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Partnerschaft von Incus mit ESA soll 3D-Druck in Mikrogravitation testen

Auf 12. Oktober 2021 von Regina P. veröffentlicht

Incus, ein österreichischer Hersteller von lithografiegestützten Lösungen für die additive Fertigung, ist jüngst eine Partnerschaft mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), der OHB System AG und der Lithoz GmbH eingegangen. Im Rahmen dieser soll das Lithografie-basierte Metallherstellungsverfahren (LMM) von Incus zum Einsatz kommen. Im Rahmen des Projekts wird der 3D-Druck in einer Umgebung mit Mikrogravitation getestet, wobei insbesondere untersucht werden soll, ob es mit der Technologie möglich wäre, auf der Mondbasis Dinge aus Altmetall oder vorhandenen Oberflächenmaterialien herzustellen. Letztlich könnte das Forschungsvorhaben dazu beitragen, künftige Mondsiedlungen voranzutreiben, da mit Hilfe des Verfahrens existierende Probleme im Zusammenhang mit den Lieferketten und der Abhängigkeit von Vorräten von der Erde beseitigt werden könnten.

Das Thema Nachhaltigkeit stellt für viele Raumfahrtbehörden ein wichtiges Anliegen dar. Mit unterschiedlichen Vorhaben hoffen diese, irgendwann Siedlungen auf dem Mond und anderen Planeten zu ermöglichen. Die Wiederverwendung von Teilen und Abfällen, die bereits auf der Mondoberfläche zur Verfügung stehen, würde die Abhängigkeit von der Erde erheblich verringern. Dies stelle einen wesentlichen Schlüsselfaktor für langfristige Missionen dar, denn nur wenn diese autark sind, gelingt die Unabhängigkeit. Das ist vor allem im Hinblick auf die Versorgung von wichtigen Gütern, Vorräten, Forschungsmaterialien, Ausrüstungen und Ersatzteilen wichtig, welche z umBetrieb einer Station zwingend notwendig sind. Dank der LMM-Verfahren könnte es in Zukunft jedoch möglich sein, diese Gegenstände und Ersatzteile an Bord sowie auf Abruf herzustellen.

Incus European Space Agency

Der Einsatz der LMM-Technologie eignet sich für dieses Projekt aus mehreren Gründen. LMM kann nicht nur Ersatzteile aus recycelten Metallabfällen herstellen, sondern ist auch in vielerlei Hinsicht weniger kompliziert als andere Metall 3D-Druckverfahren, die unter Mikrogravitation genutzt werden können. Denn im Gegensatz zur Metallfertigung mit Lasern, für welche gaszerstäubte Pulver und Stützstrukturen erforderlich sind, wird bei LMM eine Paste oder Suspension verwendet. Dies erleichtert die Verwendung des Metalls aus den recycelten Teilen und macht eine manuelle Nachbearbeitung überflüssig, während der Druckprozess für den Anwender sicher ist. Darüber hinaus ist das Verfahren laut Incus dafür bekannt, dass es Teile mit guter Oberflächenästhetik und ähnlichen Materialeigenschaften wie Teile im Metall-Spritzgießen (MIM) herstellt – häufig das Verfahren der Wahl, welches im Weltraum jedoch nicht umsetzbar wäre.

Im Rahmen des 18-monatigen Projekts soll überprüft werden, ob es tatsächlich möglich ist, Metallschrott von der Mondoberfläche mit dem abfallfreien Verfahren zu einem hochwertigen Endprodukt zu verarbeiten. Es sollen dabei potenziell einschränkender Faktoren erforscht werden, wie z. B. die Auswirkungen einer 12möglichen Verunreinigung von Metallpulvern mit Mondstaub und ob fertige Teile genauso optimiert und zuverlässig sein werden wie diese es auf der Erde sind.

Antonella Sgambati, Systemingenieurin für bemannte Raumfahrt bei der OHB System AG, sagt zum Vorhaben folgendes: „Die Möglichkeit, unsere Abhängigkeit von der Erde zu verringern, indem wir vorhandene Materialien der Mondoberfläche nutzen und Schrott von der Mondbasis recyceln, stellt die einzige Lösung dar, um eine nachhaltige Besiedlung zu gewährleisten. Dieses Projekt und das neuartige LMM-Verfahren sind wichtige Schritte zur Verwirklichung einer solchen Siedlung, da diese Technologie die Chance hat, im Weltraum erfolgreich zu funktionieren.“ Weitere Informationen über das Projekt finden Sie in der Pressemitteilung von Incus HIER.

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*Bildnachweise: Incus

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