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Fernsehserie „Charité“ bringt 3D-Druck von Organen auf den Bildschirm

Am 12. April 2024 von Astrid Z. veröffentlicht
charité

Am Dienstag, 09.04. lief der Start der vierten Staffel der medizinischen Erfolgsserie „Charité“ über den Bildschirm. Wie auch die vorherigen Staffeln greift die neueste Ausgabe ebenfalls medizinisch relevante Themen auf, sowie interessante soziale Gesichtspunkte. Die vierte Staffel spielt im Jahr 2049, in der tropischen Hitze des Berliner Sommers und zeigt deutlich die eventuellen Konsequenzen des Klimawandels. Im Zentrum der Staffel steht eine zwiespältige Gesundheitsreform, welche drastische Auswirkungen auf die benachteiligten sozialen Milieus darstellt. Thematisiert werden in der Serie aber nicht nur soziale Diskrepanzen, sondern auch medizinische Umbrüche, beispielsweise die Frage, wie die fortschrittlichen Technologien die Medizin beeinflussen. Eine wichtige Rolle spielen KI, Operations-Roboter und 3D-gedruckte Organe. Doch was ist dran an den Organen aus dem Drucker in Charité? Handelt es sich dabei um Zukunftsmusik oder Tatsache?

Charité wird von UFA Fiction im Auftrag von ARD, ARD Degeto und ARTE produziert. Jede Staffel rückt einen relevanten medizinischen Fortschritt an wichtigen Schnittstellen der Geschichte Deutschlands in den Fokus. Staffel 1 spielt am Ende des 19. Jahrhunderts und zeigt die bedeutende Forschung von Robert Koch auf. Staffel 2 und 3 wickeln ihre Handlung im Kontext des Zweiten Weltkriegs und dem Bau der Berliner Mauer ab. Staffel 4 blickt erstmals in die Zukunft und wagt sich in futuristisches Gelände vor. Einerseits sehen wir wünschenswerte medizinische Durchbrüche – wie etwa eine Impfung gegen Krebs, die erfolgreiche Bekämpfung von Diabetes und vollständig personalisierte Transplantations-Organe aus dem 3D-Drucker – andererseits führen die vorherrschenden klimatischen und sozialen Bedingungen zu weiteren medizinischen Herausforderungen. Ein neues Bakterium findet vom Permafrost durch die Gletscherschmelze den Weg in den Körper und Menschen leiden an Mikroplastikvergiftungen. Wer die Mitwirkung an seiner Gesundung verweigert, erhält außerdem keine medizinische Behandlung, was die Mehrklassen-Medizin auf die Spitze treibt.

Die vierte Staffel der Serie „Charité“ spielt im futuristischen Berliner Krankenhaus im Jahr 2049.

Wenngleich die erste Staffel mit der Erstausstrahlung 2017 den erfolgreichsten Serienstart der vorangegangenen 25 Jahre hinlegte und 2018 zudem für den Deutschen Fernsehpreis nominiert wurde, lassen die ersten Einschaltquoten der vierten Staffel auf einen Flop schließen. Schauten noch über 8 Millionen Menschen Staffel 1, wollten nur 2,59 Millionen für das Debüt der futuristischen Dramatik der vierten Staffel einschalten. Ob Top oder Flop, greift Charité in dieser neuen Auflage einige interessante Entwicklungen der aktuellen Medizin auf, und nimmt deren potentiellen Werdegang vorweg. Die medizinische Fachberatung brachte so vielversprechende Ausblicke der medizinischen Forschung der Gegenwart in die Serie mit ein.

„Wir stehen am Beginn eines neuen medizinischen Zeitalters“ – Charité

Einiges, was in der TV-Serie wie Zukunftsmusik klingt, ist nämlich schon längst real und in einige Krankenhäuser rund um den Globus eingezogen. In einer Vielzahl von Laboren an allen Ecken und Enden der Welt beschäftigen sich Wissenschaftler mit 3D-Bioprinting von menschlichen Organen und Knochen. Bereits 1988 stellte Dr. Robert J. Klebe von der Universität Texas seinen Zytoscribing-Prozess vor und legte den Grundstein für den 3D-Biodruck bzw. Bioprinting. Seither konzentriert sich die Forschung auf die Entwicklung von Biotinten – also Tinten, die die gleichen Eigenschaften wie menschliches Gewebe aufweisen – und für 3D-Druckverfahren, in denen diese Bioinks verarbeitet werden können. Ein zentraler Punkt ist natürlich auch, herauszufinden, wie sich diese Tinten im menschlichen Körper verhalten würden.

Neben diesen Herausforderungen wirft 3D-Bioprinting allerdings auch einige Fragen auf. Es gilt zum Beispiel, zu hinterfragen, ob Bioprinting ethischen Standards entspricht. Trotz der bedeutenden Fortschritte in diesem Gebiet sind auch die vielzähligen Steine im Weg zur Einführung von Biotinten- und Verfahren zu nennen. Fehlende Regelungen und kaum standardisierte Normen verzögern etwa elementare Fortschritte der derzeitigen Forschung an 3D-gedruckten Organen.

Dennoch wird der 3D-Druck an Krankenhäusern bereits weitläufig eingesetzt, man denke dabei an Prothesen, Orthesen oder auch Implantate. Auch mit Zellmaterial wird bereits experimentiert. An der „echten“ Berliner Charité sind beispielsweise schon Verfahren in Erforschung, die die Regeneration von Organen begünstigen. Dazu wird ein „lebendes Pflaster“ aus Stammzellen und Gefäßzellen gedruckt, das dann auf ein Organ aufgeklebt wird und dessen Heilung begünstigt. Auch Leitstrukturen aus 3D-Druckern, die in Knochen einwachsen können und dort die Regeneration beschleunigen, seien laut Charité-Prof. Georg Duda bereits im Einsatz.

OP-Roboter, KI-gesteuerte Medizin und 3D-gedruckte Organe – Zukunftsmusik in „Charité“ oder bereits Tatsache?

Wenngleich die vierte Staffel der Serie Charité vor allem Drama und kontroverse Themen mit sich bringt, stellt sie auch relevante medizinische Fortschritte und Zukunftsmöglichkeiten in den Mittelpunkt. Einige der präsentierten medizinischen Entwicklungen werden mit großer Wahrscheinlichkeit in den Alltag unserer Krankenhäuser einziehen. Es bleibt zu hoffen, dass einige andere aufgezeigten Entwicklungen der Serie hingegen ausbleiben.

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*Bildnachweise: ARD/MDR/ARD Degeto/Arte/Ufa Fiction/Armanda Claro

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