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Slic3r, die kostenlose und quelloffene Software

Auf 2. November 2020 von Michelle J. veröffentlicht
Slic3r

Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, fungiert eine Slicer Software als Vermittler zwischen dem 3D-Druck-Modell und dem 3D-Drucker. Das bedeutet, dass die Software ein Modell in Schichten (slices) schneidet, um jede dieser Schichten in eine spezielle Sprache, den sogenannten G-Code, zu übersetzen. Der G-Code enthält spezifische Informationen z.B. Koordinaten, Verbindungsinformationen zu den Schichten davor und danach, die optimale Route, der der Extruder folgen soll, die Schichthöhe und sogar Temperatureinstellungen. Es gibt eine große Anzahl an unterschiedlichen Slicer Softwares je nach Niveau. In einer Liste haben wir Ihnen bereits die Top 10 Slicer Softwares für jedes Niveau vorgestellt. In diesem Artikel wollen wir auf eine der dort genannten Slicer Softwares genauer eingehen: Den Slic3r.

Bei Slic3r handelt es sich um eine quelloffene Software, welche unabhängig von kommerziellen Unternehmen oder Druck-Herstellern ist. Sie arbeitet mit 3D-CAD-Dateien (STL oder OBJ), um den G-Code für den 3D-Drucker zu generieren. Im Folgenden gehen wir genauer auf die Entstehung der Software und ihre Funktionsweise ein.

Die RepRap-Gemeinschaft rief Slic3r ins Leben

Die Slic3r Software wurde 2011 innerhalb der RepRap-Gemeinschaft ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um ein gemeinnütziges Projekt, weshalb man sich die Software kostenlos herunterladen kann und sie bereits von mehr als Zehntausenden Menschen weltweit verwendet wird. Die Software ist bekannt dafür, dass sie Funktionen hinzufügt, die von der Community diskutiert und getestet wurden. Seit der Entstehung, gab es 48 offizielle Veröffentlichungen der Slic3r Software. Die aktuellste Version ist die 1.3 Version. Alle früheren Versionen wurden daher auf der offiziellen Webseite archiviert. 

Slic3r

Bildnachweis: Slic3r

Erste Schritte

Um die Software benutzen zu können, muss man diese zuerst herunterladen. Der Download kann über die offizielle Webseite oder Github erfolgen. Vorkompilierte Pakete sind für Windows, Mac OS X und Linux erhältlich.  Windows-Benutzer können darüber hinaus noch zwischen 32- und 64-Bit-Versionen wählen, die zu ihrem System passen. Nach dem Download muss man den Slic3r dann nur noch installieren.

Vor dem ersten Druck ist es notwendig, dass der 3D-Drucker richtig kalibriert ist, da die Software und ultimativ die Qualität des Drucks davon abhängig ist. Wenn z.B. die Extruder-Schrittgeschwindigkeit nicht richtig eingestellt ist, produziert die Maschine nicht die Menge Filament, die bestimmt worden ist, so dass 3D-Druckfehler auftreten. 

Konfigurationseinstellungen der Slic3r Software

Damit der 3D-Druck optimal gelingt, muss nicht nur der 3D-Drucker richtig kalibriert werden, sondern auch die richtigen Konfigurationseinstellungen getroffen werden. Um einen Überblick über die unterschiedliche Konfigurationseinstellung zu bekommen, stellen wir Ihnen diese in den Kategorien Druck-, Filament- und Druckereinstellungen kurz vor.

Druckeinstellungen

Zunächst beschäftigten wir uns mit den allgemeinen Druckeinstellungen, welche aus der Schichthöhe und den Perimeters bestehen. Die Schichthöhe ist die Dicke jeder Ebene und wird beeinflusst durch die gewünschte Auflösung und der Druckgeschwindigkeit. Generell lässt sich sich sagen, dass einer kleinere Höhe der Ebene, zu einer besseren Druckqualität führt. Je kleiner jedoch die Ebene, desto länger die Druckzeit. Die Perimeter sind die Grenzen jeder Ebene. Er kann ein für alle Ebenen festgelegter Wert sein, oder er kann einem adaptiveren Algorithmus folgen.

