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Dänemark: Die ersten Studierenden ziehen ins größte 3D‑gedruckte Wohnprojekt Europas ein

Am 16. September 2026 von Carol S. veröffentlicht

Dänemark schreibt für den geförderten Wohnungsbau eine der strengsten Baukostenobergrenzen Europas vor. Die Vorgabe ist so restriktiv, dass sie den Neubau bezahlbarer Wohnungen seit Jahren hemmt. In Holstebro hat ein 3D-Drucker diese Hürde nun umgangen.

Die 3DCP Group hat das Studierendenwohnheim Skovsporet („Der Waldweg“), mit 36 Wohnungen und zugleich die größte 3D-gedruckte Wohnanlage Europas fertiggestellt. Für die Wohnungsbaugesellschaft NordVestBO wurde das Projekt vor Ort mit einem 3D-Baudrucker des Typs COBOD BOD3 ausgeführt. Trotz der skulpturalen, geschwungenen Gebäude, die mit konventionellen Bauverfahren wirtschaftlich nicht umsetzbar gewesen wären, blieb Skovsporet deutlich unter der gesetzlichen Baukostenobergrenze. Die ersten Studierenden sind bereits eingezogen.

Skovsporet hat eine Fläche von 1.650 m² und verteilt sich auf sechs Gebäude mit jeweils sechs Wohnungen. Die einzelnen Einheiten sind zwischen 38 und 50 m² groß. Das Studentendorf liegt direkt neben dem VIA University College und wurde von SAGA Space Architects gemeinsam mit MS+ entworfen.

Wohnungsbau im 3D-Druck: unterhalb der Baukostenobergrenze

Die Gebäude von Skovsporet wurden zu Kosten von 1.880 € pro m² errichtet. Nicht enthalten sind Planung, Ingenieurleistungen, Versorgungsanschlüsse und Außenanlagen. Für die Bewohner bedeutet das eine monatliche Miete ab 670 € für eine 50‑m² grosse Wohnung.

Wirtschaftlich besonders relevant sind die geschwungenen Wände. Bei konventioneller Ausführung mit Mauerwerk, individueller Schalung oder Fertigteilen verursacht jede Krümmung zusätzliche Kosten. Beim 3D-Druck erzeugt eine Krümmung dagegen keine höheren Kosten als eine gerade Wand. Die abgerundeten, skulpturalen Formen von Skovsporet ließen sich daher ohne Aufpreis umsetzen. Ein weiterer Vorteil: Die 3DCP Group konnte Materialien aus der Region beziehen, darunter eine CO₂-reduzierte Zementrezeptur, deren Herstellung bis zu 30 % weniger CO₂ verursacht als die von herkömmlichem Zement.

3 Personen und 5 Tage: So schnell wurde das Gebäude gedruckt

Alle 36 Wohnungen entstanden vor Ort mit einem einzigen COBOD BOD3-Drucker, der während des gesamten Projekts von lediglich drei Personen bedient wurde. Das entspricht nur einem Bruchteil des Personalbedarfs, den eine konventionelle Baustelle dieser Größe erfordert hätte. Ein Gebäude mit sechs Wohnungen und 275 m² Fläche ließ sich in nur fünf Arbeitstagen fertigstellen. Zudem übernahm der Drucker wiederkehrende und körperlich schwere Arbeiten, die Baustellenpersonal üblicherweise stark belasten, und erhöhte damit die Arbeitssicherheit. Die Fertigung auf Grundlage eines digitalen Modells sorgte in allen sechs Gebäudegruppen für eine gleichbleibende Genauigkeit der Wände.

Jede Wohnung ist vollwertig mit Küche, Arbeitsplatz, Wohnbereich, Bad und Schlafbereich ausgestattet. Dachfenster und geneigte Decken lassen viel Tageslicht ins Innere. Für einen skandinavisch geprägten Innenausbau wird 3D-gedruckter Beton mit Holz, Korkverkleidungen und Glas kombiniert. Die sechs Gebäude schaffen gemeinschaftlich genutzte Innenhöfe . Gärten, Fußwege und Fahrradstellplätze sollen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen privaten Wohnflächen und Gemeinschaftsbereichen schaffen.

Die Bewohnerin Amalie Hvas schilderte ihren ersten Eindruck von der gedruckten Wohnung: „Mir gefällt es. Es verleiht dem Gebäude Charakter. Wenn man an 3D-Druck denkt, stellt man sich eine kleine Maschine vor, die etwas aus Kunststoff herstellt – und nicht eine ganze Wohnung!“

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*Bild: COBOD

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