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In Indien schreitet die 3D-gedruckte Ohrtransplantation voran

Auf 19. Februar 2018 von Alexander H. veröffentlicht
Bio 3D Druck

In Indien arbeiten Forscher derzeit mit dem 3D-Druck zur Herstellung von menschlichen Ohren. Neueste Fortschritte ermöglichen die Kultivierung von Knorpel in einer Kulturflasche unter Verwendung einer temporären Struktur, die 3D-gedruckt wurde. Die Forscher konnten feststellen, dass sich die implantierte Struktur in einem Kaninchen weiterentwickelte. Könnten wir nach und nach zu einem 3D-gedruckten Ohrtransplantat übergehen?

Forscher des SIMS Hospital und der SRM University in Chennai, Indien, arbeiten seit einigen Jahren an dem Forschungsprojekt, das Kindern mit Ohrfehlbildungen helfen könnte. Über ähnliche Vorhaben haben wir bereits berichtet: In Australien hat es ein Team von Wissenschaftlern geschafft, ein funktionelles, 3D-gedrucktes Ohr für ein Mädchen im Alter von 2 Jahren zu drucken, oder in China ist es dieses Jahr gelungen 5 Ohren für Kinder mit Mikrotie zu drucken. Das Bioprinting ist eine Methode, die sich immer mehr entwickelt und von der medizinischen Welt geschätzt wird, indem es Gewebe und sogar Organe erzeugen kann.

oreille imprimée en 3D

Bio-3D-Druck ist eine aufstrebende Methode im medizinischen Bereich, um funktionelle Organe zu erschaffen

Die Kultivierung von Gewebezellen

Der erste Schritt bei der Herstellung von 3D-gedruckten Ohren ist die Kultivierung von Knorpelzellen (auch Chondrozyten genannt) des Patienten in einer speziellen Lösung. Der Wachstumsprozess, der etwa 3 Wochen dauert, erlaubt diesen Zellen in einer kontrollierten Umgebung zu wachsen und sich zu vermehren. Bei der Lösung handelt es sich um eine Kombination aus organischen und synthetischen Materialien, die gerade ausreichend Nahrungsstoffe enthält, damit die Zellen gedeihen können.

Am Ende dieser Kulturperiode wurden die Knorpelzellen auf einem 3D-Gerüst in Form eines Ohrs ausgesät. Das Gerüst, das in 3D aus einem biologisch abbaubaren und biokompatiblen Material gedruckt wurde, liefert die Grundform für das Zellwachstum. Wissenschaftler können dann die ohrförmige Struktur unter die Haut implantieren, wo sie sich weiter vollständig entwickeln kann. Diese Methode wurde erfolgreich getestet. Das Gerüst löst sich nach einiger Zeit im Körper auf und übrig bleibt die Knorpelstruktur.

„Wir haben die Knorpelzellen 3 Monate lang im Bauch eines Kaninchens unter der Haut gehalten. Wir haben auch ein Gerüst auf der anderen Seite des Bauches hinterlassen“, sagt Dr. Shantanu Patil, Leiter der Abteilung für Medizin an der SRM Universität. „Dieses Gerüst war größtenteils verschwunden, als wir es entfernten. Wenn wir es etwas länger belassen hätten, hätten wir bessere Ergebnisse gehabt.“

oreille imprimée en 3D

Knorpelzellkultur (Bild: Times of India)

Obwohl die Forschungstest dieses Mal aussagekräftig waren, müssen noch viele weitere Schritte unternommen werden, bevor kultivierte Knorpelzellen bei Kindern implantiert werden können. Die Forscher sagen jedoch, dass sie ihre Forschung fortsetzen und hoffen in naher Zukunft Patienten in Not ein neues Ohr anbieten zu können. Hier finden Sie die Studie zum Bericht.

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