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Wer sind die Gewinner der Formnext Startup Challenge?

Auf 19. November 2021 von Regina P. veröffentlicht

Die Formnext 2021 findet seit Dienstag, den 16. November 2021, statt und stellt eine außergewöhnliche Möglichkeit für die Aussteller dar, sich mit anderen Unternehmen auszutauschen und nach zwei Jahren wieder persönlich in Kontakt zu treten. Neben den branchenführenden Herstellern, die auf de Messe ihre Produkt- und Dienstleistungsneuheiten vorstellen, stößt man auf der Formnext aber auch auf neue, noch unbekannte Marktteilnehmer. So hat es sich die Veranstaltung auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, die innovativsten Vorhaben mit der Formnext Startup Challenge ins Rampenlicht zu rücken. Die Gewinner wurden am 16. November, am ersten Tag der Veranstaltung, bekanntgegeben. Die folgenden vier jungen und innovativen Projekte dürfen sich über die Auszeichnung freuen: Atlant 3D Nanosystems, Azul 3D, Fited, Print Parts und Nobula. Außerdem geht der Sieg des AM Ventures Impact Awards an Vispala Technologies.

Der Wettbewerb findet bereits zum siebten Mal auf der Formnext statt. In diesem Rahmen werden Unternehmen ausgezeichnet, die vor weniger als fünf Jahren gegründet wurden. Ziel ist es Start-ups nicht nur durch die Anerkennung zu unterstützen, sondern auch die kostenlose Teilnahme an der Messe zu ermöglichen, das außerdem ein umfassendes Marketingpaket inkludiert. Die Gewinner werden von einer Jury bestehend aus Personen aus der Industrie, der Wissenschaft, Medien und Investoren ausgewählt und haben die Möglichkeit, an einem Pitch-Event am 16. Mai teilzunehmen, bei dem wichtige Kontakte innerhalb der Branche geknüpft werden können. Außerdem wird jedes Jahr ein Startup mit dem AM Ventures Impact Award ausgezeichnet. Dieser richtet sich Bewerber, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen, dazu zählen neben Umweltaspekten auch ein sozialer Ansatz.

Die Siegerehrung für die Start-Up Challenge hat am Dienstag, dem 16. November auf der Formnext stattgefunden. (Bild: 3Dnatives)

Wer sind die Gewinner der Startup Challenge?

Die Gewinner des diesjährigen Start-up-Wettbewerbs kommen aus einer Vielzahl von Branchen und Ländern. Sie sind Atlant 3D Nanosystems (Dänemark), Azul 3D (USA), Fited (USA), Print Parts (USA) und Nobula (Schweden). In diesem Jahr fiel der Formnext besonders auf, dass sich sowohl die Qualität der Start-ups als auch ihre Innovationen noch weiter entwickelt zu haben scheinen als in den Vorjahren. Das liegt daran, dass viele von ihnen bereits zahlreiche Patente vorweisen können und eine Reihe von Investitionen für ihre Anwendungen erhalten haben, was sowohl vielversprechend als auch marktreif ist. Formnext wies auch auf die Bedeutung ihrer Beiträge zum 3D-Druck insgesamt hin, insbesondere auf die Möglichkeit größerer Präzision, schnellerer Produktionen und neuer Anwendungen in Bereichen wie Luft- und Raumfahrt und Medizin. Werfen wir einen genaueren Blick auf die fünf Gewinner der Formnext Start-Up Challenge 2021.

Atlant 3D Nanosystems

Das dänische Unternehmen Atlant 3D Nanosytems ist auf die Herstellung von Mikro- und Nanokomponenten aus verschiedenen Materialien mit atomarer Präzision spezialisiert. Die fortschrittlichen Fertigungssysteme des Unternehmens können für eine Vielzahl von Anwendungen eingesetzt werden, u. a. in Forschung und Entwicklung, Prototyping und Fertigung. Diese Systeme können bis zu sechs Materialien gleichzeitig mit Substraten verarbeiten, auch jene die unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Der Nanofabricator LiteTM wurde unter Vorgaben der NASA entwickelt und soll in den kommenden Monaten getestet werden. Ziel sei es, mehr über die Möglichkeiten der Mikrofertigung in der Mikro- und Schwerelosigkeit in Erfahrung zu bringen. Ivan Kundrata, einer der Mitbegründer, erklärt uns dazu folgendes: „Die NASA stand vor einem speziellen Problem, für welches eine Lösung gesucht wurde. Es war ein Flug geplant, um ein Experiment 3 Minuten lang in der Mikrogravitation durchzuführen. Aber mit der von der NASA entwickelten Maschine konnte nicht bewiesen werden, dass die Atomlagenabscheidung in der Schwerelosigkeit funktioniert, weil 3 Minuten dafür nicht ausreichen würden. Mit unserem Ansatz ist es schließlich gelungen, eine Lösung dafür zu entwickeln, die schnell genug ist, und innerhalb von 3 Minuten sogar mehr Daten sammelt, als die NASA eigentlich benötigte.“ Somit kann die NASA nun die Maschine nutzen die Mikrofertigung in der Mikro- oder Schwerelosigkeit zu testen.

