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Indmatec bringen mit Hochleistungspolymere neue Anwendungen für die Schmelzschichtung

Am 21. März 2016 von veröffentlicht

Anfang 2016 wurde Indmatec zum besten Start-Up in Baden-Württemberg gewählt. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, hat Indmatec eine Lösung gefunden, um Hochleistungspolymere mittels Schmelzschichtung drucken zu können. 3Dnatives wollte unbedingt mehr über dieses einzigartige Projekt erfahren und stellte ein Paar Fragen an Tony Tran-Mai.

3DN : Hallo Herr Tran-Mai, könnten Sie  Indmatec kurz vorstellen?

Indmatec beschäftigt sich als junges Start-Up seit seiner Gründung im Jahre 2014 mit der Verarbeitung von Hochleistungspolymeren durch den 3D-Druck. Das Kerngeschäft des Karlsruher Unternehmens ist die Entwicklung und Vermarktung von eigenen 3D-Druckern und Filamenten für das so genannte FFF-Verfahren (Fused Filament Fabrication), welche speziell auf Hochleistungspolymere ausgelegt sind. Dazu gehört neben der Entwicklung und Vermarktung der 3D Drucker nebst zugehöriger Software vor allem auch die Entwicklung von Filamenten aus Hochleistungspolymeren für diese Technologie.

Ein Meilenstein dabei war für uns den Kunststoff PolyEtherEtherKeton (PEEK) mit der FFF Technologie als erstes Unternehmen in Europa „druckfähig“ zu machen. Zudem bieten wir von Indmatec Beratungen und Trainingseinheiten für unsere Kunden rund um das FFF-Verfahren sowie Druckdienstleistungen mit unseren 3D Druckern an.

Indmatecteam

Lars Pfotzer und Tony Tran-Mai (vorn, 1. und 2. von Links) und Brando Okolo (hinten, 2. von Rechts), die drei Gründer von Indmatec.

3DN : Wie ist Indmatec entstanden?

Die Idee entstand bei einer Unterhaltung mit meinem langjährigen Freund, dem Materialwissenschaftler Prof. Dr. Brando Okolo. Er erzählte von einem seiner Forschungsprojekte zur Materialforschung im 3D-Druck. Uns beiden wurde im Gespräch schnell klar, dass diese Technologie ein enormes Potenzial besitzt, das wir nutzen wollten. Zusammen mit einem weiteren langjährigen Freund, Lars Pfotzer, gründeten wir bald darauf Indmatec.

3DN : Was sind die Spezifitäten ihrer Innovation?

Der heute etablierte 3D-Druck mit dem FFF-Verfahren beschränkt sich meist auf PLA und ABS. Damit lassen sich viele Anforderungen und Erwartungen der Industrie nicht erfüllen. Mit unserer Expertise in der Materialwissenschaft identifizieren wir industrielle Anwendungsmöglichkeiten für technische Materialien wie PEEK, um anschließend ein darauf zugeschnittenes Fertigungssystem zu entwickeln. Somit bieten wir 3D-Druck basierte Innovationen für besondere Anforderungen in unterschiedlichen Branchen.

Neben PEEK arbeiten wir mit anderen Hochleistungspolymeren wie PEI Ultem 1000, POM-C und PVDF. Durch die Anwendung des additiven Verfahrens entsteht bei der Herstellung von Werkstücken nahezu kein Materialabfall, wodurch Kosten gespart werden können. Dies ist ein entscheidender Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsmethoden oder auch anderen 3D-Druck Verfahren. Zudem liegen die Anschaffungskosten eines FFF 3D-Druckers weit unter denen von herkömmlichen Fertigungstechniken.

indmatecdrucker

3DN : Welche Anwendungen gibt es für eure Produkte/In welcher Branche sind ihre Kunden tätig?

Wir konnten mit unserer Innovation bereits viele namhafte Unternehmen überzeugen und zu unseren Kunden zählen (ESA, Merck, Fresenius, Universitäten in Karlsruhe, Delft, Pennsylvania, etc.). Außerdem haben wir starke strategische Partnerschaften mit verschiedenen Unternehmen (Heidelberger Druckmaschinen, MCF Technologie GmbH, etc.) und Forschungsinstitutionen (Karlsruher Institut für Technologie, Fraunhofer Institut, FZI etc.).

Ebenso vielfältig sind die Anwendungsbereiche unserer Produkte. So profitieren unter anderem die Luft- und Raumfahrt, die Automobilbranche und der Öl- und Gassektor von der 3D-Drucktechnik, insbesondere von einem hochbelastbaren Material wie PEEK, welches in Kombination mit unserem Drucker für die Herstellung verschiedenster Bauteile geeignet ist. Denn PEEK weist einerseits eine sehr hohe Abriebfestigkeit und andererseits eine Leichtigkeit wie Aluminium auf und eignet sich so hervorragend als Metallalternative. Zudem ist es im Vergleich zu Metallen überdurchschnittlich beständig gegenüber Chemikalien, was z.B. Korrosion verhindert.

IndmatecMaterialien

Indmatec sind die ersten die PEEK als FFF-Filament anbieten

3DN : Welche Projekte stehen in nächster Zeit an?

Unser nächster großer Schritt ist die endgültige Zertifizierung unseres PEEK MedTec Filaments für den medizinischen Markt. Dafür arbeiten wir mit einer Gruppe von Chirurgen zusammen, die uns mit dem nötigen Wissen für medizinische Geräte versorgen. Bis spätesten Anfang 2018 erwarten wir, für medizinische Tests zugelassen zu werden. Unser Ziel ist es, den FFF 3D-Druck in der Medizin für Implantate, Prothesen und verschiedene Werkzeuge zu etablieren.

3DN : Haben sie letzte Worte für unsere Leser?

Wir bei Indmatec sind sehr stolz darauf, eine wichtige Rolle im 3D-Druck zu spielen und hoffen auch zukünftig unseren Beitrag zum Thema Industrie 4.0 leisten zu können. Insbesondere im stetig wachsenden medizintechnischen Markt sehen wir uns in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen.

Mehr Infos zu Indmatec auf der Homepage.

Danke für das Interview Herr Tran-Mai, alles Gute und weiterhin viel Erfolg für die Zukunft.

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