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Interview mit Head of Marketing Stefan Ritt von SLM Solutions

Auf 5. Januar 2017 von Alexander H. veröffentlicht
SLM Solutions

SLM Solutions ist Pionier und Namensgeber des selektiven Laserschmelzverfahrens. Das Lübecker Unternehmen gehört zu den wichtigsten Systemherstellern für Metall-3D-Druck weltweit. Vor einigen Monaten kam eine Übernahmeangebot von General Electric durch, welches sich aber letztendlich zerschlagen hat. Wir hatten die Gelegenheit mit Stefan Ritt, Head of Marketing bei SLM Solutions über die aktuellen Herausforderungen und die Zukunft des 3D-Drucks zu reden.

3DN: Hallo Herr Ritt! Können Sie sich und Ihre Position bei SLM kurz vorstellen?

Seit 18 Jahren im Unternehmen, kümmere ich mich in der Position als Vice President des Global Marketing and Communications bei der SLM Solutions GmbH um die weltweite Vermarktung unserer Produkte und um die Vertretung unseres Unternehmen in der Öffentlichkeit. Mein Studium habe ich an der Universität zu Lübeck mit dem Ingenieurdiplom für Physikalische Technik abgeschlossen. Seitdem interessiere ich mich unter anderem für Werkstoffe, Fertigung sowie für die Geschäfts- und Produktentwicklung.

3DN: Wer sind Ihre Kunden und auf welchen Bereichen positionieren Sie sich?

Unsere Maschinen sind in erster Linie für den betrieblichen Einsatz konstruiert. Die Preise solcher Anlagen liegen in ganz grob zwischen 250.000 Euro und 1,5 Mio. Euro. Wir möchten mit unseren umfassenden Systemlösungen dazu beitragen, dass die revolutionäre Technologie der additiven Fertigung mehr und mehr in die Produktionsabläufe der Unternehmen integriert wird, sei es zur Herstellung von Serienteilen oder zum Prototypenbau.

Übersicht der SLM-Maschinen

Da der Metalldruck sehr viele Anwendungsmöglichkeiten hat, kommen unsere Maschinen in den verschiedensten Branchen zum Einsatz: in der Luft- und Raumfahrt, dem Energiesektor, dem Gesundheitswesen oder aber auch der Automobilindustrie.

Gasturbine für GE

3DN: Was sind in den kommenden Jahren die Hauptentwicklungsachsen von SLM Solutions?

Als führender Anbieter von Maschinen auf Basis des Selektiven Laserschmelzens verfolgen wir eine intensive Wachstumsstrategie und möchten unsere Technologie weiter verbreiten und zu der Entwicklung des 3D-Drucks beitragen. Der internationale Markt spielt für uns eine große Rolle, weshalb wir unsere weltweiten Niederlassungen weiter ausbauen möchten. Vor kurzem haben wir eine Niederlassung in Shanghai und Moskau eröffnet und planen weitere Entwicklung auf dem Asiatischen Markt.

Niederlassung in Shanghai

Unser besonderes Augenmerk liegt in der Forschung und Entwicklung unserer Technologie. Indem wir weitere qualitative Metallpulver zum 3D-Druck entwickeln und an der Optimierung der Eigenschaften arbeiten, möchten wir dazu beitragen, dass mehr und mehr funktionale Bauteile hergestellt werden.

Hochlegierte Stähle für den Einsatz in der Luft- und Raumfahrtindustrie stehen im Moment im Fokus.

3DN:Welche Zukunftsperspektiven sehen Sie für den 3D-Metalldruck? 

Meiner Ansicht nach ist es der Metalldruck, der aktuell im Zentrum der Additiven Fertigung steht. Verfolgt man die Neuigkeiten der letzten Monate und auch Jahre, kann man beobachten, dass sich der 3D-Druck mit Metall schneller und positiver entwickelt als es beispielsweise beim Kunststoffdruck der Fall ist. Dies liegt an dem breiten Anwendungsspektrum, das die immer besser werdenden Materialien mit sich bringen.

Anwendungsbeispiel Flügel

Der 3D-Druck mit Metall hat sich bereits so weit entwickelt, dass mittlerweile auch die Serienfertigung komplexer Einzelteile durch 3D-Druck in die Produktionsabläufe einiger Unternehmen integriert wird. Kürzlich hat der Automobilhersteller BMW eine Kleinserie von hochpräzisen Wasserpumpenrädern ausschließlich mit additiven SLM-Fertigungsverfahren produziert. Durch die neuen Fertigungsverfahren lassen sich komplexe Formen und Strukturen optimieren, was durch herkömmliche Methoden nicht möglich ist.

Wasserpumpenräder hergestellt von BMW auf SLM Geräten

Neben der Automobilindustrie sehe ich vor allem eine große Zukunft für den 3D-Druck in der Luftfahrt, was wir vor kurzem auf der Paris Air-Schow noch einmal selbst erleben konnten.

Die Technologie hat nicht nur das Potential erhebliche Beiträge in der Produktionsindustrie zu leisten, leichtere Strukturen in der Automobil- und Luftfahrtindustrie herzustellen, um erhebliche Anteile an Kraftstoff einzusparen, Patienten bessere Heilungsmöglichkeiten durch individuelle Prothesen und Implantate zu ermöglichen, sondern kann darüber hinaus auch gesellschaftliche Standards erhöhen.

Innenaufnahme beim 4-Laserdruck

3DN: Mit welchen aktuellen Herausforderungen sehen Sie den 3D-Druck konfrontiert?

Die wesentliche Herausforderung wird darin bestehen, diese neue Technologie nahtlos in die bestehenden Fertigungsabläufe der Industrie zu integrieren, damit der metallische 3D-Druck ein alltägliches Instrument zur Herstellung hochwertiger Serienbauteile wird, das in vielen Industrien Anwendung findet.

3DN: Ein abschließendes Wort an unsere Leser?

Der 3D-Druck ist für mich eine unheimlich spannende und innovative Branche, die man beobachten sollte. Ich bin fest davon überzeugt bin, dass sie sich innerhalb der nächsten Jahre rasant weiterentwickeln wird.

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