de_DEen_USes_ESfr_FRit_IT

Jenseits der üblichen Recruiting-Floskeln : Wie 20 Jahre Erfahrung in der additiven Fertigung die moderne Personalbeschaffung prägen

Am 9. September 2026 von Carol S. veröffentlicht

Wer 3Dnatives regelmäßig liest, dürfte von Gil Lavi bereits gehört haben. Zum ersten Mal haben wir ihn und sein Unternehmen 3D Alliances 2019 vorgestellt. 2024 berichteten wir erneut über 3D Alliances, als das Unternehmen mit IMPACT ein Programm zur Optimierung der Channel-Netzwerke von Unternehmen aus der additiven Fertigung auf die Beine stellte. Wenn Sie mehr über die Hintergründe erfahren möchten, finden Sie in diesen beiden Artikeln weitere Informationen.

Diesmal geht es um einen anderen Geschäftsbereich von 3D Alliances: die Talentakquise. Das Unternehmen unterstützt Hardware-, Software- und Werkstoffanbieter aus der additiven Fertigung beim Wachstum – in den Bereichen Channel-Rekrutierung, Marketing und Lead-Generierung, Umsatzsteigerung, strategische Allianzen und Talentakquise.

Im Gespräch erläuterte Lavi, warum sich Unternehmen bei der Personalsuche an 3D Alliances wenden, wie sich der Ansatz von dem einer klassischen Personalvermittlung unterscheidet und welche Rolle zwei Jahrzehnte Branchenerfahrung dabei spielen. Außerdem ordnete er ein, welche Positionen in der additiven Fertigung derzeit besonders gefragt sind und welche seiner Einschätzung nach in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden.

Talentakquise als Teil einer umfassenderen Strategie

Gil Lavi und Elvis Perez von 3D Systems.

3D Alliances arbeitet mit einem Netzwerk aus mehr als 3.100 3D-Druck-Resellern in 81 Ländern und hat das größte AM-Ökosystem der Branche aufgebaut. Das weltweit verteilte Team umfasst 11 Fachleute und deckt Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika ab.

Im Laufe der Jahre hat 3D Alliances Unternehmen in jeder Entwicklungsphase begleitet: von kleinen Start-ups, die ihre Internationalisierung vorbereiten, bis hin zu Branchenführern, die gezielte strategische Initiativen umsetzen wollen. Die Reseller im Netzwerk von 3D Alliances vertreiben Hardware, Software und Werkstoffe für Hersteller, denen die Ressourcen fehlen, um in jedem Markt eigene Niederlassungen zu eröffnen. Möchte beispielsweise ein US-amerikanisches Unternehmen in Deutschland oder Japan verkaufen, ist es selten praktikabel, dort ein eigenes Vertriebsteam aufzubauen. Stattdessen gewinnt es einen lokalen Reseller, der den Markt, die Sprache und die Kunden bereits kennt.

An diesem Punkt beginnt üblicherweise die Zusammenarbeit mit 3D Alliances. „In der Regel beginnt unsere Zusammenarbeit mit der Channel-Rekrutierung“, sagte Lavi. Sobald neue Channel-Partner gewonnen sind, braucht das Unternehmen jedoch jemanden, der sie betreut. „Wir kennen das Unternehmen bereits, wir kennen die Produkte und wir kennen seine Herausforderungen“, erklärte Lavi. „Deshalb gehört die Talentakquise zu unseren Dienstleistungen. Alle Bereiche hängen miteinander zusammen.“

Gerade diese Verzahnung unterscheidet 3D Alliances von allgemeinen Personalvermittlungen – mehr noch als die Größe des Netzwerks oder die Professionalität. Von den derzeit zehn Teammitgliedern bei 3D Alliances waren acht zuvor selbst bei 3D-Druck-Unternehmen oder Resellern tätig.

