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M&H transformiert Flugzeugtriebwerke in gasbetriebene Kleinkraftwerke

Am 19. Juni 2024 von Astrid Z. veröffentlicht

Mit dem „Inflation Reduction Act“ (IRA) haben die USA 2022 den verstärkten Ausbau von erneuerbaren Energien besiegelt. Seither werden durch die zur Verfügung gestellten Mittel grüne Alternativen ausgebaut. Im letzten Jahr wurden etwa Solaranlagen mit einer Kapazität von 33 Gigawatt installiert und bis 2028 sei mit einem jährlichen Wachstum von 14 % in der US-Branche für erneuerbare Energien zu rechnen. Trotz dem Fokus auf nachhaltige Energie, scheinen die USA auch einen Plan B für Dunkelphasen auszuarbeiten. So kommt es zu einer verstärkten Nachfrage für stationäre, gasbetriebene Kleinkraftwerke. Zum Beispiel können Flugzeugtriebwerke so umgebaut werden, dass sie diese Zwecke erfüllen und im Fall der Fälle das US-Stromnetz stabilisieren können. Wie aber wird aus einem Flugzeugtriebwerk ein Stromkraftwerk? Nun, dazu ist ein umfangreiches Fachwissen zu Materialien, Luftfahrtkomponenten und dort herrschenden Standards erforderlich. Dieses bringt das Unternehmen M&H aus Ilz in der Steiermark mit und konnte sich so einen millionenschweren Kooperations-Deal sichern.

Das steirische Unternehmen konzentriert sich auf 3D-Druck und CNC-Bearbeitung und verfügt über Erfahrung in der Herstellung von Teilen für den Rennsport und die Luftfahrt. Die Kombination aus Know-how zum 3D-Metalldruck und zu leistungsstarken Materialien haben dazu geführt, dass sich M&H gegenüber einer internationalen Konkurrenz durchsetzte und nun als strategischer Partner die Transformation der Turbinen begleiten wird.

M&H ist auf 3D-Metalldruck und CNC-Bearbeitung spezialisiert und konnte durch seine Expertise nun eine neue Partnerschaft eingehen. (Bild: M&H)

Das Unternehmen wird im Rahmen der Zusammenarbeit einerseits komplexe Komponenten für die stationären Gasturbinen liefern, andererseits auch Serviceleistungen anbieten. Bis zum Herbst sollen im Rahmen der Pilotphase 168 additiv gefertigte Turbinenschaufeln für den Abgasstrang der Turbineneinheit produziert und nach Texas geliefert werden. Sollte diese erste Phase erfolgreich verlaufen, verlängert sich der Vertrag bis 2031. Bis dahin sollten dann über 2.5000 Komponenten bereitgestellt werden. Die Produktion sei laut M&H bereits im Gange und erste Teile bereits mit Erfolg zugestellt. „Wir konnten bei den ersten übermittelten Prototypen sofort von unseren Qualitäten überzeugen und sofort vorhandene Bestleistungen in Präzision und Steifigkeit übertreffen. Auch da wir mit unserer SLM800 über einen der größten 3D-Metalldrucker in Österreich verfügen,“ sagt Jochen Wagner, Vertriebsleiter von M&H.

Für die Herstellung der komplexen Strukturelemente mit Innenhohlräumen verarbeitet M&H das Material Inconel 718. Es handelt sich dabei um eine hitzebeständige Nickel-Chrom-Legierung, welche äußerst komplex ist und auch das „Predeforming“ als Prozessschritt benötigt. „Während des Fertigungsprozesses können Materialien wie Inconel 718 durch Hitze oder mechanische Kräfte verformt werden. Durch diese Technik wird das Material so vorgeformt, dass es nach den Bearbeitungsschritten die richtige Form und Größe behält“, erklärt M&H-Geschäftsführer Patrick Herzig.

Als 3D-Druck-Pionier konnte M&H bereits ausgiebiges Wissen zu Technologien und Materialien aufbauen und sich in zahlreichen Projekten behaupten. Neben der Fertigung ist M&H allerdings auch mit Materialanalysen beauftragt, zum Beispiel chemische Prüfungen, Zugproben, Rissprüfunten und Dichtewürfeltests. „Diese Tests sind entscheidend, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen, die sich an Standards der Luftfahrtindustrie orientieren, erfüllt werden und die Bauteilqualität auf einem hohen Niveau bleibt,“ ergänzt Herzig. Auch hier konnte M&H auf seinen Erfahrungsschatz aus anderen Branchen zurückgreifen, in denen solche Tests gang und gäbe sind.

M&H kann bereits auf eine Vielzahl an erfolgreichen Projekten zurückblicken, dennoch markiert der neue Auftrag in der Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags einen Meilenstein. „Diese Zusammenarbeit betont nicht nur unsere Kompetenz im Bereich des 3D-Metalldrucks, sondern stärkt auch unsere Position auf dem internationalen Markt,“ freut sich Herzig. Mehr zu M&H finden Sie HIER.

In Ilz verfügt M&H über einen leistungsstarken Maschinenpark, darunter die SLM 800, einer der größten 3D-Metalldrucker Österreichs, auf dem die Komponenten gefertigt werden, die dann nach Texas geliefert werden. (Bild: M&H)

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*Titelbildnachweis: Geschäftsführer Patrick Herzig ist mit 3D-Druck-Bauteilen international erfolgreich (Bild: Lueflight)

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