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#3DStartup: Läutet nureos automatisierte Engineering-Software das Ende der manuellen CAD-Konstruktion ein?

Am 6. Juli 2026 von Carol S. veröffentlicht

Das Versprechen der additiven Fertigung war seit jeher die gestalterische Freiheit – dennoch stehen Ingenieur:innen oft vor komplexen, manuellen Konstruktionsprozessen, um aus einem Konzept ein fertiges Bauteil herzustellen. Das Zürcher Software-Startup nureo will das ändern, indem es die Lücke zwischen fortgeschrittener künstlicher Intelligenz und den praktischen Restriktionen der Fertigung schliesst. Das Unternehmen geht auf spezialisierte Doktorforschung an der ETH Zürich zurück und entwickelt eine KI-gestützte Plattform, die tiefgreifendes Ingenieurwissen in validierte, automatisierte Designmodule übersetzt. Dank dieses Ansatzes hat das Unternehmen die Anerkennung der Branche erhalten und wurde als Kandidat für die Formnext Start-up Awards 2025 nominiert.

Statt auf generative KI zu setzen, die nicht bearbeitbare Formen erzeugt, agiert nureo als intelligenter Assistent, der komplexe Arbeitsabläufe strukturiert und dabei den Ingenieur:innen jederzeit die volle Kontrolle belässt. Die Plattform verkürzt Konstruktionszeiten von Wochen auf wenige Minuten, selbst bei anspruchsvollen industriellen Anwendungen wie Manifolds (Fluidverteilern) oder Verpackungen für Produktionslinien. In diesem Interview sprechen wir mit Mitgründer Manuel Biedermann darüber, wie nureo die üblichen Branchen-Schlagworte hinter sich lässt und stattdessen eine skalierbare Automatisierungsplattform aufbaut, die die Fertigbarkeit wahrt und Engineering-Teams stärkt.

Manuel Biedermann bei seinem Vortrag auf der Industry Stage der Formnext.

Könnten Sie sich kurz vorstellen und erzählen, was Sie zur Mitgründung von nureo bewogen hat?

Mein Name ist Manuel Biedermann, und ich bin einer der Mitgründer von nureo. Meine Mitgründer Patrick Beutler und Urs Hofmann habe ich während unserer Doktorate an der ETH Zürich kennengelernt, wo wir 2017 begonnen haben, uns mit dem Design für die additive Fertigung (AM) zu beschäftigen. Uns wurde schnell klar, dass ein grosser Bedarf an besseren Software-Tools besteht, um Konstruktionsaufgaben in der additiven Fertigung zu automatisieren. Und das führte uns letztlich zur Gründung von nureo.

Was ist die Mission von nureo, und wie setzen Sie diese um?

Unsere Mission ist es, Design Automation für ein breites Spektrum an Branchen und Anwendungen zugänglich zu machen. Unser Ansatz eignet sich besonders gut für die additive Fertigung, doch die zugrunde liegenden Prinzipien lassen sich auch auf konventionelle Fertigungsverfahren übertragen, etwa Fräsen, Giessen oder Blechkonstruktion. Dazu entwickeln wir die nureo Design-Plattform: eine KI-gestützte Software-Plattform, die auf validierten Design-Modulen aufbaut. Diese Module erfassen Ingenieurwissen für unterschiedliche Konstruktionsaufgaben und Fertigungstechnologien, die wir kontinuierlich erweitern, während wir eng mit unseren Kunden an realen Anwendungen arbeiten.

nureos Software unterstützt Ingenieur:innen bei komplexen Konstruktionen.

Können Sie ein konkretes Kundenbeispiel nennen, bei dem Ihre Automatisierungstools die Konstruktionszeit verkürzt oder die Fertigbarkeit verbessert haben?

Ich kann zwei Beispiele aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen nennen. Das erste stammt aus dem Bereich der Fluidverteiler (Manifolds) – einem der Felder, in denen wir mit der Design Automation ursprünglich begonnen haben. Solche Bauteile kommen in Anwendungen von der Hydraulik bis zur Mikrofluidik zum Einsatz und erfordern die effiziente Führung mehrerer Strömungskanäle innerhalb eines kompakten Bauteils. Diese Kanäle manuell zu konstruieren ist komplex und zeitaufwendig; unsere Software generiert Fluidverteiler dagegen innerhalb von Minuten, während die manuelle Konstruktion typischerweise Tage oder Wochen dauert.

Das zweite Beispiel kommt aus der Verpackungsindustrie, wo Produkte wie Dosen während des Abfüll- und Etikettierprozesses gewendet werden müssen. Unsere Lösung ermöglicht die automatisierte Konstruktion von Bauteil-Wendern (ausgehend von der Produktgeometrie und wenigen Parametern wie Drehwinkel und Wenderlänge) anstelle der zahlreichen manuellen Iterationen, die normalerweise nötig sind, um für Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien eine reibungslose und zuverlässige Wendebewegung zu erreichen.

Haben Sie zum Schluss noch Gedanken, die Sie unseren Leser:innen teilen möchten?

Wir sind fest davon überzeugt, dass die Design Automation im Engineering eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Jede neue Anwendung bringt eigene Herausforderungen mit sich, und wir arbeiten gerne eng mit unseren Kunden zusammen, um diese Herausforderungen in automatisierte Konstruktionslösungen zu übersetzen.

nureos Software berücksichtigt die spezifischen Konstruktionsanforderungen der additiven Fertigung.

Wenn Sie mehr über nureo erfahren möchten, besuchen Sie die Website HIER.

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*Titelbildnachweis: Formnext I Mesago Messe Frankfurt GmbH

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