Was verändert sich bei der Nachbearbeitung im Jahr 2026?

Es ist schon eine Weile her, seit PostProcess Technologies seine renommierte Studie zu Trends in der Nachbearbeitung veröffentlicht hat. Nach der letzten Veröffentlichung im Jahr 2022 liegt nun endlich die fünfte Ausgabe vor. Der Bericht zeigt einen zunehmenden Fokus auf Nachhaltigkeit, Sicherheit und Gesundheit. Mit steigenden Produktionsvolumen in der additiven Fertigung verschieben sich auch die Anforderungen an die Nachbearbeitung. Wie lässt sich mit den Produktionsgeschwindigkeiten Schritt halten und gleichzeitig sicherstellen, dass Mitarbeitende ausreichend geschützt sind? Wir werfen einen genaueren Blick darauf, was die Nachbearbeitung im Jahr 2026 erwartet.
Viele Trends und Anforderungen in der Nachbearbeitung haben sich über die Jahre hinweg kaum verändert: Seit 2019 zählen das Entfernen von Stützstrukturen und die Oberflächenveredelung zu den am häufigsten genutzten Verfahren unter 3D-Druck-Anwender:innen. 59 % der Befragten nutzen die erste Methode, 48 % greifen auf Letztere zurück.
Diese Nachbearbeitungstechniken hängen eng mit dem jeweils bevorzugten additiven Fertigungsverfahren zusammen. Die Studie zeigt, dass die Materialextrusion weiterhin am meisten genutzt wird, gefolgt von harzbasierten Verfahren und schließlich pulverbasierten Methoden. Auch hier gab es im Vergleich zu den Vorjahren keine wesentlichen Veränderungen. Doch was ist im Jahr 2026 im Bereich der Nachbearbeitung neu?
Die Herausforderungen der Nachbearbeitung im Jahr 2026
Zum ersten Mal liegt die größte Herausforderung in der Nachbearbeitung in der Bauteilkonsistenz: Für 54 % der Befragten ist es schwierig, von einer Serie zur nächsten gleichbleibende Qualität sicherzustellen. Dicht dahinter folgt mit 53 % der Zeitaufwand für die Nachbearbeitung – ein Hinweis darauf, dass diese Prozesse nach wie vor zu zeitintensiv sind. Das hat direkte Auswirkungen auf den Personaleinsatz: Viele der befragten Unternehmen sind der Ansicht, dass Arbeitskräfte stärker für Tätigkeiten mit höherer Wertschöpfung eingesetzt werden sollten. Entsprechend steigt der Bedarf an automatisierten Lösungen, die weniger manuelle Eingriffe erfordern oder zumindest deutlich reduzieren.

Die größten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Nachbearbeitung (Quelle: PostProcess)
Für 52 % der Befragten ist die oberste Priorität bei Investitionen in die Nachbearbeitung, Arbeitskräfte in andere Bereiche zu verlagern. Gleichzeitig bleibt die Verbesserung der Bauteilqualität das zentrale Anliegen (68 %).
Skalierung wird entscheidend
Der Bericht 2026 hebt zudem einen besonders wichtigen Punkt hervor: Die steigenden Produktionsvolumen in der additiven Fertigung. Da der 3D-Druck zunehmend für die Herstellung von Endbauteilen eingesetzt wird, oft in Serien unterschiedlicher Größe, müssen auch die Nachbearbeitungsverfahren in Bezug auf Skalierbarkeit und Durchsatz mithalten.
Zentrale Fragen sind: Wie können Nachbearbeitungsprozesse mit der Geschwindigkeit von 3D-Druckern Schritt halten? Wie lässt sich die Automatisierung weiter vorantreiben? Welche Aufgaben sollten Maschinen übernehmen und welche weiterhin qualifizierte Fachkräfte?
70 % der Befragten äußern Zweifel an ihren Nachbearbeitungsverfahren und daran, ob sie künftig mit den Anforderungen Schritt halten können. Es ist an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen.

Ein Blick auf die Budgets ist ebenfalls aufschlussreich: Bei den meisten befragten Unternehmen macht die Nachbearbeitung weniger als 25 % der Gesamtkosten in der additiven Fertigung aus. Sie steht also nicht im Mittelpunkt – zumindest scheint es so.
Eines ist sicher: Im Jahr 2026 wird sich im Bereich der Nachbearbeitung einiges verändern. Die Veränderungen sind nicht grundlegend, doch es zeigt sich, dass sie den Entwicklungen in der additiven Fertigung folgen muss, die klar in Richtung Produktion gehen. Die vollständige Studie finden Sie HIER.
*Bild: KingStarMold






