihre Meinung zur Mobile Smart Factory? Lassen Sie uns dazu einen Kommentar da, oder teilen Sie es uns auf Facebook, Twitter LinkedIN oder Xing mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der Additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter.

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