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Fassade aus dem 3D-Drucker wird zum Blickfang in Amsterdamer Einkaufsstraße

Am 17. Februar 2022 von Bianca Z. veröffentlicht

Hier trifft traditionelle Handwerkskunst auf innovative Technologie. Das in Rotterdam ansässige Unternehmen studio RAP hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Fassade einer Boutique in Amsterdam zu entwerfen. Und es geht hier nicht um irgendeine Boutique, sondern um eine Luxusboutique in der beliebten Einkaufsstraße P.C. Hooftstraat. Auch die Fassade selbst, die sich aktuell noch im Bau befindet, hat etwas ganz Besonderes an sich. Sie wurde zur Gänze durch die additive Fertigung hergestellt. So werden schon bald Keramikfliesen und rote Ziegelsteine aus dem 3D-Drucker der Fassade neuen Glanz verleihen. Das Design empfindet nicht nur die ursprüngliche Fassade nach, sondern gliedert sich auch perfekt in das Gesamtkonzept der Einkaufsstraße ein.

studio RAP ist ein Architekturbüro, das sich besonders auf innovative digitale Fertigungsmethoden konzentriert. Dadurch lag es für das niederländische Unternehmen nahe, sich die Möglichkeit der additiven Fertigung für die Realisierung der Fassade zu Nutze zu machen. Ziel sei es, Architektur auf innovative Art und Weise zu entwerfen, verwalten, bauen und verbessern zu können. Damit möchte das Architekturbüro mit seiner modern hergestellten Fassade, die im Sommer 2022 fertiggestellt werden soll, weltweit Menschen mit dem zeitgenössischen Ausdruck digitaler Handwerkskunst inspirieren. Die Nutzung der additiven Fertigung ermöglicht es somit auch, historische Klassiker auf eine aufregende Weise neu zu interpretieren. Besonders spannend: Das algorithmisch entworfene Design der Fassade wird hausintern bei studio RAP mit Hilfe eines großformatigen 3D-Druckers des Herstellers KUKA angefertigt.

Die Fassade beeindruckt besonders durch ihr algorithmisch entworfenes Design (Bild: studio RAP)

Eine ganz neue Art der Fassaden-Herstellung

Das Design der 3D-gedruckte Fassade erinnert stark an eine gestrickte Optik, wie der von Kleidungsstücken. Kein Wunder, dass somit das gesamte Gebäude ein Blickfang für vorbeigehende Passanten bildet und sich stark von umliegenden Häusern unterscheidet. Für die Herstellung wurde sich die Methode des keramischen 3D-Drucks zu Eigen gemacht. Was viele nicht wissen: Keramik ist als verwendetes Material weit verbreitet in Amsterdam. Demnach bezieht sich die Verwendung von Keramik nicht zuletzt auf das nahe gelegene Rijksmuseum, das eine große Sammlung an Keramik aus aller Welt beherbergt. Möglicherweise zählt auch die Fassade der luxuriösen Boutique auch schon bald zu dieser Sammlung.

Die Fassade der untersten Etage, in der sich die Boutique befindet, glänzt nicht zuletzt durch seine in perlweiß glasierten Keramikfließen. Die Schaufenster der Boutique wurden nach innen zurückversetzt. Aus diesem Grund schmücken ca. 40 x 20 Zentimeter große Keramikfließen diesen Abschnitt zwischen Schaufenster und Vorderseite der Fassade. Diese Fließen aus dem 3D-Drucker beginnen am Fuße der Fassade schlicht und werden nach obenhin immer ausdrucksvoller. Außerdem befindet sich in diesem Geschoss des Gebäudes insgesamt 3 viereinhalb Meter hohe Säulen wie auch einem Architrav, der als horizontalliegender Stützbalken fungiert.

Perlweiße Fliesen und Ziegel in 3 Rottönen zieren die neue Fassade der Boutique (Bild: studio RAP)

Für die oberen Stockwerke nutzt studio RAP 3D-gedruckte Ziegel, die in weiterer Folge in drei Rottönen glasiert wurden. Die Zusammensetzung der einzelnen Ziegeln erinnert an das ursprüngliche Kreuzverband Mauerwerk. Anders als im Erdgeschoss, sind die abstrakten Ornamente dieses Teils der Fassade unten am ausdrucksstärksten. Schließlich werden die Ziegel auf lasergeschnittene Edelstahlkassetten geklebt, um sie ordnungsgemäß an der Fassade anbringen zu können. Mehr zu studio RAP erfahren Sie HIER.

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*Titelbildnachweis: studio RAP

Kommentare

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  1. Nina Hayder sagt:

    Wir möchten eine Firma für Vorhangfassaden kontaktieren. Daher finde ich es sehr interessant, dass man heutzutage sogar schon Fassaden aus dem 3D-Drucker bekommen kann. Ich hoffe, dass es bei uns auch funktionieren wird.

  2. Marco Pump sagt:

    Mega, ich finde die Tchnologie und deren Umsetzung grandios

  3. Nina Hayder sagt:

    Interessant, dass man schon Fassaden drucken kann. Davon habe ich noch nie etwas gehört. Das wird den Fassadenbau für Häuser beeinflussen.

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