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Startup des Monats: AMendate entwickelt eine Software zur Topologie-Optimierung

Auf 3. September 2018 von Jacqueline O. veröffentlicht
AMendate

Nicht nur die Drucker und Filamente spielen in der additiven Fertigung eine entscheidende Rolle. Ebenso wichtig ist die Software, mit welcher die Modelle bearbeitet werden. Hierfür entwickelte AMendate eine Topologie-Optimierungssoftware. Topolgie-Optimierung ist ein Verfahren, durch welches Grundgestalten für Bauteile ermittelt und optimiert werden.

Ihre Software ermöglicht es optimale Teile für den 3D-Druck nahezu vollautomatisch zu erstellen. Der Fokus liegt auf der Geschwindigkeit und sie soll die Optimierungsprozesse im 3D-Druck erheblich vereinfachen. Um mehr darüber zu erfahren, haben wir Thomas Reiher, CEO und Co-Founder von AMendate einige Fragen gestellt.

3DN: Können Sie sich kurz vorstellen und uns von der Gründung von AMendate erzählen?

AMmendate

Thomas Reiher; CEO und Co-Founder von AMendate

AMendate ist eine Software zur einfachen und vollautomatischen Optimierung von technischen Bauteilen für die additive Fertigung. Damit werden die aktuell sehr aufwändigen Prozesse zur Erzeugung von Leichtbaugeometrien ersetzt. Die Idee für die Entwicklung der Software kam uns während unserer Arbeit an der Universität und dem dortigen Forschungszentrum für die additive Fertigung. Der 3D-Druck bietet vielfältige Möglichkeiten für den Leichtbau durch die kosteneffiziente Fertigung bionischer Strukturen.

Ich habe mich im Rahmen meiner Forschung für meine Dissertation mit der Erzeugung solch komplexer Strukturen beschäftigt, parallel dazu entwickelte unser Mitgründer Steffen Vogelsang über drei Jahre mit mir diese Idee zu einer funktionierenden Technologie, die bei vielen Unternehmen auf starkes Interesse stieß. So entschlossen wir uns, das Projekt professionell und Vollzeit als Start-Up voranzutreiben. Daraufhin haben wir uns auf ein EXIST-Förderstipendium beworben und wurden positiv begutachtet. Seit Juli 2018 sind drei Leute aus unserem Team darüber finanziert und wir durften in der garage33, dem Inkubator der Universität Paderborn, unsere eigene Garage beziehen und können nun richtig durchstarten.

3DN: Was genau hat es mit der AMendate Technology für topologische Optimierung auf sich?

AMendate ist eine Softwarelösung zur vollautomatischen Optimierung von technischen Bauteilen. Es werden organisch anmutende Leichtbaustrukturen erschaffen, die eine materialschonende, effiziente und kostengünstige Produktion mit der additiven Fertigung verwirklichen. Unsere Lösung stellt somit ein bisher nicht verfügbares Werkzeug dar, um die gestalterischen Freiheiten der additiven Fertigung optimal ausnutzen und hochwertige Bauteile automatisch und schnell konstruieren zu können.

AMendate

3DN: Wo liegen die Vorteile Ihrer Software und wofür eignet sie sich insbesondere?

Die AMendate-Technologie ermöglicht eine besonders schnelle Generierung von komplexen Leichtbaustrukturen ohne den sonst notwendigen manuellen Aufwand in der Interpretation der Simulationsergebnisse. Kernelement ist daher eine automatische Interpretation und anschließende Überführung in gängige CAD-Austauschformate statt schwer weiterzuverarbeitende Oberflächenmodelle anderer Softwarelösungen. Dem Benutzer wird damit in einzigartiger Weise innerhalb kurzer Zeit ein in seinem bekannten technischen Datenworkflow benutzbares Bauteil generiert, welches optimal an die Belastungen angepasst ist, den Materialeinsatz reduziert und ohne Konvertierungsverluste im Unternehmensalltag einsetzbar ist. Mit nur einer Software in nur einem Arbeitsschritt.

Die Software eignet sich dadurch für alle, die Material und Gewicht einsparen möchten und auf die additive Fertigung setzen. Wir vereinfachen und beschleunigen den Prozess signifikant, sodass auch Unternehmen ohne eigene Berechnungsabteilung kostengünstig und schnell Bauteiloptimierungen durchführen können. Wir sind dabei bis zu 80% schneller als konventionelle Prozesse und erreichen durchschnittliche Gewichtseinsparungen von über 40% mit einem direkt fertigbaren Optimierungsergebnis.

3DN: Was sind die nächsten Ziele von AMendate? 

Als noch sehr junges Startup fokussieren wir uns derzeit natürlich besonders auf die ersten Schritte der Unternehmensgründung. Parallel sind wir bereits für einen Pilotkunden aktiv, mit dem wir demnächst online gehen werden. Auf der kommenden formnext-Messe möchten wir uns dem Fachpublikum präsentieren und Kunden gewinnen.

Bei der Software arbeiten wir mit Hochdruck an der Weiterentwicklung und Implementierung neuer Module mit weiteren interessanten Features. Unsere Vision ist dabei das Generative Design: Es werden durch automatische Variation verschiedenster Parameter eine große Zahl an verschiedenen Optimierungsansätze erzeugt und kurz berechnet. Daraufhin kann der Nutzer den vielversprechendsten auswählen und vollständig berechnen lassen. Und das alles in kürzester Zeit!

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Mit ihrer Idee qualifizierte sich das Team von AMendate für den Rapid. Tech Start-up Award und gewann den zweiten Platz

3DN: Wie sehen Sie die Zukunft der Additiven Fertigung besonders hinsichtlich der Software-Entwicklungen?

Die additive Fertigung wird ihren Platz finden und die übrigen Fertigungsverfahren ergänzen. Wie schnell und wie umfangreich dies passiert, liegt zum einen an der Hardwareentwicklung der Maschinenhersteller, aber andererseits auch maßgeblich an der Software. Die Denkweise hin zu bionischen Strukturen muss noch ausreichend bei den Ingenieuren verankert werden und dann müssen auch entsprechende CAD-Tools zur Verfügung stehen. Hier möchten wir unseren Beitrag leisten, in dem wir die Konstruktion um gewisse Automatismen erweitern, um die Additive Fertigung wirklich nutzen zu können.

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3DN: Haben Sie noch einige letzte Worte für unsere Leser?

Es ist beeindruckend, wie die additive Fertigung bereits in den vergangenen zehn Jahren alte Prozesse und Denkweisen in Frage gestellt und neue Möglichkeiten aufgetan hat. Wir sind überzeugt davon, dass dies erst der Anfang war und die technologische Revolution in den kommenden zehn Jahren erst richtig durchstarten wird. Wir freuen uns, diese spannende Entwicklung mitzugestalten.

Weitere Informationen zu der Software finden Sie auf der offiziellen Website von AMendate.

Was halten Sie von dieser verbesserten Software? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit und hinterlassen Sie uns ein Kommentar unten oder auf FacebookTwitter oder Google+. Und denken Sie daran sich für unseren wöchentlichen Newsletter kostenlos anzumelden, um keine Neuigkeiten im 3D-Druck mehr zu verpassen!

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