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LabSkin nutz Biodruck um komplexe Hautmodelle zu erstellen

Am 6. Juni 2019 von Ann-Kathrin L. veröffentlicht
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Der 3D-Druck betrifft viele verschiedene Branchen, insbesondere den medizinischen Bereich. Viele Forscher beschäftigen sich mit dem Biodruck, um verschiedenste Arten von medizinischen Lösungen zu entwickeln, die besser an den Körper jedes Patienten angepasst sind. Vor kurzem haben wir Ihnen von den Tel Aviv-Forschern erzählt, denen es gelungen ist, ein menschliches Herz aus Geweben und Blutgefäßen mit Bio-Druck zu herzustellen. Diesmal bleiben wir mit dem Startup LabSkin Creations in Europa, genauer gesagt, Frankreich. Das Unternehmen testet die Wirksamkeit von Inhaltsstoffen und Kosmetikprodukten an maßgeschneiderten durch Biodruck hergestellten Hautmodellen.

In einem Interview mit Premium Beauty News informiert Sandrine Hénard, schon seit 3 Jahren Projektleiterin bei LabSkin Creations, über die neuen Fortschritte, die durch den Biodruck von Hautmodellen möglich werden. Seit dem EU Verbot des Verkaufs von mit Tierversuchen getesteten Kosmetika im Jahr 2013, ist die Erstellung von Hautersatzprodukte bzw. Hautmodelle deutlich gewachsen. LabSkin Creations ist für die Entwicklung maßgeschneiderter rekonstruierter Haut verantwortlich. Diese mehr oder weniger komplexen Hautteile ermöglichen es, viele kosmetische Produkte sowie die Wirksamkeit bestimmter Inhaltsstoffe zu testen. LabSkin Creations wurde 2014 von Amélie Thépot gegründet und befindet sich im Edouard-Herriot Hospital in Lyon. Die Epidermis und Dermis werden künstlich reproduziert, vor allem dank der Kultivierung von in vitro Zellen, und nun auch durch 3D-Biodruck mit einer Bioink, die menschliche Hautzellen enthält.

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Der Biodruck macht die Herstellung von komplexen 3D-Strukturen möglich. Bildnachweis: LabSkin Creations

Das Startup ist sogar in der Lage, Skins zu erstellen, die dermatologische Erkrankungen aufweisen. Sandrine Hénard erklärt: „Atopische Dermatitis ist eine chronische Entzündungskrankheit, von der mehr als jedes zehnte Kind betroffen ist. Wir haben mehrere Ansätze kombiniert, um das Modell zu erstellen. Die Innovation kommt aus der Verwendung von Zellen von Patienten mit Neurodermitis in Kombination mit Lymphozytenintegration. Damit ist es das erste humane in vitro Modell der atopischen Dermatitis mit einer Immunkomponente.“ Mit diesem Hautmodell ist es möglich, fertige Produkte zu testen, um zu sehen, wie sich dieses Hautbild entwickelt und um sie besser zu verstehen.

Der Biodruck befindet sich derzeit in einer Revolution im Bereich des Tissue Engineering. Deshalb konzentriert sich das Startup mehr auf diese Technik und steuert seine Entwicklungen in diesem Bereich. „Der Biodruck hat den Vorteil, dass er die Herstellung sehr komplexer dreidimensionaler Strukturen auf sehr präzise, reproduzierbare und automatisierte Weise ermöglicht. Mit diesem Ansatz erhalten wir eine ausgereifte Hautprobe in 21 Tagen, verglichen mit 45 in vitro. Im Jahr 2016 haben wir unser erstes Patent für ein komplettes Hautmodell mit Dermis und Epidermis eingereicht„, erklärt Sandrine Hénard im Interview.

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Bildnachweis: LabSkin Creations

Das Unternehmen arbeitet auch an anderen Projekten. Insbesondere für das Projekt Bloc-Print erhielt das Unternehmen 2018 mehrere Auszeichnungen. In Zusammenarbeit mit 3d FAB, den Hospices Civils de Lyon und der Direction Générale de l’Armement soll dieses Projekt verletzte Soldaten direkt auf dem Schlachtfeld behandeln. Sandrine Hénard erklärt, dass Zellen aus der gesunden Haut des verwundeten Soldaten extrahiert, dann direkt in eine Bio-Ink integriert und mit einem 3D-Drucker auf den Patienten gedruckt werden sollen.

*Bildnachweis Beitragsbild: LabSkin Creations

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