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Die zunehmende Akzeptanz der additiven Fertigung

Am 15. Februar 2022 von Bianca Z. veröffentlicht

Das amerikanische Unternehmen Formlabs veröffentlichte vor kurzen seinen Bericht 3D Printing Application Report für das Jahr 2022. Die Marktforschung wurde von Formlabs gemeinsam mit Industry Week und Machine Design im November 2021 durchgeführt und dabei mehr als 400 Antworten erhalten. Der Bericht zeigt besonders, wie stark sich die Akzeptanz und Einstellung gegenüber des 3D-Drucks verändert hat. In den letzten zwei Jahren hat sich demnach der Einsatz von additiver Fertigung laut Formlabs kontinuierlich weiterentwickelt. Zurückzuführen ist das nicht zuletzt durch ein neues Verbraucherverhalten und veränderten Anforderungen. Inzwischen kommen 3D-Drucker nicht nur für die Herstellung von Prototypen zum Einsatz, so Formlabs.

Mitbegründer und CEO von Formlabs, Maxim Lobovsky, erklärt die Pandemie als entscheidenden Wendepunkt für die digitale Revolution. Besonders die Fertigung habe davon profitieren können, sodass Unternehmen ihre eigenen Kapazitäten an 3D-Druckern stetig ausbauten. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen gaben an, dass sie bereits eigene Teams zusammengestellt haben, die sich ausschließlich mit der additiven Fertigung beschäftigen. Lobovsky sieht das als Grund zur Annahme, dass der 3D-Druck die Ära der Massenproduktion und Individualisierung eigeläutet und zusammengeführt hat. Diese Kombination ermöglicht es immer mehr Unternehmen, weg von Prototypen und hin zu Endprodukten mittels 3D-Drucker zu produzieren. Die Umfragedaten zeigen zwar, dass Rapid Prototyping (58 %) und die Erstellung von Modellen und Requisiten (53 %) noch immer ein wichtiger Punkt ist, allerdings werden die Grenzen des Prototypings bereits stark erweitert. Höhere Flexibilität, mehr Haltbarkeit und andere Eigenschaften ermöglichen es, dass Unternehmen die additive Fertigung für die Herstellung von Endprodukten verwenden können. Der Umfrage zufolge nutzen bereits über 60 % der bestehenden 3D-Druck-Nutzer dies für ihre Endprodukte, wohingegen dies gerade einmal ein Drittel der neuen Nutzer verwenden.

Immer mehr Unternehmen nutzen die additive Fertigung für die Produktion von Endprodukten (Bild: Formlabs)

Formlabs-Studie zeigt höhere Akzeptanz von 3D-Druckern

Der 3D Printing Application Report gibt an, dass seit Beginn der Pandemie im März 2020 ein enormer Wachstum an 3D-Druckern stattfand. Viele Unternehmen sahen sich in diesen Zeiten gezwungen, ihre Fertigungsprozesse von Anfang bis Ende neu zu konzeptionieren. Um weiterhin den Kundenwünschen gerecht zu werden, bedeutet dies laut Ergebnisse der Studie von Formlabs ein Umdenken mittels 3D-Drucker. Somit können Probleme der Lieferkette verhindert und Geräte personalisiert werden. Auch Produkte in Kleinserie können dank der additiven Fertigung kostengünstiger und einfacher hergestellt werden. Unternehmen können die Bedürfnisse ihrer Kunden dadurch viel leichter befriedigen – egal ob individuelle Kopfhörer oder die neuesten Sneaker-Drops. Es lassen sich zudem noch weitere Vorteile durch die Formlabs-Studie ablesen: Unternehmen werten AM als Vorteil gegenüber ihren Mitbewerbern und kommen dadurch schneller zu innovativen Produkten.

