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Die Möglichkeiten des Verbands Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA) – Ein Interview

Auf 22. November 2019 von Lukas Johannes B. veröffentlicht
vdma

Durch Verbände wie beispielsweise dem „Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau“ (VDMA) können sich Unternehmen und Institutionen speziell auch im Bereich der additiven Fertigung vernetzen und zusammenarbeiten. Durch das gemeinsame Auftreten und die Kooperation untereinander können so wertvolle Vorteile geschaffen werden, wie beispielsweise dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch sowie der individuellen Weiterentwicklung.. Wir haben ein Interview mit Frau Dr. Irene Hassinger geführt um mehr über die Mitglieder und die Tätigkeit des VDMA zu erfahren. Sie ist tätig als Projektleiterin der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing des VDMA.

3DN: Hallo Frau Dr. Hassinger. Möchten Sie sich und den Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) kurz vorstellen?

Dr. Irene Hassinger

Gern. Der VDMA – der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau – ist mit seinen rund 3.200 Mitgliedern die größte Netzwerkorganisation des europäischen Maschinenbaus. Der Verband vertritt die gemeinsamen wirtschaftlichen, technischen und wissenschaftlichen Interessen dieser vielfältigen Industrie. Ich bin seit Juni dieses Jahres in der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing des VDMA tätig – die sogenannte AG AM. Diese Arbeitsgemeinschaft gibt es seit ca. 6 Jahren. Mittlerweile ist sie auf etwa 150 Mitgliedfirmen angewachsen. Unsere Mitgliedsfirmen bilden die komplette Prozesskette ab, also von der Konstruktion über den eigentlichen Druckvorgang zum Bauteilfinishing. Aber auch Lieferanten von Material oder von der Peripherie wie z. B. Filter, sind bei uns im Arbeitskreis. Auch haben wir einige Firmen vertreten, die einfach nur beobachten wollen und interessiert sind, wie die Entwicklung im Bereich AM vorrangeht.

3DN: Wie genau entstand die Idee im Bereich der Additiven Fertigung tätig zu werden und wie wurde sie umgesetzt?

Innerhalb des VDMA wurde der Wunsch laut, diesen Arbeitsbereich zu bilden, da immer mehr Firmen großes Interesse an AM zeigten und sie festgestellt haben, dass mehr erreicht werden kann, wenn man zusammenarbeitet und sich regelmäßig austauscht. Wir bringen Technologieanbieter und -anwender an einen Tisch. 

3DN: Welche Ziele verfolgt der VDMA im Bereich der Additiven Fertigung?

Durch die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing wurde eine übergreifende Plattform geschaffen, auf der Firmen und Forschungsinstitute entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv werden können. Unsere Schwerpunkte liegen in der Forschung, Standardisierung, Marktzahlen und im anwendungsbezogenen Wissenstransfer. Unsere Hauptanliegen ist dabei der Maschinen- und Anlagenbau.

Themen, die im Bereich Additive Fertigung für die Industrie derzeit von Relevanz sind – Quelle: VDMA 

3DN: Wer gehört zu den Mitgliedern des Verbandes und welche Vorteile haben diese?

Der VDMA hat sich dem Maschinen- und Anlagenbau verschrieben. Die Mitglieder des VDMA können bei Interesse Mitglieder in der AG AM werden. Allerdings können auch Firmen Mitglieder in der AG AM sein, die nicht zum VDMA gehören, denn wir wollen eben die komplette Wertschöpfungskette abbilden und da sind beispielsweise Materialhersteller oder Dienstleister auch wichtige Mitglieder. 

3DN: Wie würden Sie aktuell den Markt für Additive Fertigung in Deutschland beschreiben? Und wie im Vergleich zum gesamten Weltmarkt?

In einer kürzlich durchgeführten Mitgliederumfrage konnte gezeigt werden, dass die allgemeine Stimmungslage im Bereich AM trotz der angespannten Konjunktur sehr gut ist. Viele unserer Mitglieder wollen gleichviel oder mehr investieren und der Anteil additiv gefertigter Serienbautale, Ersatzteile und Werkzeuge steigt an, was für eine voranschreitende Industrialisierung der additiven Fertigung spricht. Deutschland hat im Bereich metallische Verfahren, z. B. Pulverbettverfahren, die Vorreiterrolle. Dort fließen auch entsprechend viele Fördergelder. Bei anderen Technologien und Materialien sollten sich deutsche Institute und Firmen jetzt vermehrt engagieren, damit wir nicht den Anschluss verlieren. Ich sehe z. B. die USA im Bereich Kunststoffe in der Vorreiterrolle. 

Stimmungsabfrage des VDMA. Welche Erwartungen hat die Industrie in die Additive Fertigung? – Quelle: VDMA

3DN: Haben Sie noch abschließende Worte an unsere Leser?

Ihre Leser wissen ja um die Vorteile der additiven Fertigung. Jetzt geht es darum, wie man das tatsächlich in seinen Fertigungsprozess integrieren kann. Am besten hoch automatisiert und möglichst sicher. Sicher bedeutet für mich auch möglichst standardisiert. Die Umfrage unter unseren Mitgliedern hat gezeigt, dass Prozessstabilität und Reproduzierbarkeit, Kosten, Standardisierung und Marktakzeptanz die Themen sind, die unsere Mitglieder am ehesten bewegen. Die von uns veranstaltete Fachkonferenz AM4I – Additive Manufacturing for Industry – im Mai nächsten Jahres, wird sich genau damit beschäftigen, wie man AM industriell anwenden kann besonders im Maschinen- und Anlagenbau. Wir wollen von der Manufaktur zur digitalen Fertigung. 

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