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Nagami erkundet mit neuen Technologien das Design der Zukunft

Am 18. Mai 2018 von Kathrin J. veröffentlicht
Nagami

Nagami ist ein Designstudio mit Sitz in Ávila, Spanien, welches in den letzten Monaten weltweit für die Präsentation der Stühle von Zaha Hadid Architects auf der Mailänder Designmesse oder des im Centre Georges Pompidou Museum in Paris ausgestellten Voxel Chair v1.0 bekannt wurde. Das Studio hat große Pläne für die Zukunft nämlich die Herstellung unter dem Fokus 3D-Druck und Robotik.

Nach diesen großen Entwicklungen wollten wir mehr über das Designunternehmen und sprachen aus diesem Grund mit Manuel Jiménez García, Architekt und Mitbegründer von Nagami. Heute spricht er über die wichtigsten Entwicklungen des Studios und gibt uns seine persönliche und professionelle Meinung über die Entwicklung von 3D-Technologien in Design und Architektur preis.

Nagami

Die Herstellung des Hockermodells Ross Lovegrove

3DN: Kannst du uns sagen, wie die Idee von Nagami entstanden ist und was die ersten Entwicklungen waren?

Nagami Design

Manuel Jiménez García Mitgründer Nagami

Ich arbeite seit 9 Jahren in der Architekturforschung in London, hauptsächlich im akademischen Bereich. In den letzten 5 Jahre hat sich das Forschungslabor, das ich an der UCL der Bartlett School of Architecture leite, auf Methoden der Automatisierung spezialisiert, wobei eine dieser Methoden der großformatige 3D-Druck ist. Zur gleichen Zeit arbeiteten Ignacio und Miki, deren Hintergrund ebenfalls in der Architektur liegt, bereits an der Gründung einer 3D-Druckerei in Spanien.

Die Gelegenheit zusammen zu arbeiten, entstand, als das Centre Pompidou in Paris mein Labor (Design Computation Lab) mit einer Arbeit für seine Ausstellung „Printing the world“ beauftragte. Nagami wurde gegründet, um ein Roboter-Extrusionssystem zu entwickeln, das die Herstellung dieses Stücks mit der Idee ermöglichte, nach der Ausstellung die Entwicklung von großformatigen Möbeln fortzusetzen. VoxelChair v1.0 (das Produkt, das für diese Veranstaltung entwickelt wurde) wurde Teil der Dauerausstellung des Museums. Von diesem Moment an startete das Unternehmen Nagami das Abenteuer der Produktentwicklung und unsere ersten Produktionen, wie die Nobu und Estrat Stühle sowie die Nital-Vase wurden lebendig.

Nagami

Das Stuhlmodell Estrat – Nagami

3DN: Warum haben Sie sich für additive Fertigungstechnologien entschieden und welche 3D-Techniken setzen Sie bisher ein?

Additive Fertigungstechnologien ermöglichen formale Freiheiten, die mit anderen Methoden nicht realisierbar wären. Die Art der Geometrie, die unsere Marke fördert, wäre wenig tragfähig, wenn wir eher traditionelle Technologien wie Spritzgießen oder Blasformen oder sogar andere numerische Steuerungstechnologien einsetzen würden.

Gleichzeitig ist die additive Fertigung im Hinblick auf den Materialeinsatz unglaublich effizient. Indem nur das Material gedruckt wird, das schließlich Teil des Objekts wird, ist die Produktion von Abfallmaterial wirklich minimal und oft nicht existent.

Nagami

Die Entwicklung des Stuhls namens Peeler von Daniel Widrig

Bis jetzt konzentrieren wir unsere Anstrengungen auf PLA Plastikextrusion. Wir verwenden Plastik in Pellets, das reduziert die Produktionskosten im Vergleich zu traditionellen Methoden des 3D-Drucks mit Filamenten erheblich. Wir haben neue Techniken im 3D-Druck entwickelt, wie zum Beispiel Pigment-Gradation und das 3D-Drucken mit variabler Dicke, die zu dem Markenzeichen der Marke Nagami geworden sind.

3DN: Können Sie uns etwas über Nagamis herausragendste Projekte erzählen und was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

VoxelChair v1.0 ist immer noch ein sehr wichtiges Projekt für uns, nicht nur, weil es unser erstes Projekt ist, das auf professioneller Ebene entwickelt wurde, sondern auch wegen des Lerneneffekts, den wir bei der Entwicklung erhalten haben.


Nital und Estrat haben ebenfalls eine große Bedeutung für die Marke, da es sich um die ersten zugänglichen Produkte handelt, die großflächig 3D-gedruckt wurden. Dies ist ein großer Schritt in einem noch jungen Markt.

Diese vier Stühle haben wir gerade in Mailand gezeigt, das war ein großartiges Ideenlabor für uns. Jeder Designer hat sich dort technischen Herausforderungen angenommen, die zweifellos die zukünftige Entwicklung neuer Produkte erleichtern wird und wodurch die Innovationen gefördert werden.

Nagami

Nital – Nagami

In der Zukunft möchten wir unsere Produktpalette erweitern, die neben verschiedene Größenordnungen – von kleinen Objekten bis hin zu Elementen der Architektur und Innenarchitektur -, auch Produkte umfassen soll, die uns neue Anwendungen mitbringen. Es handelt sich dabei um Objekte, die nicht leicht kategorisierbar sind, die aber neue Typologien in der Welt des Designs und der Architektur generieren können.

3DN: Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach die Beziehung zwischen 3D-Druck und Design heutzutage in Europa?

3D-Drucken gewinnt für Designprofis jeden Tag an Bedeutung. Die Technologie verändert unsere Produktionsmodelle und ebnet den Weg für horizontalere und demokratischere Design- und Fertigungsmethoden. Dank des 3D-Drucks und anderer digitaler Fertigungstechnologien verändern wir langsam nicht nur unsere Art, Produkte zu erzeugen, sondern entwickeln auch gänzlich neue Forschungs- und Entwicklungsmodelle.

Die Ziele einer großen Anzahl von Startups, die unsere Branche revolutionieren, basieren auf Prinzipien, die nur dank der Technologie des 3D-Drucks erreichbar sind. Wir beobachten zweifellos eine der größten Veränderungen in unserem Fachbereich seit der industriellen Revolution und ebendiese Veränderung trägt dazu bei, die Bedeutung des Designs in den Räumen und Objekten, die uns täglich umgeben, zu verbessern.

Nagami

Verwendung eines Roboterarms zur Herstellung von dem Hocker Ross Lovegrove

3DN: Haben Sie letzte Worte für unsere Leser?

Denken Sie groß und arbeiten Sie hart! Wirklich nichts ist unmöglich, wenn man es sich vorstellen kann. Für mehr Information zu Nagami und ihren Produkten können Sie deren offizielle Webseite besuchen.

Nagami

Die Stühle des Designstudios Nagami ausgestellt auf der Mailänder Design Woche 2018

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