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Start-up des Monats: 3D MicroPrint stellt uns das Mikrolasersintern vor

Auf 16. Januar 2018 von Moritz M. veröffentlicht
Mikrolasersintern

Additive Fertigung ist mittlerweile nicht nur als Trend zu verstehen, sondern wird auch zunehmend durch die Verarbeitung von Metallen zum Innovationstreiber neuer Bauteile für Industrien wie Luft– und Raumfahrt oder auch Automobilindustrie. Hierfür investieren 3D-Druckerhersteller immense Summen, um ebenso eine hohe Robustheit wie andere konventionelle Fertigungsverfahren zu garantieren. Hinzu kommen Pläne, wie beispielsweise der Fraunhofer Institute mit ihrem gemeinsamen Projekt FutureAM, die technologische Entwicklung mit pulverförmigen Metallwerkstoffen und übergreifende Systemintegration voranzutreiben. Ein junges Unternehmen, das in diesem Bereich bereits Fuß gefasst hat, ist die 3D MicroPrint GmbH mit ihrem Verfahren namens Mikrolasersintern. Um mehr über das Unternehmen und seine Technologie zu erfahren, haben wir uns mit Joachim Göbner (CEO) unterhalten.

Mikrolasersintern

Joachim Göbner(CEO)

3Dnatives: Könnten Sie uns die 3D MicroPrint GmbH etwas genauer vorstellen?

Die 3D MicroPrint GmbH wurde 2013 in Chemnitz (Deutschland) als Ergebnis einer Kooperation zwischen der EOS GmbH und der 3D-Micromac AG gegründet. Unser Verfahren Mikrolasersintern (MLS) vereint die beiden Welten der additiven Fertigung sowie der Lasermikrobearbeitung. Wir als 3D MicroPrint GmbH haben dieses Verfahren auf ein industrielles Level gehoben und entwickeln die Technologie kontinuierlich weiter. So sind wir auf die Entwicklung, der Herstellung und den Vertrieb der MLS-Maschinen spezialisiert, sowie damit einhergehend die Produktion von Mikro-Metallteilen durch Mikrolasersintern.

3Dnatives: Was verbirgt sich hinter der Technologie ‚Mikrolasersintern‘ und wodurch unterscheidet sie sich von anderen 3D-Drucktechnologien?

Mikrolasersintern ist ein Pulverbettverfahren, bei dem das Bauteil Schicht für Schicht aufgebaut wird. Dabei kommt ein Infrarot-Faserlaser zum Aufschmelzen des Pulvers zum Einsatz, der auf einen Spotdurchmesser kleiner 30 µm fokussiert wird. Der größte Unterschied zur konventionellen additiven Fertigung mittels Laser Sintern liegt in der verwendeten Pulverpartikelgröße. Das Pulver ist mit einer Pulverpartikelgröße kleiner gleich 5 µm um bis zu einen Faktor 10 kleiner als herkömmlich verwendete Pulvergrößen. Dadurch ist eine deutlich feinere Auflösung der Bauteile erzielbar. Aktuell ist diese Auflösung für Metallbauteile weltweit einzigartig.

Mikrolasersintern

 

3Dnatives: Welche Maschinen arbeiten derzeit mit diesem Verfahren? Welche Materialien kommen hierbei zum Einsatz?

Die Maschinen wurden von uns konstruiert und kontinuierlich weiterentwickelt. 2013 war die DMP50 GP die erste industriereife MLS-Maschine. Seit 2016 ist die Nachfolge-Maschinengeneration DMP6X verfügbar, modular aufgebaut, bediener- und servicefreundlicher und in drei verschiedenen Varianten unterteilt. Aktuell sind weltweit 6 Maschinen im Einsatz. Als Materialien kommen verschiedene Metalle zum Einsatz. Hauptsächlich verarbeiten wir derzeit den Edelstahl 1.4404 (316L) und den medizinischen Edelstahl 17-4PH. Titan 6-4 ist in der Pilotproduktion. Des Weiteren gab es schon erfolgreiche Versuche mit anderen Metallen, wie zum Beispiel Wolfram oder Molybdän. Vorrausetzung ist, dass die Metalle in einer sehr feinen Pulverpartikelgröße verfügbar und verarbeitbar sind.

Mikrolasersintern

Eine Maschine der DMP60 Serie. Bild via 3D MicroPrint GmbH

3Dnatives: An wen, beziehungsweise in welchen Branchen und für welche Anwendungen eignet sich dieses Verfahren besonders?

Unser genereller Grundsatz heißt: Wir fertigen für alle Branchen. Wer für sein Mikrobauteil eine innovative Fertigungslösung sucht, sollte sofort Kontakt mit uns aufnehmen. Die meisten Kunden kommen derzeit aus der medizinischen Branche. Weiterhin haben wir Kunden in der Energieindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie der Schmuckindustrie. Vor allem komplexe Geometrien bieten sich für die additive Fertigung an. Wie zum Beispiel Düsen mit variablen Kanalquerschnitten, Gitterstrukturen oder bewegliche Baugruppen. Ansonsten auch außergewöhnliche Geometrien, bei deren Herstellung konventionelle Mikrobearbeitungsverfahren an ihre Grenzen stoßen.

MIkrolasersintern

Bauteile, die mithilfe des Mikrolasersinterns gefertigt wurden. Bild via 3D MicroPrint GmbH

3Dnatives: Wie sehen die Pläne der 3D MicroPrint GmbH für dieses Jahr aus?

Das Wichtigste ist die Zufriedenheit unserer Kunden. Dies erreichen wir über die hohe Qualität der mittels Mikrolasersintern hergestellten Bauteile. Deshalb arbeiten wir ständig an der Verbesserung der Pulver, unserer Maschinen und der Verfahrensparameter. Im aktuellen Geschäftsjahr haben wir in neue Verfahren zur Beurteilung der Pulverqualität und der Bauteilqualität investiert. Diese Methoden wurden in die operativen Abläufe integriert, um unseren Kunden gleichbleibend hohe Qualität liefern zu können. Außerdem arbeiten wir in mehreren Projekten daran, weitere Branchen zu erschließen und dem Markt neue Materialien zur Verfügung stellen zu können.

3Dnatives: Haben Sie noch ein paar abschließende Worte an unsere Leser?

Vielen Dank an 3Dnatives für das Interesse an 3D MicroPrint GmbH und unserer Technologie. Besuchen Sie doch gern unsere Webseite: http://www.3dmicroprint.com/ und wenn Sie Mikrobauteile haben, welche Sie gerne additiv herstellen lassen würden – schreiben Sie uns eine Anfrage an: [email protected]

Wie lautet Ihre Meinung zum Mikrolasersintern Verfahren von 3D MicroPrint?

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