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Eine Saftbar verwandelt Orangenschalen in 3D-gedruckte Becher

Auf 20. September 2019 von Lukas Johannes B. veröffentlicht
3D-gedruckte Becher

Möchten Sie einen Orangensaft in eine 3D-gedruckte Tasse gepresst bekommen? Das ist das Projekt des Architekten Carlo Ratti, der eine ganz besondere Saftbar entwickelte, mit der Orangenschalen in 3D-gedruckte Becher verwandelt werden können. Die Maschine mit dem Namen „Feel the Peel“ zielt darauf ab, die Kreislaufwirtschaft in unserem täglichen Leben zu fördern und einen Mehrwert für unsere wichtigsten Lebensmittelabfälle zu schaffen. Eine experimentelle Saftbar wurde eingerichtet um das 3,10 Meter hohe Gerät zu testen, so dass viele Besucher einen Orangensaft in einem kleinen bio-plastischen 3D-gedruckten Becher genießen konnten.

In der 3D-Druckindustrie kann nicht nur Kunststoff recycelt werden, um neue Filamente herzustellen. Auch Lebensmittelabfälle aller Art können verwendet werden um nach einem rigorosen Verarbeitungsprozess originelle und langlebigere Materialien anzubieten. Diesen Prozess verwendet auch das niederländische Projekt namens „Upprinting Food„, das verfaultes Obst und Gemüse sowie altes Brot aufwertet, indem es sie in leckere kleine Gerichte verwandelt. Carlo Ratti wählte Orangen.

Quelle: Nicola Giorgetti

Die Maschine ist 3,10 Meter hoch und kann bis zu 1.500 Orangen aufnehmen! Sie hat eine Art Kuppel, die es den Zitrusfrüchten ermöglicht über Schienen zur Presse zu gelangen. Bei einer Bestellung rutschen die Orangen in die Zitruspresse, werden halbiert und ihre Schalen fallen in den unteren Teil der Maschine und sammeln sich allmählich an. Anschließend werden sie getrocknet und zerkleinert, um eine Art Pulver zu erhalten, dem Polymilchsäure (PLA) zugesetzt wird – die Schalen werden bioplastisch. Dies führt zu einem Filament, das durch den Extruder des 3D-Druckers, der sich im Inneren des großen Entsafters befindet, erwärmt und geschmolzen werden kann. Entwickelt wurde der Drucker vom italienischen Hersteller WASP, der für viele kreisförmige Wirtschaftsprojekte wie das Gaia-Haus verantwortlich ist. Der 3D-Drucker produziert Schicht für Schicht recycelbare Becher, die direkt zum Trinken von frisch gepresstem Saft verwendet werden können.

Die Maschine kann bis zu 1.500 Orangen aufnehmen – Quelle: Nicola Giorgetti

Carlo Ratti fügt hinzu: „Das Kreislaufprinzip ist heutzutage ein Gebot für derartige Objekte. Wir haben versucht, es sehr konkret zu zeigen, indem wir eine Maschine entwickelt haben, die uns hilft zu verstehen, wie Orangen weit über ihren Saft hinaus verwendet werden können. Zukünftige Iterationen von Feel the Peel könnten neue Funktionen beinhalten, wie z.B. das Bedrucken von Stoffen zur Herstellung von Orangenschalenkleidung.

Es wird erwartet, dass die Saftbar in den kommenden Monaten in mehreren Teilen Italiens zu sehen sein wird, um das Bewusstsein für dieses Konzept der Kreislaufwirtschaft zu schärfen. Die nächste Station ist der Singularity University Summit in Mailand am 8. und 9. Oktober 2019. Weitere Informationen finden Sie HIER.

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