„Wenn mich jemand mit der Suche nach einem Channel-Manager beauftragt, kann ich auf 20 Jahre eigene Erfahrung als Channel-Manager zurückgreifen“, sagte Lavi. „Ich kenne sämtliche Abläufe und Besonderheiten: wie das Geschäft funktioniert, die interne Politik und die wichtigsten Eigenschaften, die eine Person mitbringen muss.“ Bei der Besetzung von Positionen greift 3D Alliances auf ein über mehr als zehn Jahre hinweg aufgebautes Netzwerk von mehr als 8.000 Fachleuten der additiven Fertigung zurück.

Zwei Unternehmen, zwei unterschiedliche Personalfragen

Zwei aktuelle Kundenbeispiele zeigen, wie die verschiedenen Leistungsbereiche von 3D Alliances aufeinander aufbauen.

XJET, ein israelisches Unternehmen für den 3D-Druck von Metall und Keramik, arbeitete mit 3D Alliances zusammen, um sein Channel-Partner-Netzwerk in Asien auszubauen. Mit dem Wachstum dieses Netzwerks entstand der Bedarf an einem Senior Regional Sales Manager, der die Partner betreut und in der Region direkt mit strategischen Kunden zusammenarbeitet. Für die Besetzung wandte sich XJET daher erneut an 3D Alliances.

„Das Team verfügte über umfassende Erfahrung aus der Arbeit für 3D-Druck-Unternehmen sowie über eine Präsenz vor Ort und Kenntnisse der asiatischen Märkte. Dadurch verstand es unsere Technologie sehr genau, kannte unsere Channel-Partner und verstand die DNA unseres Unternehmens“, sagte Guy Zimmerman, CEO von XJET. „So konnte das Team schnell die besten Kandidaten für Vertrieb und Channel identifizieren und unseren Markteintritt beschleunigen.“

Mastrex, ein jüngeres Unternehmen mit Sitz in den USA, stand vor einer anderen Ausgangslage. Statt ein bestehendes Channel-Netzwerk zu betreuen, musste es seine erste Vertriebs- und Pre-Sales-Präsenz in Nordamerika von Grund auf aufbauen. Die neuen Mitarbeiter sollten die ersten potenziellen Kunden des Unternehmens ansprechen.

„Für uns war es wichtig, die richtigen Talente zu finden – Fachleute, die in einem schnelllebigen Umfeld als Team arbeiten können“, sagte Ilay Fridland, CEO von Mastrex. „Der professionelle Ansatz, das umfangreiche Talentnetzwerk und die persönliche Betreuung durch 3D Alliances verschafften uns Zugang zu führenden Fachleuten der additiven Fertigung. Innerhalb weniger Wochen konnten wir diese Positionen mit den richtigen Personen besetzen und den Ausbau unseres Vertriebs vorantreiben.“

Menschen finden – und Positionen schaffen

Die meisten Projekte von 3D Alliances im Bereich Talentakquise beginnen mit einer offenen Stelle bei einem Kunden. Eine konkrete offene Position ist jedoch nicht der einzige Ausgangspunkt. Auch Fachleute aus der Branche wenden sich direkt an Lavi – über LinkedIn, per E-Mail oder auf Fachmessen. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Er vermittelt sie für eine bereits bekannte offene Position oder sucht nach einer Stelle, die offiziell noch gar nicht existiert.

Als Beispiel nannte er einen Kandidaten aus Südkorea, der sich auf der Suche nach einer neuen Position an ihn wandte. Statt darauf zu warten, dass ein Unternehmen eine passende Stelle ausschreibt, kontaktierte Lavi direkt europäische und US-amerikanische Unternehmen und fragte, ob sie eine Expansion nach Südkorea erwägen würden. Einige antworteten, dass dieser Markt derzeit nicht in ihrem Fokus stehe. Andere erklärten, sie seien für ein Gespräch offen, wenn ein überzeugender Kandidat zur Verfügung stehe.

