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Siemens stellt erstes 3D gedrucktes Ersatzteil für Atomkraftwerk her

Auf 13. März 2017 von Raphael S. veröffentlicht

Den 3D Druck kann man in fast jedem Bereich anwenden, sei es in der Medizin, dem Alltag oder der Industrie. Die Siemens AG ist ein Vorreiter in der additiven Fertigung, vor kurzen haben wir darüber berichtet, wie die Firma 3D gedruckte Gasturbinenschaufeln erfolgreich getestet hat. Nun ist es den Ingenieuren des Großkonzerns gelungen, ein Bauteil für ein Atomkraftwerk zu fertigen, welches mit den herkömmlichen Verfahren nicht herstellbar ist. Siemens selbst bezeichnet diesen Erfolg als Durchbruch und als bedeutende Leistung, weil es das erste 3D gedruckte und installierte Bauteil in einer Umgebung ist, welche höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit voraussetzt.

Die additive Fertigung ist die einzige Lösung

Das Ersatzteil für das Krško Atomkraftwerk in Slowenien ist ein Antriebsrad für eine Brandschutzpumpe und läuft in ständigem Betrieb, um den Druck für das Brandschutzsystem zu liefern. Ein Austausch des Bauteils war zwingend notwendig, da das Originalteil bereits seit der Eröffnung 1981 im Einsatz ist und durch die ständige Belastung ein Sicherheitsrisiko darstellt. Der Orginalhersteller und auch die Designzeichnung existieren nicht mehr, deshalb ist es nahezu unmöglich, ein solches Teil mit konventionellen Fertigungsverfahren herzustellen.

Siemens Atomkraftwerk

Von links nach rechts: Das alte Orgininalteil, der Prototyp und das fertige Ersatzteil

Für die Ingenieure von Siemens war dieser Umstand kein Problem, weil sie mittels Reverse-Engineering ein 3D Modell erstellt haben und das Antriebsrad anschließend in der Einrichtung für additive Fertigung in Finnland druckten.

Die Zukunft für 3D gedruckte Ersatzteile

„Wir setzen unsere Investitionen und die innovative Weiterentwicklung des 3D Drucks und der additiven Fertigung fort“, so Tim Holt, Geschäftsführer der Siemens Power Generation Services division. „Der Erfolg im Atomkraftwerk Krško ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die digitale Transformation […] die Energieindustrie wirklich beeinflusst. Die schnellere Produktion und somit reduzierte Lieferzeit optimiert den Austausch von Teilen und schafft einen echten Mehrwert für unsere Kunden.“

Siemens Atomkraftwerk

Die Additive Manufacturing Einrichtung von Siemens

Siemens hat das Antriebsrat vor dem Einbau über mehrere Monate getestet, um die strengen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Materialeigenschaften sind sogar besser als die des Originalteils, das können auch Tests von unabhängigen Instituten und ein CT Scan bestätigen.

Im Atomkraftwerk Krško ist man äußerst zufrieden mit dem Erfolg durch die additive Fertigung, da man nun hofft, die volle Lebenserwartung der Anlage ausnutzen zu können. Siemens und Krško planen auch weiterhin eine Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung in diesem Gebiet, um die Vorteile gegenüber den herkömmlichen Verfahren auszunutzen.

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