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Premiere bei Mercedes: Erstes 3D gedrucktes Metallteil für LKWs

Am 4. August 2017 von Raphael S. veröffentlicht
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Vor kurzem wurde ein weiterer Meilenstein in der additiven Fertigung und der Automobilindustrie erreicht. Der Stuttgarter Autohersteller Mercedes Benz setzt als erstes Unternehmen auf den 3D-Druck von LKW-Ersatzteilen aus Metall. Die Premiere ist eine Thermostatabdeckung für LKW und Unimog aus älteren Baureihen, welches sämtliche Qualitätstests „mit Bravour“ bestanden hat. Durch diese Errungenschaft möchte sich Mercedes Benz Lkw seine Vorreiterrolle in der Branche sichern und die Technologieführerschaft übernehmen.

Der 3D-Druck wird schon ca. ein Jahr im Stuttgarter Unternehmen verwendet, davor hat der Truckhersteller qualitativ hochwertige Ersatzteile aus Plastik produziert. Diese Vorteile kann man nun auch für Teile aus Metall nutzen und von der hohen Belastbarkeit und Hitzebeständigkeit profitieren. Die Technologie dahinter nennt sich selektives Laserschmelzen oder SLM und es wird in diesem Fall pulverförmiger Aluminium-Silizium-Werkstoff mit einem Hochleistungslaser zu einem 3D-Objekt fusioniert – Schicht für Schicht. Bevor man allerdings das „Go“ für die Herstellung von Kleinserien geben konnte, musste sich die Thermostatabdeckung strengen Qualitätstests unterziehen.

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Beim SLM schmilzt ein Laser einzelne Schichten Metallpulver zu einem 3D-Objekt zusammen – Bild via Wikipedia

„Wir stellen auch bei 3D-Metallteilen dieselbe Funktionalität, Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit sicher wie bei Bauteilen aus konventioneller Fertigung“, erklärt Andreas Deuschle, Leiter Marketing & Operations im Geschäftsbereich Customer Services & Parts Mercedes-Benz Lkw.

Die Härtetest hat das Bauteil ohne Probleme überstanden und der 3D-Druck von Aluminiumteilen bringt sogar noch einige Vorteile gegenüber konventioneller Fertigungsverfahren mit sich: Sie zeichnen sich durch eine fast 100%-ige Dichte aus und besitzen eine höhere Reinheit als Spritzgussteile. Daneben erfordert die additive Fertigung keine Anschaffung bzw. keine kostenintensive Entwicklung von Spezialwerkzeugen.

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Die fertigen Abdeckungen werden in Kleinserien produziert – Bild via Daimler

Mercedes Benz blickt mit diesem Erfolg vor allem auf die wirtschaftliche Produktion von eher selten verwendeten Ersatzteilen, die dann direkt vor Ort und für jedes Modell gefertigt werden können. „Die Ersatzteilverfügbarkeit bei einem Werkstattaufenthalt ist für unsere Kunden essentiell – egal, welches Alter das Fahrzeug hat oder an welchem Ort der Lkw steht. Der besondere Mehrwert der 3D-Drucktechnologie liegt darin, dass sie die Schnelligkeit und Flexibilität, vor allem in der Produktion von Ersatz- und Sonderteilen beträchtlich erhöht. Das bietet uns völlig neue Möglichkeiten, unseren Kunden auch lange nach Serienauslauf Ersatzteile schnell und zu weiterhin attraktiven Preisen zu bieten“, erläutert Deuschle weiter.

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Älteren LKWs wird mit den 3D gedruckten Ersatzteilen neues Leben eingehaucht – Bild via Wikipedia

Die Thermostatabdeckung wird nur in geringen Stückzahlen gefertigt und kommt in älteren LKWs und Unimog zum Einsatz, die schon seit 15 Jahren oder länger ausgelaufen sind. Was halten Sie von diesem Durchbruch in der Automobilbranche? Lassen Sie uns auf Facebook und Twitter wissen! Weitere Infos dazu finden Sie in der offiziellen Pressemitteilung. Titelbild via Daimler.

Ein Kommentar

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  1. Interessant, dass Mercedes-Benz jetzt ein gedrucktes Ersatzteil vorgestellt hat. Unglaublich, dass dieses Teil noch besser ausgearbeitet ist als eines, das mit Spritzguss gefertigt wurde. Sollten diese Teile mal auf den Markt kommen, kann ich mir gut vorstellen, mir auch so eins zu kaufen.

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