„Die Talentakquise hat eine reaktive Seite: Ich sehe eine offene Position, wende mich an das Unternehmen und versuche, passende Talente zu finden“, sagte Lavi. „Daneben gibt es den anderen Ansatz, bei dem wir auf Unternehmen zugehen und sagen: ‚Ich habe einen Kandidaten, der zu Ihnen passen könnte, wenn Sie in eine bestimmte Branche oder Region expandieren möchten.‘“

Aufgrund seiner umfassenden Kenntnisse der additiven Fertigung verfügt 3D Alliances über gute Voraussetzungen für die Talentakquise. (Bildnachweis: BCN3D Technologies)

Was erschwert die Besetzung einer Position?

Laut Lavi sind die meisten Positionen, für die er Kandidaten sucht (Vertriebsmanager, Channel-Manager, Marketingfachleute und Apps-Ingenieure), nicht außergewöhnlich schwer zu besetzen. „Es ist viel Arbeit, aber nicht besonders kompliziert, geeignete Personen zu finden“, sagte er.

Schwierigkeiten kann hingegen der die geografische Ausrichtung bereiten. Die Personalsuche in Europa oder den USA seien im Allgemeinen gut zu bewältigen, so Lavi, auch wenn die Suche zeitaufwendig sein könne. Anspruchsvoller werde es in Märkten wie Japan, Südkorea und China, wo sprachliche und kulturelle Unterschiede eine größere Rolle spielten.

Zur Eignung gehört jedoch mehr als die Sprache. Lavi verwies auch auf Unterschiede bei Arbeitsweise und Tempo, die Unternehmen im Vorfeld nicht immer berücksichtigen: Kommt ein Kandidat aus der schnelllebigen Kultur eines Start-ups oder aus einem etablierten, langsamer agierenden Unternehmen – und wie gut passt dieser Hintergrund zum künftigen Arbeitsumfeld?

Gefragte Positionen in der additiven Fertigung – heute und in Zukunft

Auf die Frage, welche Profile derzeit besonders stark nachgefragt werden, verwies Lavi auf einen umfassenderen Wandel in der additiven Fertigung. Da immer mehr Anwender vom Prototyping zur industriellen Produktion übergehen, zählen Positionen in den Bereichen Produktion, Anwendungstechnik, Prozesstechnik und Fertigungstechnik aktuell zu den gefragtesten, sagte er.

Gleichzeitig verändert sich das Prototyping-Segment: Dort kommen zunehmend kostengünstigere Lösungen mit hohem Durchsatz zum Einsatz, etwa Systeme von Bambu Lab. Dadurch orientieren sich etablierte Unternehmen der additiven Fertigung stärker an produktionsbezogenen Anwendungen, bei denen entsprechendes Fachwissen besonders relevant ist.

Lavi erwartet, dass diese Entwicklung auch künftig bestimmt, welche Tätigkeitsprofile an Bedeutung gewinnen. In den kommenden fünf bis zehn Jahren dürften seiner Einschätzung nach mehr Unternehmen versuchen, Bauteile in großem Maßstab wirtschaftlich und mit gleichbleibender Qualität herzustellen. Daraus leitet er ein starkes Wachstum bei Positionen rund um Automatisierung und Robotik, KI und Daten, digitale Fertigung sowie Prozessüberwachung ab – also bei Aufgaben, die auf die Skalierung der Produktion ausgerichtet sind.

Diese Prognose folgt derselben Grundidee, auf der die heutige Talentakquise von 3D Alliances beruht: Nur wer versteht, wohin sich eine Branche entwickelt, kann die dafür geeigneten Fachkräfte finden. Unternehmen, die ihr Team ausbauen möchten, können hier Kontakt mit 3D Alliances aufnehmen.

Gab es in Ihrem Unternehmen bereits Schwierigkeiten bei der Besetzung von Positionen in der additiven Fertigung? Lassen Sie uns dazu einen Kommentar da, oder teilen Sie es uns auf Facebook oder LinkedIN mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der Additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter.

*Titelbildnachweis: Gil Lavi, 3D Alliances

Teilen Sie Ihre Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

de_DEen_USes_ESfr_FRit_IT
BLEIBEN SIE AUF DEM LAUFENDEN
Erhalten Sie jeden Mittwoch die wichtigsten Meldungen aus der Welt des 3D-Drucks in Ihr Postfach