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MeaTech stellt größtes 3D-gedrucktes Steak her

Am 31. Dezember 2021 von Regina P. veröffentlicht

Steht 3D-gedrucktes Fleisch schon bald auf der Speisekarte? MeaTech 3D, das Unternehmen, das sich auf die Herstellung von 3D-gedrucktem kultivierten Fleisch spezialisiert, hat bekannt gegeben, dass ein 104 g (3,67 oz) schweres Steak erfolgreich mit dem Verfahren gedruckt werden konnte. Es ist angeblich das bisher größte kultivierte Steak der Welt. Das Unternehmen nutzt dazu seine Bioprinting-Methode, die mit echten Zellen kultiviertes Fleisch auf den Teller druckt. Dieser Erfolg stellt einen weiteren Meilenstein für 3D-gedrucktes Fleisch dar, ein Markt der seit Jahren stetig wächst. Ziel sei es, Tierquälerei zu verhindern und auf die zunehmenden Umweltbelastungen im Zusammenhang mit der Viehzucht zu reagieren.

Um das größte biologisch 3D-gedruckte Steak herstellen zu können, musste MeaTech Rinderstammzellen aus Proben isolieren und diese im Anschluss im Labor vermehren. Diese gezüchteten Zellen werden dann in Biotinten umgewandelt, die mit dem firmeneigenen 3D-Biodrucker von MeaTech einsetzbar sind. Die Tinten drucken dann auf Basis eines digitalen Entwurfs die Steakstruktur und werden anschließend zum Reifen in einen Inkubator gelegt. Bei diesem letzten Schritt verwandeln sich die gedruckten Stammzellen in Fett- bzw. Muskelgewebe, wodurch das Steak sein realistisches Aussehen erhält.

Das Unternehmen weist darauf hin, dass es sich für das 3D-Bioprinting entschieden hat, weil es der beste Weg sei, die komplexen Gewebemuster von tierischen Steaks nachzubilden. Mit dem jüngsten Meilenstein ist MeaTech, dem Ziel, einen echten Ersatz für herkömmliches Steak zu entwickeln, einen Schritt näher gekommen. Ein Alternativprodukt das tierische Zellen und nicht andere Bestandteile nutzt, ist in der Branche relativ einzigartig. Denn anstatt pflanzliche Proteine zu nutzen, um fleischähnliche Produkte zu erzeugen, hat MeaTech ein Patent für sein neuartiges Bioprinting-Verfahren angemeldet, mit dem Hähnchen- und Steakprodukte mit echten Zellen hergestellt werden. Viele der anderen erhältlichen 3D-gedruckten Fleischersatzprodukte sind auf pflanzlicher Basis und verwenden Soja- oder Erbsenprotein. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Fleisch mit Zellen gedruckt wird. Im Februar gab Aleph Farms bekannt, dass ein Ribeye-Steak mit 3D-Bioprinting aus echten Rinderzellen hergestellt wurde.

Insgesamt ist in den letzten Jahren ein wachsender Trend für 3D-gedruckten Fleischersatz zu beobachten, welche sowohl aus Pflanzenproteinen aber auch aus Zellen hergestellt wird. Das 3D-gedruckte Fleisch ähnelt in seinem Gedanken anderen Bioprinting-Projekten, die unter anderem auf den Druck von Organen abzielen. Im Fall von Fleisch sei die Motivation aber eine Antwort auf Umwelt- und Tierschutzbedenken. Darüber hinaus bringen die 3D-gedruckten Steaks weitere Vorteile, wie MeaTech feststellt. So können diese beispielsweise schneller produziert werden als Steaks aus landwirtschaftlicher Aufzucht, die etwa 18 Monate in Anspruch nehmen, bevor sie den Verbraucher erreichen, und häufig das Risiko einer bakteriellen Kontamination bergen. Ein weiterer Vorteil sei, dass die 3D-gedruckten Steaks länger haltbar sind als herkömmliches Fleisch. Obwohl Sie die Steaks von MeaTech in naher Zukunft noch nicht im Supermarktregal finden werden, will das Unternehmen mit Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, um die notwendigen Genehmigungen zu erhalten, welche für den weltweiten Versand der Produkte benötigt werden.

 

Sharon Fima, CEO und CTO von MeaTech, erklärt: „Der heutige Durchbruch stellt den Höhepunkt unserer über einjährigen Bemühungen in den Bereichen Zellbiologie und Hochdurchsatz-Gewebezüchtung sowie unserer Präzisions-Bioprinting-Technologie dar. Durch das Bioprinting eines 3,67 oz Steaks, das aus lebendem Gewebe hergestellt wurde, sind wir davon überzeugt, dass wir sowohl das Potenzial unseres Verfahrens aufzeigen und uns an die Spitze im Rennen zur Entwicklung von hochwertigen, auf echten Zellen basierenden Premium-Fleischprodukten positionieren konnten.“ Mehr über MeaTech erfahren Sie HIER.

*Titelbildnachweis: MeaTech

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