Der 3D-Drucker hat das Schweizer Taschenmesser als Allround-Werkzeug schon längst überholt. Als anpassungsfähiges Tool bietet er durch die Nutzung von verschiedenen Materialien die einzigartige Möglichkeit, ganze Produktionen am Laufen zu halten. Der Umfrage zufolge gaben insgesamt 57 % der Befragten an, die additive Fertigung in erster Linie als Lösung von Lieferkettenprobleme zu nutzen. Das ermöglicht Unternehmen ihre internen 3D-Druckkapazitäten unabhängig von Lieferanten bestimmen zu können. Laut Formlabs stellt die additive Fertigung Unternehmen eine flexiblere Fertigungsmethode dar, die nicht nur kostengünstiger, sondern auch schneller ist. Die Herstellung im eigenen Haus mittels 3D-Drucks reduziert demnach die Anzahl an Knotenpunkten in der Lieferkette und verkürzt somit auch die jeweiligen Vorlaufzeiten eines Produkts. Das bedeutet, dass das Endprodukt schneller an den Kunden geliefert werden kann und das auch zu einem günstigeren Preis. Neben den Bedenken der Lieferketten stellt das Thema Nachhaltigkeit für 70 % der neuen Nutzer von 3D-Druckern ein weiterer Schwerpunkt dar. Hingegen sind es bei bereits bestehenden Nutzern lediglich 30 %, die Nachhaltigkeit als einen der ausschlaggebenden Punkte für die Verwendung von additiver Fertigung sehen.

Nachhaltigkeit und weniger Knotenpunkte in der Lieferkette sind für die Unternehmen ausschlaggebende Punkte (Bild: Formlabs)

Von den teilnehmenden Unternehmen gaben insgesamt 72 % an, dass sich die 3D-Drucktechnologie bereits zu Nutze machen. Diese Zahl muss allerdings weiterführend differenziert werden: hier bevorzugen insgesamt 76,4 % die interne Nutzung von eigenen 3D-Druchmaschinen. Im Gegensatz dazu bevorzugen die restlichen 23,6 % ihre unternehmerischen Aktivitäten im Bezug auf 3D-Druck an Drittanbieter auszulagern. Die am häufigst genutzte Technologie ist das Fused Deposition Modeling (FDM), auch bekannt als Fused Filament Fabrication (FFF). Der Hauptgrund: der deutlich günstige Preis. Da allerdings Unternehmen bereits Endprodukte durch den 3D-Druck herstellen, passen sie auch immer mehr ihre Technologien dahergehend an. Dementsprechend wird SLA zu 56 % und SLS zu 44 % genutzt.

Rund drei Viertel der befragten Unternehmen profitieren von internen 3D-Druckkapazitäten (Bild: Formlabs)

Investitionen in den 3D-Druck nehmen auch 2022 weiterhin zu

Der Ausblick der Marktforschung von Formlabs zeigt auch in Zukunft einen positiven Trend im Bereich des 3D-Drucks: 64 % der befragten Unternehmen, die in den vergangenen zwei Jahren die Nutzung der additiven Fertigung eingeführt haben, möchten im Jahr 2022 mittlere bis große Investitionen in den 3D-Druck durchführen. Weitere rund 70 % möchten dies mit in den nächsten zwei Jahren machen. Dies lässt sich nicht zuletzt darauf zurückverfolgen, dass drei von vier Unternehmen der Meinung sind, dass der 3D-Druck die Produktion als Ganzes revolutioniert hat. Die Art und Weise, wie Produkte entworfen werden, hat sich grundsätzlich in eine individuellere Richtung verschoben, das ganz im Sinne der Kundenwünsche ist. Zudem sind 72 % der Befragten der Meinung, dass der 3D-Druck kundenspezifischere Fertigungen ermöglicht wie auch 71 % sagen, dass AM zu einem Grundpfeiler in der Fertigung und Entwicklung wird.

Abschließend hält Formlabs fest, dass sich die Anforderungen an den Arbeitsmarkt in der Zukunft auch weiterhin verändern werden. CAD-Kenntnisse und Erfahrung im 3D-Druck werden immer wichtiger – Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen sollten ihr Angebot an Soft- und Hardware anpassen, um die kommenden Generationen optimal dahergehend ausbilden zu können.

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*Titelbildnachweis: Formlabs

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