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Interview: Frauen in der 3D-Druck-Branche

Auf 8. März 2018 von Alexander H. veröffentlicht
Frauen und 3D-Druck

Der 3D-Druck ist ein innovativer und schnell wachsender Markt, der in den nächsten 10 Jahren exponentiell wachsen wird. Es ist jedoch auch eine männerdominierte Industrie mit nur etwa 13% Frauenanteil. Warum ist der 3D-Druck eine von Männern dominierte Branche, und wie können mehr Frauen ermutigt werden, sich in die additive Fertigung einzubringen? Anlässlich des Weltfrauentags hat 3Dnatives mit 3 Frauen aus der 3D-Druckerbranche gesprochen, um herauszufinden wie sie sich in der Branche engagieren, welche Herausforderungen sie als Frauen in der Branche bewältigen müssen und welchen Ratschlag sie Frauen geben würden, die sich einen Job in diesem Sektor vorstellen könnten.

Die Frauen, mit denen wir gesprochen haben sind Nina Hoff – CEO bei byFlow, Sylvia Heisel – CEO bei Heisel und Monica Smith – Application Development Consultant bei EOS.

3DN: Wie sind Sie zum ersten Mal mit 3D-Druck in Berührung gekommen?

Monica Smith: Meine erste Erfahrung mit 3D-Druck machte ich während meines Studiums an der Universität von Connecticut durch ein Praktikum und eine anschließende Zusammenarbeit bei Pratt & Whitney, indem ich drei Mal pro Woche Build-Dateien und Umbauten in unseren AM-Maschinen aus Metall erstellte. Nach Abschluss meines Studiums arbeitete ich Vollzeit in der Abteilung für additive Fertigung von Pratt & Whitney als Projektingenieur, der für die Entwicklung eines neuen Materials auf einer AM-Maschine verantwortlich war.

Sylvia Heisel: Den ersten 3D-Drucker, den ich in meinem Leben gesehen habe, das war 2011 bei einer MakerFaire. Zu dieser Zeit waren Desktop-FDM-Drucker nur als Bausätze erhältlich und die Materialien waren sehr begrenzt, aber es war bei mir einer dieser Glühbirnenmomente, wenn man das Potenzial einer Technologie sieht.

Nina Hoff: 2015 hat mein Bruder Floris den weltweit ersten mobilen Multimaterial-3D-Drucker entwickelt. Ich beschloss, mich ihnen anzuschließen und gemeinsam kreierten wir unsere Firma byFlow, die jetzt 3D-Lebensmitteldrucktechnologie verkauft und entwickelt.

Heisel verkauft eine Vielzahl von 3D-gedruckten Kleidern, darunter diesen atemberaubenden 3D-Druckmantel.

3DN: Was denken Sie über den aktuellen Stand des 3D-Drucks und worauf freuen Sie sich in der Zukunft des 3D-Drucks am meisten?

Nina Hoff: Ich glaube, dass der 3D-Druck aufgrund der zunehmenden Anwendungsmöglichkeiten immer spezieller wird. Jeden Tag überraschen uns unsere Kunden mit neuen Ideen für Anwendungen in der 3D-Food-Printing-Technologie. Für die Zukunft bin ich sehr gespannt, welche neuen Ideen hervorgebracht werden.

Sylvia Heisel: Die Technologie steckt immer noch in den Kinderschuhen, aber Fortschritte kommen sehr schnell. Ich bin sehr gespannt auf die skalierbare Serienproduktion im 3D-Druck. Die Modebranche hat das Potenzial des 3D-Drucks nur sehr langsam erkannt, aber es beginnt, und wir stoßen auf großes Interesse bei Designern und Studenten, die Interesse daran haben, es für die nachhaltige Modeherstellung einzusetzen

Monica Smith: In der 3D-Druckindustrie gibt es viel Wachstum und Entwicklung. Diese Entwicklung konnten wir insbesondere im November auf der Formnext-Messe sehen, wo wir unser neuestes 3D-Druck-System EOS P 500 vorstellten. Mit der Unterstützung von EOS bewegen sich unsere Kunden schnell in Richtung Serienproduktion – auch zu einer „NextGenAM“ -Produktion wie Daimler und Premium Aerotec.

3D-Druck und Frauen

Weißer Schokoladenzauber 3D-gedruckt von Nina Hoffs byFlow 3D-Drucker.

3DN: Welchen Herausforderungen sahen Sie sich als Frau in der 3D-Druckindustrie bisher konfrontiert?

Monica Smith

Monica Smith: Die Herausforderungen als Frau im Bereich MINT und am Arbeitsplatz im Allgemeinen gelten auch für den Bereich des 3D-Drucks. Ich habe vor kurzem die Studie von McKinsey ‚Women in the Workplace 2017‘ gelesen und ermutige diejenigen, die versuchen die Probleme von Frauen zu verstehen, auch diese Studie zu lesen.

Nina Hoff: Ich stand vor vielen Herausforderungen, aber als CEO eines schnell wachsenden Unternehmens, das ein innovatives Produkt verkaufte – also nicht unbedingt Herausforderungenm, die auf mein Geschlecht zurückzuführen waren … Ich hatte das Glück mit Menschen zusammenzuarbeiten, für die es keinen Unterschied machte, ob ich eine Frau oder ein Mann bin. Ich glaube, dass viele Herausforderungen und Hindernisse nur in unseren Köpfen sind, also ist meine Lösung – tu es einfach!

Sylvia Heisel: Nichts, was offensichtliche Diskriminierung war, aber die Leute machen eine Menge Annahmen, basierend auf dein Aussehen. Eine Frau zu sein bedeutet, dass sie viel härter arbeiten muss, um sich selbst zu beweisen und Vertrauen in männerdominierte Unternehmen aufzubauen.

3DN: Welchen Rat würden Sie Frauen geben, die gerne in 3D-Druck-Branche arbeiten würden?

Custom Printed Snapback

Individuelle Cap-Motive von Heisel

Sylvia Heisel: Geh und finde deine Nische. Die additive Fertigung ist ein sehr weites Feld und du musst deinen Platz darin finden. Es gibt große Möglichkeiten in Hardware, Software, Materialien und Produktdesign sowie Anwendungen für bestimmte Branchen. Konzentriere dich auf 3D-Druck für eine einzelne Branche oder einen einzelnen Aspekt des Druckprozesses.

Monica Smith: Mach mit, beteilige dich! Wenn du noch studierst, engagiere dich in einer 3D-Druck-AG. Nimm an Konferenzen teil, besuche Stände auf Messen. Finde jemanden, dessen Karriere du bewunderst und kontaktiere diese Person. Stell ihr Fragen zu ihrer Arbeit und ihrem Unternehmen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, sich in der Branche zu engagieren und mit der schnellen Expansion, vielen offenen Stellen in verschiedenen Bereichen des Geschäfts.

Nino Hoff: Versuche kein Mann zu sein – das ist nicht die Lösung! Nutz alle Vorteile, die wir als Frau haben und zeige allen, wie wertvoll du in der Welt der Technologie sein kannst.

Wie können Ihrer Meinung nach mehr Frauen für den 3D-Druck begeistert werden?

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