Azul 3D

Auch Azul 3D zählt zu den Gewinnern. Das Startup sticht durch seine neu entwickelte HARP-Technologie heraus. Die Technologie nutzt fließendes Öl zwischen lichtgetriebenem Harz und einer UV-Quelle. Azul 3D will damit den Nutzern die Möglichkeit bieten, die Vorteile des SLA-Drucks zu nutzen, dazu zählen z. B. hoher Detailgrand und hervorragende Oberflächen und gleichzeitig einige der Nachteile dank einer schnelleren Druckzeit und eines großen Druckvolumens zu beheben. Die Technologie kann laut  Tuan Tranpham, Chief Revenue Officer des Unternehmens, in vielen verschiedenen Sektoren eingesetzt werden: „Das Ziel von Azul 3D ist es, Polymer-DLP in die Massenproduktion zu bewegen. Wir zielen auf Sektoren mit hohem Volumen ab. Das können zum Beispiel Sportartikel und Konsumgüter sein, aber auch industrielle Anwendungen sowie die Automobilindustrie.“

Die neue Technologie von Azul kann in einer Vielzahl von Branchen eingesetzt werden, beispielsweise im Sport (Bild: 3Dnatives)

 

Fited

Fited, ein amerikanisches Startup, hat für den medizinischen Bereich mit Hilfe des 3D-Drucks eine neue Lösung für die Behandlung von Wirbelsäulendeformationen entwickelt. Basierend auf denselben Prinzipien wie bei Zahnspangen hat das Unternehmen ein sogenanntes Invisalign für die Wirbelsäule geschaffen. Das Unternehmen hofft, die handgefertigten, teuren und zeitaufwändigen Skoliose-Spangen durch die 3D-gedruckte Version ersetzen zu können. Diese sollen schneller hergestellt werden können und an die Patienten angepasst sein. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Fited-Spange, welche atmungsaktiv, maßgeschneidert und zudem sehr leicht ist, in 72 % der Fälle einen chirurgischen Eingriff überflüssig machen wird. Dadurch entsteht ein enormer Vorteil für die Patienten, wenn man bedenkt, dass 4 % der Weltbevölkerung an irgendeiner Form von Wirbelsäulendeformität leiden. Laut Wout Verswijveren, dem Ingenieur für Industriedesign im Unternehmen, gibt es dafür mehrere Gründe: „Das Tragen eines Skoliosekorsetts ist für kleine Kinder oft aus sozialer Sicht sehr schwierig. Das Wichtigste, was wir ansprechen können, ist, dass es bequemer, hübscher und angenehmer ist, und das bedeutet, dass die Compliance-Rate der Patienten viel höher ist. Schließlich entscheidet diese darüber, ob die Behandlung erfolgreich ist.“ 

Print Parts

Das US-amerikanische Start-up-Unternehmen Print Parts setzt ebenfalls auf die Nanotechnologie. Im Gegensatz zu Atlant 3D hat Print Parts jedoch eine digitale Signatur entwickelt, die in additiv gefertigte Teile integriert werden kann. Das Ergebnis sind Bauteile, die gescannt, numeriert und mit der Cloud verbunden werden können. Diese programmierbaren Nanopartikel können entweder in die additiv gefertigten Materialien eingebettet oder später im Bauteil hinzugefügt werden. Das Unternehmen weist darauf hin, dass seine Plattform die Verwaltung, Authentifizierung und Rückverfolgung von 3D-gedruckten Teilen vereint.

Nobula

Zu guter Letzt hat das schwedische Unternehmen Nobula einen Desktop-Glas-3D-Drucker entwickelt, von dem man sich erhofft, dass er sowohl billiger als auch vielseitiger ist als bisherige Glaslösungen. Obwohl der 3D-Druck von Glas noch nicht sehr verbreitet ist, gibt es ihn bereits. Dafür werden bisher das selektive Lasersintern oder der FFF-3D-Druck eingesetzt. Nobula nennt seine innovative Technologie Direct Glass Laser Deposition (DGLD) und behauptet, dass sie den 3D-Druck von Glas genauso einfach gestaltet wie es heute mit Kunststoff möglich ist. Dies könnte vor allem für Forschungsanwendungen nützlich sein, so Taras Oriekhov, CTO und Mitbegründer, „Wir sprechen viele Branchen an. Zum Beispiel die biomedizinischen Industrie und Applikationen der Mikrofluidik, Mikrolinsen, Optik und mehr.“

Auch die Trophäe für die Formnext Start-Up Challenge 2021 wurde in 3D gedruckt. Hier zu sehen mit einigen Glasanwendungen von Nobula (Bild: 3Dnatives)

AM Ventures Impact Award 2021

Dies stellt zudem das zweite Jahr dar, in welcher der AM Ventures Impact Award verliehen wurde. Die Auszeichnung erfreut sich bei den teilnehmenden Start-ups großer Beliebtheit. Denn zwei Drittel der Bewerber für die Start-up Challenge haben sich auch für den Impact Award beworben. Das ist vielleicht wenig überraschend, da der Preis nachhaltige Ansätze auszeichnet, die sich positiv auf den Umweltschutz oder das soziale Wohlergehen auswirken. Und wie Sie wissen, sind dies zwei Aspekte, die dank der Flexibilität der additiven Fertigungstechnologien und ihrer Fähigkeit zur Abfallvermeidung oft im Vordergrund stehen.

In diesem Jahr ging der Preis an Vispala Technologies, einem jungen Unternehmen aus Indien, das mit Hilfe des 3D-Drucks erschwingliche, hochfunktionale und ästhetisch ansprechende Prothesen herstellt. Vispala Technologies will Menschen in Entwicklungsländern und ländlichen Gebieten Heilmittel bereitstellen, weil diese auf Grund der hohen Kosten oder anderen Gründen oft keinen Zugang zu diesen haben. Auf der Webseite hebt das Unternehmen hervor, wie wichtig es sei, die Lebensqualität in den Gemeinden durch den Zugang zu Innovationen im Gesundheitswesen zu verbessern. Vispala Technologies ist eines von vielen Unternehmen, welches die Vorteile des 3D-Drucks für den medizinischen Bereich einsetzen. Weitere Informationen zu den Start-ups finden Sie HIER in der Pressemitteilung der Formnext.

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*Titelbildnachweis: 3Dnatives

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