Greta: Neuer ESA-Raketenantrieb besteht erste Tests

Additive Fertigung hat sich als Schlüsseltechnologie in der Entwicklung von Raketen etabliert, insbesondere bei der Herstellung von Brennkammern. Der Grund: Sie ermöglicht eine deutlich größere Gestaltungsfreiheit bei komplexen Formen. Ein aktuelles Beispiel ist das Greta-Triebwerk, eine gemeinsame Entwicklung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und ArianeGroup.
Nach Abschluss der ersten Testkampagne zeigte Greta einen stabilen Betrieb, sowohl bei Abschaltungen als auch bei mehrfachen Zündungen. Details zur Fertigung bleiben zwar meist vertraulich, doch laut ESA wurde „die 30 cm hohe Brennkammer von Greta schichtweise durch das Verschmelzen von Metallpulver mit einem Laser aufgebaut“. Das deutet auf das Laser-Pulverbettverfahren hin, das die ArianeGroup bereits zuvor eingesetzt hat.

Greta ist ein 5-kN-Triebwerk, das für Oberstufen wie Astris (Ariane 6) sowie für zukünftige Mondlander ausgelegt ist.
Besonders auffällig ist die Architektur der Brennkammer: Sie enthält komplexe Kanäle, die direkt in die Struktur integriert sind. Durch diese Kanäle zirkuliert das Kühlmittel nur wenige Millimeter von der Verbrennungszone entfernt, in der Temperaturen von über 2000 °C herrschen. Diese Nähe stellt eine große technische Herausforderung dar, die mit konventionellen Fertigungsverfahren kaum zu erreichen wäre.
Auch beim Treibstoff geht Greta neue Wege: Statt des in diesem Schubbereich üblichen Hydrazins (Monomethylhydrazin) setzt das Triebwerk auf eine Kombination aus Wasserstoffperoxid und Ethanol. Laut ESA handelt es sich dabei um eine nachhaltigere Alternative mit geringerer CO₂-Bilanz. Bei Tests zwischen Juli und November 2025 im deutschen Trauen zeigte das Triebwerk eine durchgehend stabile Leistung, selbst bei kontinuierlichen Brennphasen von über 40 Sekunden.
Nach erfolgreichen ersten Tests startet das Projekt nun in eine neue Phase mit einem Budget von 3 Millionen Euro. Ziel ist es, den aktuellen Prototyp zu einem flugfähigen Triebwerk weiterzuentwickeln. Dabei wird die europäische Zusammenarbeit weiter ausgebaut: Partner wie Safran Aero Boosters (Belgien), das Aviation Institute (Polen) und InPraise Systems (Tschechien) arbeiten an der Optimierung der Systemkomponenten.
Die offizielle Pressemitteilung der ESA finden Sie hier.
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*Bild: ESA