Die nächsten Druckeinstellungen beschäftigen sich mit der Füllung, also dem Material im Inneren des Modells. Die Füllung, auch Infill genannt, dient als Stütze für die Oberflächen. Normalerweise wird sie automatisch von Slic3r hinzugefügt, es stehen aber unterschiedliche Füllmuster und Einstellungen zur Auswahl. Diese wirken sich auf beispielsweise auf Druckgeschwindigkeit und Festigkeit des gedruckten Modells aus.

Die Druckeinstellungen in Slic3r | Bildnachweis: Slic3r

Außerdem gibt es Einstellungen, die sich mit unterstützendem Material beschäftigen. Unterstützendes Material stellt sicher, dass überhängende Teile des Modells gesichert sind. Sie werden automatisch generiert, man allerdings die Dichte bestimmen.

Eine weitere Gruppe von Einstellungen, stellt die Geschwindigkeit dar. Die Parameter steuern die Geschwindigkeit, je nachdem, welcher Teil des Modells gedruckt wird. Sie lassen sich in Umfänge, Füllung, Brücken und unterstützendes Material unterteilen. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit Autogeschwindigkeit auszuwählen. Bei dieser Auswahl passt Slic3r die Extrusionsgeschwindigkeit entsprechend den anderen vom Benutzer vorgegebenen Einstellungen an.

Mit den Einstellungsmöglichkeiten innerhalb von Brim und Skirt kann man einen Rand erstellen und sichergehen, dass das Material reibungslos aus dem Extruder fließt. 

Filamenteinstellungen

Die Filamenteinstellungen werden für gewöhnlich weniger häufig verwendet. Ein Grund für die Verwendung könnte beispielsweise ein neue Filamentenrolle sein. Innerhalb der Filamenteinstellungen werden die Werte vom Assistenten ausgefüllt. Dennoch hat man die Möglichkeit diese anzupassen oder zu aktualisieren. Die Werte beschäftigen sich mit Durchmesser, der Durchflussrate und der Temperatur anpassen. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit einige optionale Informationen zur Dichte und zu den Kosten des Fadens anzugeben. Auf diese Weise kann Slic3r bei der Berechnung des voraussichtlichen Gewichts und der Kosten helfen.

Druckereinstellungen

Die Druckereinstellungen sind die Einstellungen, die am wenigsten aktualisiert werden, außer Slic3r wird für mehrere Drucker benutzt. Slic3r ist mit Druckern mit mehreren Extrudern kompatibel. So ist es beispielsweise einige Teile eines Modells in anderen Farben oder mit anderen Materialien zu drucken. Um Slic3r die relevante Positionierung der Extruder sowie die Rolle jedes Extruders mitzuteilen, müssen daher in den Druckereinstellungen eine Kombination von Einstellungen angepasst werden. 

Ein Modell, das mit zwei Farben gedruckt wurde | Bildnachweis: Slic3r

Eine weitere wichtige Einstellung ist Konnektivität. Innerhalb der Druckereinstellungen ist es dem Benutzer möglich das Drucken über USB einzurichten. Zudem ist es möglich einen seriellen Anschluss sowie die Fernverbindung und den Druck über die Cloud durch Systeme wie Octoprint oder Duet einzustellen.

Fazit

Slic3r ist eine Software für jedes Niveau. Durch weitere erweiterte Funktionen, die in diesem Artikel nicht abgedeckt wurden, kann jemand Erfahrenes zudem noch mehr individuelle Anpassungen vornehmen. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die Software kostenlos, vollständig quelloffen und mit einer Reihe von 3D-Druckern kompatibel ist. Außerdem ermöglicht sie Echtzeit-3D-Slicing, eine Druckvorschau und eine Echtzeit-Vorschau. Ein Nachteil ist leider, dass Slic3r bisher nicht in der Lage ist die Druckzeit zu berechnen. Alles in allem ist Slic3r dennoch eine gute Alternative für eine Slicing Software.

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