SmartBuild macht Stereolithografie industriefähig

Die Stereolithografie ist eine etablierte Technologie der additiven Fertigung. Beim Hochskalieren stößt sie jedoch häufig an ihre Grenzen. Hersteller:innen stehen vor der Herausforderung, Geschwindigkeit und Bauteilqualität gegeneinander abzuwägen, und müssen zugleich aufwendige Nachbearbeitungsschritte sowie Effekte wie Harzschrumpfung und Bauteilverzug in Kauf nehmen. Um diese Hürden zu überwinden, hat Raplas Technologies mit SmartBuild eine Softwarelösung speziell für die industrielle Stereolithografie entwickelt. Die Plattform stellt Funktionen bereit, die den Prozess gezielt auf Produktionsanforderungen ausrichten – und Stereolithografie damit zu einer wirklich skalierbaren industriellen Fertigungstechnologie machen.
SmartBuild automatisiert zentrale Aufgaben und Entscheidungen und erleichtert so den Einsatz der Stereolithografie – ohne Einbußen bei der Bauteilqualität. Die Software stellt Funktionen bereit, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und einen hohen Automatisierungsgrad ermöglichen und damit eine produktive Fertigung unterstützen. Welche Funktionen sind das konkret? Und was unterscheidet SmartBuild von anderen Lösungen am Markt?

SmartBuild löst zentrale Herausforderungen der SLA-Fertigung
Wer mit harzbasierter additiver Fertigung arbeitet – insbesondere mit Stereolithografie – kennt die typischen Herausforderungen. Eine der zentralen Fragen ist der Zielkonflikt zwischen Druckgeschwindigkeit und Bauteilqualität. Da herkömmliche Systeme eine einheitliche Schichtdicke über die gesamte Bauplattform verwenden, müssen Anwender:innen häufig zwischen diesen beiden Aspekten abwägen. SmartBuild hebt diese Einschränkung durch adaptive Schichtstrategien auf und ermöglicht unterschiedliche Schichtdicken und Schichtarten innerhalb eines einzigen Druckjobs.
Zudem steuert die Software die Belichtung gezielt in einzelnen Bereichen des Bauteils. Dadurch lassen sich Harzschrumpfung und Verformungen deutlich reduzieren. Auch die Nachbearbeitung wird erheblich vereinfacht: Da SmartBuild nahezu glatte Oberflächen erzeugt, ist weniger Schleifen und Polieren erforderlich. In manchen Fällen entfallen diese Arbeitsschritte sogar vollständig.

Funktionen zur Automatisierung der Fertigung
SmartBuild vereinfacht nicht nur einzelne Prozessschritte, sondern den gesamten Druckprozess. Die Software umfasst mehrere Tools, die gezielt auf die Automatisierung zentraler Fertigungsabläufe ausgelegt sind.
- Zonenbasierte Profile und adaptive Strategien:SmartBuild analysiert automatisch die Form eines Bauteils und weist den jeweiligen Bereichen optimierte Laser- oder Projektionspfade zu. Gekrümmte Flächen werden beispielsweise mit besonders feinen Schichten gefertigt, um eine hohe Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität zu erreichen.
- Kontrolle physikalischer und chemischer Eigenschaften: Die erzeugten Strukturen basieren auf einer Einzelvektor- und Einzelimpulsbelichtung. Dadurch lassen sich die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Bauteile sehr präzise steuern.
- Intuitive Benutzeroberfläche: Ziel ist eine einfache, übersichtliche Bedienung, die es Anwender:innen ermöglicht, Druckaufträge per Knopfdruck zu starten. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an spezialisiertem Fachwissen im täglichen Betrieb.
- Dynamische Prozesssteuerung: Anstatt das Bauteil vorab in starre Schichten zu zerlegen, kommuniziert SmartBuild in Echtzeit mit dem 3D-Drucker. Die Software wählt kontinuierlich die optimale Konfiguration und reduziert dabei den Einsatz von Stützstrukturen auf ein Minimum.
- Nachhaltigkeit: SmartBuild lässt sich auch auf Raplas-Systemen einsetzen, die bereits seit bis zu zehn Jahren im Betrieb sind. Neue Raplas-Maschinen sind zudem so ausgelegt, dass sie zukünftige Software- und Technologieerweiterungen vollständig unterstützen.
Welche konkreten Vorteile bietet die Software?
Diese Funktionen bringen klare Vorteile in der Praxis. Laut Raplas lassen sich die Druckzeiten durch angepasste Fertigungsstrategien deutlich verkürzen, in vielen Fällen sogar um bis zu 50 Prozent. Gleichzeitig sinken die Kosten pro Bauteil, da weniger Harz benötigt wird und der Aufwand für die Nachbearbeitung deutlich verringert wird.
Ein besonders wichtiger Vorteil ist die verbesserte Prozessstabilität und Wiederholgenauigkeit. Mit vordefinierten Parametern und erprobten Profilen steht Anwender:innen eine konsistente und zuverlässige Lösung zur Verfügung – ohne dass tiefgehende Spezialkenntnisse erforderlich sind. Darüber hinaus erleichtert SmartBuild den Übergang zur Serienfertigung erheblich. Die Bauteile verlassen die Maschine mit nahezu polierter Oberfläche und können direkt als Endbauteile eingesetzt werden. Raplas erklärt:
„SmartBuild steht für den Übergang zur softwaredefinierten Fertigung. Statt geschlossener Black-Box-Systeme setzt die Lösung auf offene, datenbasierte Umgebungen, die eine durchgängige digitale Integration ermöglichen und Unternehmen dabei unterstützen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch die für die Serienfertigung erforderliche Rückverfolgbarkeit und Automatisierung lassen sich 3D-Drucker mit SmartBuild wie hochwertige, produktionsreife CNC-Maschinen in der Fertigung einsetzen.“
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*Bild: Raplas Technologies





